Diablo 2: Resurrected: Die Gamepad-Steuerung im Hands-on-Test - besser als mit der Maus?

Special Felix Schütz
Diablo 2: Resurrected: Die Gamepad-Steuerung im Hands-on-Test - besser als mit der Maus?
Quelle: PC Games

Die Neuauflage von Diablo 2 erscheint nicht nur für den PC, sondern auch für Konsolen. Aber wiefühlt sichBlizzardsKultspiel mit dem Gamepadan? Wir haben die Alpha-Version mit einem Controller gespielt und geben eine erste Einschätzung ab: Spielt sich Diablo 2 mit dem Gamepad sogar besser als mit der Maus?

Die große Ankündigung von Diablo 2: Resurrected kam auch gleich mit einer hübschen Überraschung: Blizzards legendärer Beuteklopper wird nicht nur für den PC neu aufgelegt, sondern erscheint erstmals auch auf Konsolen. Eine tolle Nachricht, die aber auch Fragen aufwirft: Wie würde sich Diablo 2 mit einem Gamepad anfühlen? Das erste Diablo wurde nachträglich für PSOne umgesetzt, der dritte Teil wurde auf sämtliche Konsolen portiert - doch Teil 2 war 21 Jahre lang ein reiner PC-Titel, der auf Maus und Tastatur zugeschnitten war.

Mit der ersten Alpha-Version konnten wir Diablo 2: Resurrected nun erstmals ausführlich Probe spielen. Was das Optionsmenü noch nicht verrät: Diese frühe PC-Fassung bietet bereits Controller-Support. Dadurch konnten wir die neue Gamepad-Steuerung bereits ausprobieren. Ersteindruck: überraschend gut! Obwohl noch nicht alle Features ausgereift und implementiert sind, geht das Action-RPG auch mit einem Gamepad sauber von der Hand. Blizzard traut sich nämlich hier und da ein paar Neuerungen, die der Maus teilweise sogar den Rang ablaufen.

In unserem Gameplay-Video zeigen wir euch die Besonderheiten der neuen Gamepad-Steuerung, erklären das actionreichere Spielgefühl und zeigen, wo Blizzard bis zum Release vielleicht noch nachbessern sollte.

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Präzisere Bewegung

Am PC könnt ihr jederzeit zwischen Maus und Tastatur oder dem Gamepad wechseln. Nach ein bis zwei Sekunden wird dann ein neues HUD eingeblendet und auch die Figurensteuerung wird schlagartig umgestellt. Denn hier wartet schon die erste Überraschung: Irgendwie ist es Blizzard gelungen, eine analoge Steuerung einzubauen, dank der man das Lauftempo der Spielfiguren genauer festlegen darf. (Zum Vergleich: In Diablo 2 gab's bislang nur zwei Bewegungsmodi, laufen und rennen.) Zusammen mit der neuen 3D-Engine lassen sich die Helden so deutlich flüssiger bewegen und drehen, das Spielgefühl wirkt dadurch viel moderner als im Originalspiel. Wer mag, kann übrigens jederzeit per Tastendruck zur klassischen 2D-Grafik wechseln, denn das alte Diablo 2 läuft rund um die Uhr unter der neuen 3D-Engine mit. Und ja, auch in der altmodischen Ansicht könnt ihr nun mit dem Gamepad spielen - spätestens hier wird der Unterschied zu Maus und Tastatur dann überdeutlich.

Anders als in Diablo 3 gibt es im zweiten Teil übrigens keine neue Ausweichrolle. Da sich die Figuren aber in 3D und mit dem Analogstick genauer lenken lassen, fällt es mit dem Gamepad tatsächlich etwas leichter, feindlichen Geschossen auszuweichen. Ein echter Gewinn!

Anpassungen im Kampf

Eine leichte Zielhilfe sorgt nun dafür, dass eure Blitze und Pfeile halbwegs zuverlässig den Feind treffen, Nahkämpfer werden außerdem sanft zum Gegner ausgerichtet. Das fühlt sich zwar gut an, allerdings werden die Namen und Lebensbalken nun direkt über den Gegnern eingeblendet; im Eifer des Gefechts springt die Anzeige oft wild zwischen den Feinden herum, da muss Blizzard nochmal ran. Außerdem muss sich bei manchen Talenten noch zeigen, wie effektiv sie sich mit dem Gamepad nutzen lassen - gerade bei Zaubern wie Meteor, Hydra oder Teleport ist schließlich eine gewisse Genauigkeit gefragt. Hier könnte die Maus am Ende die Nase vorn haben.
Wenn ihr mit einem Gamepad spielt, stehen euch sechs Fähigkeitenslots zur Verfügung Quelle: PC Games Wenn ihr mit einem Gamepad spielt, stehen euch sechs Fähigkeitenslots zur Verfügung Gedroppte Items blendet man mit der LB-Taste ein. Etwas unpraktisch dagegen: Der Standard-Angriff eurer Klasse liegt auf der gleichen Taste, die auch für das Aufsammeln von Beute zuständig ist. Das ist gerade für Nahkämpfer unvorteilhaft, da man so im Eifer des Gefechts auch mal unabsichtlich Sachen aufhebt, die man gar nicht braucht. Hier könnte ein optionaler Loot-Filter für Entspannung sorgen, doch ob der noch kommt, ist fraglich - schließlich hat Blizzard mehrfach betont, möglichst keine Änderungen am Gameplay vorzunehmen. Immerhin eine nützliche Neuerung gibt es, von der auch Gamepad-Spieler profitieren: Gold wird nun automatisch aufgesammelt und muss nicht einzeln angeklickt werden. Das sorgt für Tempo.

