Diablo 4 im Test + Video: Jetzt mit Wertung - Für Diablo bricht ein neues Zeitalter an

Test Felix Schütz
Diablo 4 im Test + Video: Jetzt mit Wertung - Für Diablo bricht ein neues Zeitalter an
Quelle: PC Games

Die Zukunft von Diablo ist da, online, weitläufig und herrlich düster! Aber steckt unter der Haube immer noch das gleiche, unverwüstliche Spielprinzip? Motiviert das Endgame, kann die Story überzeugen - und was machen eigentlich Solo-Spieler? Das alles und mehr klären wir im großen Test zu Diablo 4.

Nach einer Weile habt ihr das Ende der Paragonbretts erreicht und dürft euch dann eine weitere Tafel aussuchen, die ihr einfach an die alte anlegt. Jedes Brett enthält auch eine legendäre Eigenschaft, mit der ihr euren Bild weiter spezialisieren könnt. Die Boards lassen sich drehen und vorab einsehen, damit könnt ihr also ziemlich gut vorausplanen. Überhaupt erscheint uns das Paragonsystem längst nicht so komplex, wie es auf den ersten Blick aussieht. Diablo 4 hat in der Hinsicht zwar wesentlich mehr zu bieten als seine Vorgänger, aber es wird auch nie so tiefgängig wie in einem Path of Exile. Das muss aber auch nichts Schlechtes sein: Das Paragon-System ist grundsolide, zugänglich und es bietet für den Anfang genügend Freiheiten. Vor allem lässt es sich in Zukunft leicht erweitern, was für ein Live-Service-Spiel, das (hoffentlich) über Jahre laufen und gedeihen soll, natürlich ein großer Vorteil ist.

Auf dem Weg an die Spitze

Bei Spielstart habt ihr erst mal nur die Wahl zwischen zwei Schwierigkeitsgraden. Weil die Gegnerstärke auf der zweiten (normalen) Stufe mit eurem Level skaliert, bleibt der Anspruch hier bis zum Ende fair. Nach der Hauptstory wird es kniffliger, denn dann öffnet sich für euch das Endgame. Als Eintrittskarte dient ein sogenannter Finaldungeon, den ihr zuerst meistern müsst. Sobald das geschafft ist, wird die dritte Schwierigkeitsstufe freigeschaltet, die für Level 50 bis 70 gedacht ist. Danach gibt's nochmal einen zweiten Finaldungeon, der euch dann in die vierte und höchste Schwierigkeitsstufe bis Level 100 entlässt. Dort wartet dann sogar nochmal ein geheimer Endboss, der laut Blizzard aber wirklich nur für außerordentlich starke Helden gedacht ist, also die ultimative Herausforderung in Diablo 4.

Um die dritte Weltstufe zu betreten, müsst ihr zunächst einen Finaldungeon meistern. Quelle: PC Games Um die dritte Weltstufe zu betreten, müsst ihr zunächst einen Finaldungeon meistern. Bis ihr fit genug dafür seid, müsst ihr euch erst mal viele Stunden im Endgame behaupten. Ab Weltstufe 3 erwarten euch da nicht nur stärkere Gegner, die zum Teil neue Eigenschaften und Auren haben können. Es droppen auch erstmals heilige Gegenstände, die bessere Werte mitbringen, sowie einzigartige Beute mit besonderen Eigenschaften. Die Lootspirale dreht sich also munter weiter und das sorgt für Motivation.

Der Flüsternde Baum

Natürlich könnt ihr die Welt im Endgame noch weiter erkunden und Nebenquests erledigen, aber es gibt auch ein paar neue Aktivitäten. Zum Beispiel werden nun ständig wechselnde, zufällige Aufträge in der Open World verteilt, da muss man dann vielleicht Gegnerseelen sammeln, einen Miniboss besiegen oder einen bestimmten Event machen. Das ist zwar alles andere als kreativ und hat auch keinerlei Story zu bieten, aber immerhin lassen sich diese Aufgaben schön im Vorbeigehen erledigen. Wenn ihr genügend davon erledigt habt, kehrt ihr zu einem mysteriösen Baum zurück, den ihr zuvor schon in der Hauptgeschichte kennenlernt (mehr wird nicht verraten!). Dort könnt ihr euch als Belohnung eine von drei gut gefüllten Beutekisten aussuchen. Und weil die Aufträge für den unheimlichen Baum ständig durchwechseln, könnt ihr das alles so oft wiederholen, wie ihr nur wollt.

