Mario Kart, Coin Master, Diablo Immortal und Co.

Special Johannes Gehrling
Mario Kart, Coin Master, Diablo Immortal und Co.
Quelle: PC Games

Spätestens mit dem Erfolgszug des iPhones begann der Boom der Mobile-Games. Heutzutage bekommen Spiele für Smartphones und Co. viel Aufmerksamkeit, oft auch in negativer Form. Die Vorstellung von Diablo Immortal oder das heftig kritisierte Coin Master sind nur zwei solcher Beispiele. Wir beschäftigen uns in diesem Special mit den zehn meist gehassten Mobile-Games der letzten Jahre - inklusive Video!

Platz 5: Mario Kart Tour

Auch Mario Kart Tour ist per se nicht unbedingt ein schlechtes Spiel. Tatsächlich hat es Nintendo sogar geschafft, das Spielgefühl recht gut auf Smartphones zu übertragen und zudem eine Steuerung zu etablieren, die vernünftig mit Touchscreens funktioniert. Aber, und dieses Aber ist ziemlich groß: Leider monetarisiert selbst Nintendo seine Mobile-Games mittlerweile sehr aggressiv. Es gibt also die üblichen völlig überteuerten Edelsteine, die man zuhauf in Lootboxen versenken kann, bei denen man dann möglicherweise nur Mist bekommt. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es manche Modi nur für Gold-Pass-Abonnenten. Das Abo kostet nochmal fünf Euro pro Monat. Echt schade, denn als Nintendo in den Mobile-Markt eintrat, wollte man es doch eigentlich besser machen als die Konkurrenz. "Wir wollen Bezahlmethoden in unseren Mobile-Games nutzen, mit denen Eltern sich wohl fühlen, wenn ihre Kinder spielen", sagte einst 2015 der damalige Nintendo-Präsident Satoru Iwata bei der Bekanntgabe der Mobile-Strategie. Schade, dass Nintendo heute nichts mehr auf diese Worte gibt.

-> Hier findet ihr unseren Test zu Mario Kart Tour!

Platz 4: Candy Crush Saga

Candy Crush Saga darf auf dieser Liste natürlich nicht fehlen. Auch hier gilt: eigentlich kein per se schlechtes Spiel. Aufgrund der großen Verbreitung ergibt sich hier aber ein besonderes Problem, nämlich eine große Zahl von unbedarften Spielern, die in eine Kostenfalle gelockt werden. Candy Crush Saga ist ein typischer Free2Play-Titel. Das Energiesystem zwingt euch also zu einer Entscheidung: Ständig ewig warten oder die Kreditkarte für völlig überteuerte Premiumwährung zücken. Das wird mit zunehmendem Spielverlauf immer schlimmer, weil die Levels stetig anspruchsvoller werden. Nun ist das Spiel damit auf dem Mobile-Gaming-Markt in bester Gesellschaft. Die Reichweite von Candy Crush Saga ist aber enorm, das Spiel hat unzählige Spieler auf der ganzen Welt. Darunter befinden sich ganz besonders viele unbedarfte Menschen, die leichtgläubig auf das bewusst süchtig machende System des Spiels hereinfallen und dann am Ende große Summen ausgeben. Ohne sich der Masche überhaupt bewusst zu sein. Die Macher hinter dem Game werben ganz bewusst um diese Zielgruppe. Dafür darf man Candy Crush Saga ruhig mal haten. Mobile Games Hate: Die zehn meist gehassten Mobile Games - Top 10 (Special) (2) Quelle: PC Games Mobile Games Hate: Die zehn meist gehassten Mobile Games - Top 10 (Special) (2)