Sechs Slots für schnellere Action

Wenn man Diablo 2: Resurrected mit Maus und Tastatur spielt, bleibt die Benutzeroberfläche nahezu identisch mit dem Original. Das heißt, euch stehen wie gewohnt nur nur zwei Slots für Fähigkeiten zur Verfügung, die man mittels Schnelltasten oder Mausrad durchwechseln muss. Das war schon damals etwas umständlich und ist bis heute leider nicht besser geworden.
Eine sanfte Zielhilfe erleicht die Kämpfe ein wenig. Quelle: PC Games Eine sanfte Zielhilfe erleicht die Kämpfe ein wenig. Anders sieht es mit dem Gamepad aus, denn hierfür spendiert Blizzard ein neues HUD, das ein wenig an Diablo 3 erinnert. Am unteren Bildschirmrand befinden sich nun sechs Slots für Fähigkeiten, die ihr in den Talentbäumen beliebig auf die entsprechenden Aktionstasten verteilen dürft. Außerdem werden Fähigkeiten ohne Verzögerung ausgelöst. Der Effekt ist deutlich: Indem man bis zu sechs Talente beliebig durchmischen und in schneller Folge einsetzen darf, fällt das Spielgefühl spürbar flotter und actionreicher aus als mit der Maus.

Auch die übrigen Funktionen bleiben intakt: Tränke pfeift ihr euch mit dem Digikreuz rein und die L3-Taste schaltet zwischen laufen und rennen hin und her. Mit dem rechten Analogstick wechselt ihr die Waffen durch oder wählt Chatbefehle aus. Einzig die neue Zoom-Funktion und das Umschalten zwischen den beiden Grafikmodi ist mit dem Gamepad noch nicht möglich. Allerdings hat Blizzard schon erklärt, dass die Controller-Steuerung in dieser ersten Alpha noch nicht final ist und bis zum Release noch verbessert wird.

Dabei stellt sich auch die grundsätzliche Frage, ob Blizzard nicht besser damit beraten wäre, das neue HUD auch für Maus-Tastatur-Spieler verfügbar zu machen. Für Puristen könnte man das alte Interface ja einfach als Option anbieten. Es wäre die fairere Lösung.
Dank analoger Figurensteuerung fällt es mit dem Gamepad leichter, feindlchen Geschossen auszuweichen. Quelle: PC Games Dank analoger Figurensteuerung fällt es mit dem Gamepad leichter, feindlchen Geschossen auszuweichen. TIPP: Wusstest ihr schon, dass es Diablo 2 ohne Superman vermutlich nie gegeben hätte? Dass vom ersten Serienteil eine Gameboy-Version existiert? Und dass es für Diablo 2 ursprünglich große Online-Pläne gab? All das und viele weitere Hintergründe und Details erfahrt ihr in unserem großen Trivia-Special rund um Diablo.

Das ändert sich im Inventar

Menüs wie Charakterbogen, Talentbäume und Inventar werden nun bildschirmfüllend eingeblendet. Hat man ein Menü geöffnet, sieht man also nicht, ob sich gerade ein Gegner anschleicht. Vielleicht denkt sich Blizzard dafür noch eine bessere Lösung aus. Inhaltlich ändert sich an den Menüs allerdings nur wenig. Im Charakterbogen gibt es nun ein Extrafenster, das zusätzliche Werte (z.B. Magic Find) anzeigt, das ist sehr nützlich. Und im Inventar profitieren nun alle Spieler von der Möglichkeit, die Werte von zwei Items miteinander zu vergleichen.
Inventar und Handelsfenster könnt ihr nun auf Wunsch automatisch sortieren lassen. Quelle: PC Games Inventar und Handelsfenster könnt ihr nun auf Wunsch automatisch sortieren lassen. Während Diablo 3 auf Konsolen ein neues Listeninventar spendiert bekam, bleibt es in Diablo 2 beim alten Rucksack-Raster, in dem man Gegenstände immer wieder von Hand verschieben muss, um den knappen Platz möglichst gut auszunutzen. Das ist mit dem Controller tatsächlich etwas umständlicher als mit der Maus, da man auch hier einen Cursor verwendet. Immerhin gibt es aber extra für Gamepads eine Sortierfunktion, die den Krempel auf Knopfdruck ein bisschen zusammenräumt. Das ist besser als nix und funktioniert netterweise auch beim Händler oder in der deutlich vergrößerten, geteilten Lagertruhe (shared stash). Interessant: Die Sortierfunktion ist eine weitere Neuerung, die in der Maus- und Tastaturvariante bislang fehlt - hier wird es interessant zu sehen, ob Blizzard sich ein Herz fasst und das Feature einfach für alle Steuerungsmethoden anbietet.

Nützliche Links

Die Alpha zu Diablo 2: Resurrected läuft noch bis Montag, den 12. April um 19:00 Uhr. Wir haben den Start bereits mit einem Stream begleitet und mehrere Keys an ein paar glückliche Gewinner verteilt. Falls ihr euch für die Grafik interessiert, haben wir einen Video-Vergleich für euch. Alle wichtigen Infos zu Diablo 2: Resurrected gibt's hier in unserem Special zur Ankündigung. Das fertige Spiel soll später in diesem Jahr erscheinen, bis zum Release soll es noch mindestens eine weitere Alpha-Phase geben.

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Was denkt ihr?

Reizt euch die neue Gamepad-Steuerung am PC? Wo könnte Blizzard nachbessern? Oder möchtet ihr lieber bei der klassischen Maus-Tastatur-Steuerung bleiben? ?Schreibt uns eure Gedanken im Kommentarbereich!

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