Hölle, Hölle, Hölle

Zusätzlich können in manchen Gebieten auch sogenannte Höllenfluten auftreten. Dadurch werden die Gegner stärker, der Himmel färbt sich rot und lässt Feuer herabregnen, das Design wird düsterer - und die Feinde lassen jetzt Glutsplitter fallen. Nur damit kann man dann spezielle Beutekisten öffnen, die zufällig in der Zone spawnen. So richtig tolles Zeug haben wir darin aber leider nie gefunden, das hängt wohl allein vom Beuteglück ab. Überhaupt waren die Höllenfluten einfach nicht so reizvoll wie die anderen Inhalte, obwohl es da sogar eigene Bosskämpfe zu entdecken gibt. Für unseren Geschmack fehlen hier noch eigene Quests und Charaktere, die das ganze Konzept ein bisschen aufwerten - hoffen wir also, dass Blizzard noch ein paar passende Ideen in der Hinterhand hat.

Albtraumdungeons: Das geht noch härter

Die wichtigste Aktivität im Endgame ist aber ohnehin das Abklappern von Albtraumdungeons. Ab dem dritten Schwierigkeitsgrad können sogenannte Siegel droppen, später dürft ihr die Dinger auch selbst herstellen. Siegel haben nur eine Funktion, nämlich einen bestimmten Dungeon in eine härtere Albtraum-Variante zu verwandeln, in der ihr dann deutlich kniffligere Gegner antrefft. Hochstufige Siegel verpassen dem Dungeon außerdem noch eine positive und mehrere negative Eigenschaften. Zum Beispiel bekommt ihr dann einen Bonus auf Goldfund oder Schadensreduktion, aber dafür teilen Feinde zusätzlichen Giftschaden aus und sind schneller unterwegs. Blitze können spontan von der Decke herabschießen. Oder ihr werdet von einem fliegenden Gesteinsbrocken verfolgt, der euch regelmäßig mit Blitzangriffen malträtiert. Kurz gesagt: Die Siegel bringen etwas Würze ins Gameplay und werten die Dungeons spürbar auf.

Am Ende eines Albtraumdungeons erhaltet ihr nicht nur Beute, sondern dürft auch eine eurer Paragon-Glyphen mit Erfahrungspunkten aufwerten und verbessern. Mit der Zeit erhöht sich dadurch auch die Reichweite der Glyphe und ihr könnt mehr positive Effekte auf euren Paragonbrettern nutzen. Das wirkt anfangs zwar noch wie unnötiger Grind, ist aber nötig, wenn man irgendwann das absolute Maximum aus seinem Klasse rausholen will. Und ein paar längerfristige Ziele, auf die es sich hinarbeiten lässt, sind ja auch nicht verkehrt.

Fairness? Pah!

Vollkommen freiwillig und fast schon ein bisschen versteckt ist das PvP-System. Es gibt zwei sogenannte Felder des Hasses, das sind spezielle Gebiete auf der Map, die man besuchen kann, aber nicht muss. Nur hier könnt ihr euch für PvP-Kämpfe freigeben - und erst dann dürfen euch andere Spieler unbescholten verdreschen, vorher seid ihr sicher. Fair ausbalanciert ist das alles nicht und soll es auch nicht sein - Blizzard weiß, dass man bei der ganzen Fülle an Items und Talenten nie echte Chancengleichheit garantieren kann. Also versucht man es gar nicht erst und akzeptiert, dass man hier auch mal schmutzig und unfair kämpfen kann. Wir finden: Eine richtige Entscheidung, die auch ihren ganz eigenen Reiz hat.

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