Der Hexenmeister in Diablo 4: Lord of Hatred - So gut spielt sich die neue Klasse

Test Felix Schütz
Der Hexenmeister in Diablo 4: Lord of Hatred - So gut spielt sich die neue Klasse
Quelle: Blizzard

Mit Paladin und Hexenmeister liefert Lord of Hatred zwei neue Klassen für Diablo 4. Schlägt der neue Dämonenbändiger im Test sogar den Totenbeschwörer?

Ein Herz für Dämonen: So spielt sich der Hexenmeister

Streng genommen bietet Lord of Hatred zwei neue spielbare Klassen: den Paladin und den Hexenmeister. Vorbesteller von Lord of Hatred konnten den Paladin allerdings schon Monate vor Release spielen, weshalb wir uns hier ganz auf den knackfrischen Hexer konzentrieren. Der spielt sich ein wenig so, als hätte man den Totenbeschwörer mit dem Zauberer gekreuzt und noch einen kräftigen Schuss Hexendoktor (aus Diablo 3) dazugetan.

Wo der Paladin dicke Rüstungen und massig Ausdauer mitbringt, spielt sich der Hexenmeister fragiler und chaotischer, viele seiner Skills füllen den Bildschirm mit Effekten und lassen nur noch erahnen, was da gerade abgeht.

Beim Hexenmeister dreht sich alles um seine Verbindung zur Dämonenwelt. Schon eine seiner Basisfertigkeiten besteht darin, Gefallene auf Gegner zu hetzen, die sie dann mit Dolchen beackern oder die sich einfach bei Kontakt in die Luft sprengen. Andere Talente rufen fliegende Schädel herbei, die Flammen auf Gegner spucken, dämonische Abwehrtürme nehmen Feinde ins Visier und wer mag, lässt Dämonen wie Geschosse vom Himmel regnen oder als mächtige Kampfeinheiten aufmarschieren.

Der Klassenbildschim in Lord of Hatred zeigt den neuen Hexenmeister. Quelle: PC Games Mit Paladin und Hexenmeister bietet Diablo 4 mittlerweile ein stattliches Klassenangebot. Wichtig dabei: Die meisten dieser Talente erzeugen keine dauerhaften Pets wie beim Totenbeschwörer, sondern eignen sich nur für den kurzen Einsatz. Viele eurer Begleiter sind also schon nach ein paar Sekunden wieder verschwunden.

Natürlich kann der Hexenmeister aber auch anders. Magische Ketten, Flüche, Schwächungszauber und Beschwörungskreise, in denen man eine gewisse Anzahl an Gegnern lynchen muss, um einen mächtigen Effekt freizusetzen, gehören ebenfalls zur Werkzeugkiste. Per Schattengestalt nimmt sich der Hexenmeister kurzzeitig aus der Schusslinie, andere Talente erzeugen kleine Flammengeschütze, verhexen Gegner für Bonusschaden oder lassen den halben Bildschirm in einer verheerenden Explosion hochgehen.

Ans Eingemachte geht's dann im unteren Bereich des Talentbaumes. Dort könnt ihr zum Beispiel das Scheusal von Abaddon beschwören, einen gigantischen Dämon, der für eine Weile alles niedermäht, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Außerdem gibt's hier ein besonderes Talent, das den Hexenmeister selbst in eine Dämonengestalt verwandelt. Damit verbessern sich nicht nur Lebenspunkte und Angriffskraft, es stehen auch besondere Zauber zur Verfügung, die für ein wahres Effektgewitter sorgen. Optisch hier besonders cool: zwei riesige, dämonische Arme, die brutal durch die Gegnerreihen pflügen.

Feurige Talente des Hexenmeisters im Einsatz. Quelle: PC Games In Dämonengestalt spuckt unser Hexenmeister Feuer und teilt mit gigantischen Krallen aus. Die Klassenmechanik des Hexenmeisters ist wieder bewusst simpel gehalten: Ihr schaltet über eine besondere Questreihe einfach vier Seelensplitter frei. Das sind magische Steine, die man jederzeit durchwechseln kann, jeder davon mit drei wählbaren passiven Boni. Ihr sucht euch einfach den Splitter aus, der am besten eure Spielweise unterstreicht. Je nachdem, welchen Stein ihr gerade aktiviert habt, steht euch außerdem ein besonderer Diener zur Verfügung, etwa der gefräßige Dämonenwurm Laalish, der euch auf Schritt und Tritt folgt und Gegner einfach von der Bildfläche wegfuttert.

Egal, ob ihr gerade ballert, beschwört, verhext oder etwa aufspießt, ihr müsst stets zwei Ressourcen jonglieren: Zorn erneuert sich durch Kernfähigkeiten und ist für einige Schadenstalente unverzichtbar, etwa die verdammt stylishen Grauensklauen, die auf kurze Distanz und mit der richtigen Skillung mächtig zuhauen. Dominanz dagegen tickt anders, die zweite Ressource erneuert sich nämlich nur langsam von selbst und ist sehr knapp bemessen - bis man da den Bogen raus und einen guten Rhythmus gefunden hat, kann schon ein wenig Zeit vergehen.