Platz 3: Dungeon Keeper

Ein Kritiker-Metascore von 42 und ein User-Score von 0,3: Das, lieber Leserinnen und Leser, ist Dungeon Keeper für Mobile. Die ersten beiden Teile der Reihe erschienen Ende der 90er für den PC und waren sehr beliebt. Völlig zurecht, denn die Aufbau-Strategiespiele überzeugten neben dem soliden Gameplay mit viel dunklem Humor und einer einnehmenden, düsteren Atmosphäre. Das Reboot im Jahr 2013 für Android und iOS ging hingegen völlig nach hinten los. Der Free2Play-Titel kann zwar kostenlos gespielt werden, ohne den Einsatz von echtem Geld sind die Wartezeiten aber einfach nur ein schlechter Scherz. Man kann Dungeon Keeper so also entweder extrem genervt spielen oder man gibt Unsummen für Premiumwährung aus. Das straften zum Release sowohl Kritiker als auch Gamer mit einem extrem negativen Echo ab. Und sogar der Erfinder der Reihe, Peter Molyneux, war schockiert von der EA-Neuauflage. Dabei ist Dungeon Keeper nur ein Beispiel von vielen. Viele bekannte und beliebte Marken wurden in den letzten Jahren als billige Mobile-Versionen umgesetzt, die eigentlich nur dazu da sind, mit der Popularität der Marken den Leuten möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Man denke nur SimCity oder RollerCoaster Tycoon. Eine Bruchlandung der Extraklasse war Dungeon Keeper aber selbst in diesem Umfeld.

-> Hier geht es zu unserem großen Retro-Special zur Dungeon-Keeper-Serie!

Platz 2: Coin Master

Coin Master erhielt im Herbst 2019 weitreichende mediale Aufmerksamkeit. Der Grund: Jan Böhmermann kritisierte in seiner Sendung das Mobile Game stark. Einerseits warf er den Machern des Spiels vor, mit Coin Master Glücksspiel an Kinder zu richten. Außerdem kritisierte er die für das Spiel werbenden Influencer. Kurz darauf gingen deswegen zahlreiche Prüfanträge zu Coin Master bei der Bundesprüfstelle für jungendgefährdende Medien ein. Im März 2020 entschied sich die BPjM allerdings für eine Nicht-Indizierung des Spiels. Doch was ist Coin Master eigentlich? Im Grunde erlebt ihr ein weitestgehend nichtssagendes Abenteuer im Comic-Look am Smartphone. Viele Aktionen sind dabei an einen virtuellen Glücksspielautomaten geknüpft. Eigentlich also einfach nur sehr langweilig. Aufgrund der Glücksspielthematik, weil das Spiel speziell auf Kinder zugeschnitten ist und weil unter Kindern bekannte und geschätzte Influencer dafür warben, erfuhr Coin Master aber sehr viel Hate.

Platz 1: Diablo Immortal

Mobile Games Hate: Die zehn meist gehassten Mobile Games - Top 10 (Special) (4) Quelle: PC Games Mobile Games Hate: Die zehn meist gehassten Mobile Games - Top 10 (Special) (4) Auf der BlizzCon 2018 wurde Diablo Immortal offiziell angekündigt - und diese Präsentation ging so richtig nach hinten los. Man muss sich das vorstellen: Zigtausende Fans opferten Zeit, Geld und Energie, um zu dieser Veranstaltung für Hardcore-Fans zu kommen. Dabei handelt es sich zum Großteil um leidenschaftliche Diablo-Anhänger. Statt der Ankündigung eines großen neuen Teils der Serie bekamen diese treuen Fans aber was vorgesetzt? Ein halbgares Mobile Game. Doch damit nicht genug: Dieses Mobile-Diablo ist obendrein auch noch quasi ein Reskin eines bereits erhältlichen Mobile-Games aus China namens Crusaders of Light. Das bemerkten Hardcore-Fans schnell anhand der sich stark ähnelnden Userinterfaces. Blizzard hat mit der Entwicklung von Diaoblo Immortal sogar ein Studio mit dem Namen NetEase beauftragt - der Entwickler von Crusaders of Light! Kein Wunder, dass Blizzard-Mitarbeiter bei einer Frage/Antwort-Runde ausgebuht wurden und die offiziellen Trailer auf YouTube extrem schlecht bewertet sind. Diablo Immortal ist noch nicht erschienen, erste eingeschränkte Tests sollen im Sommer 2020 losgehen. Möglicherweise wird das Game also gut, wir wissen es noch nicht. Die Verantwortlichen haben aber einfach den völlig falschen Rahmen für die Präsentation des Games gewählt und damit extrem viel Hate angezogen. Und einfach nur ein anderes Game neu einzukleiden und als Diablo zu verkaufen kam gelinde gesagt auch nicht gut an.

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