Neue Talentbäume: Das ändert sich für alle Klassen

Überhaupt hat uns der Hexenmeister im Test viel mehr Eingewöhnungszeit gekostet als etwa der Geistgeborene aus Vessel of Hatred. Woran lag's? Klar, erst mal wollen viele neue Begriffe wie Dämonenkunde, Abgrundmagie, Okkultismus oder Höllenfeuer gelernt werden, das braucht ein wenig Eingewöhnungszeit. Hinzu kommen die Dämonengestalt mit ihren besonderen Skills, dazu noch das Beschwören von besonderen Dämonen und die passiven Vorteile über Seelensplitter - da hat man ordentlich was zu lesen!

Ein Blick in den Talentbaum des Hexenmeisters. Quelle: PC Games Auf Wunsch kann sich der Hexenmeister auch selbst in eine Dämonengestalt verwandeln. Doch es ist auch einfach die ungewohnte Fülle an Upgrades, denn Blizzard hat alle (!) Talentbäume einer Frischzellenkur unterzogen. Dadurch gibt es nun für jeden Skill deutlich mehr Upgrades und Varianten, was deutlich mehr Vielfalt beim Heldenbau verspricht. Im Fall des Hexenmeisters könnt ihr zum Beispiel für fast jedes Talent ein Upgrade wählen, das seine Gattung wechselt, das heißt: Da wird dann aus einem Okkultismus-Zauber plötzlich eine Höllenfeuerfertigkeit und greift damit auf andere Boni zu. Gerade beim Hexenmeister gibt es viele Effekte und Zustände, die sich gegenseitig beeinflussen. Das freut zwar diejenigen, die Bock auf Theorycrafting haben, andererseits gerät es für Einsteiger auch schlichtweg kniffliger, einen effektiven Build zu bauen, den man sich nicht erst im Internet anlesen muss.

Viele der Änderungen an den übrigen Talentbäumen gibt's übrigens kostenlos per Patch, einige Varianten davon werden allerdings nur freigeschaltet, wenn ihr Lord of Hatred gekauft habt. Doch egal, ob ihr das Add-on installiert habt oder nicht, die Änderungen haben es in sich. Die Levelgrenze erhöht sich auf Stufe 70, dafür fallen die passiven Vorteile im Talentbaum weg. (Sie werden nun durch die neu hinzugefügten Upgrades für jeden Skill aufgefangen.) Außerdem könnt ihr Talente nun nicht mehr mit fünf, sondern gleich 15 Punkten steigern - eine Änderung, die auf uns erst mal unnötig wirkt und gerade beim Respeccen, also der Umverteilung von Talentpunkten, sogar mehr Arbeit macht. Den Sinn dahinter haben wir jedenfalls nicht kapiert. Wusste Blizzard etwa nicht, wohin mit den ganzen Punkten?

Der Hexenmeister protzt mit visuell starken Zaubern und Dämonenbeschwörungen. Quelle: PC Games Der Hexenmeister protzt mit visuell starken Zaubern und Dämonenbeschwörungen. Klar ist aber auch: Wir hatten nur ein paar Tage Zeit, um uns mit Lord of Hatred zu beschäftigen und alle Neuerungen auszuprobieren. Da jede Klasse nochmal gründlich zu testen und die neuen Talentbäume auf mögliche Fallstricke abzuklopfen, war in dem Rahmen völlig unmöglich. Unsere Testversion war außerdem noch nicht hundertprozentig final, bis zum Release am 28. April ist also noch mit letzten Bugfixes und Balancing-Anpassungen zu rechnen.

Zumindest hat unsere Testzeit aber ausgereicht, um uns schon mal mit den neuen Spielmechaniken und dem erweiterten Endgame zu beschäftigen, das euch in Lord of Hatred erwartet. Bei den Neuerungen finden sich auch zwei grundlegende Systeme, die eure Builds und das Handwerk kräftig erweitern. Außerdem hat Blizzard ein paar willkommene Features eingebaut, darunter auch den lange überfälligen Lootfilter. Auf den nächsten Seiten erfahrt ihr, wie es sich damit wirklich spielt.

  1. Seite 1 Diablo 4: Lord of Hatred im Test + Video: Macht wenig neu, aber vieles richtig!
  2. Seite 2 Diablo 4: Lord of Hatred im Test: Die Story
  3. Seite 3 Diablo 4: Lord of Hatred im Test: Der Hexenmeister
  4. Seite 4 Diablo 4: Lord of Hatred im Test: Endgame und Kriegspläne
  5. Seite 5 Diablo 4: Lord of Hatred im Test: Horadrimwürfel und Set-Items
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