Diablo 2: Resurrected: So gut ist die Switch-Umsetzung - Update mit Video-Vergleich
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Von den anderen Plattformen hatten wir schon vorab tonnenweise Material. Nur die Switch-Fassung hielt Blizzard bis zum Release weitestgehend unter Verschluss. Nun haben wir die Nintendo-Fassung mehr als 15 Stunden gespielt und zeigen auf Screenshots und im neuen Video-Grafikvergleich, wie gut sich die Switch-Grafik gegen die PC-Fassung schlägt.
Wie gut Diablo 2: Resurrected aussehen würde, war lange vor Release klar: Schon in den spielbaren Alpha- und Beta-Versionen konnten wir die Neuauflage ausgiebig spielen, daraus sind auch bei uns mehrere Grafikvergleiche und Berichte entstanden. Allein die Switch-Umsetzung hielt Blizzard bislang weitestgehend unter Verschluss. Ein schlechtes Vorzeichen? Für unseren Test haben wir mittlerweile mehr als 15 Stunden mit der Switch-Umsetzung verbracht und geben eine Einschätzung ab. Dazu gibt's einen Schwung an Bildern, auf denen wir die Grafik mit der PC-Version vergleichen. Dabei wird schnell deutlich, welche Kompromisse nötig waren, um das Remaster auch unterwegs spielen zu können.
Update: Der Artikel umfasst jetzt auch einen Video-Grafikvergleich
Gute Spielbarkeit
Das Wichtigste zuerst: Diablo 2: Resurrected macht auch auf der Nintendo Switch eine gute Figur. Das Gameplay ist identisch mit den anderen Fassungen, einzig beim Online-Multiplayer gibt's eine Einschränkung: Während man auf PC, Xbox- und Playstation-Konsolen mit bis zu 8 Spielern loskloppen darf, ist die Switch-Fassung online auf bis zu 4 Spieler begrenzt. In unserer Spielzeit war die Performance erfreulich, die meiste Zeit über wurden 30 Bilder pro Sekunde erreicht, das reicht zum flüssigen Spielen aus - egal ob im TV- oder Handheld-Modus. Die durchdachte Gamepad-Steuerung flutscht genau so gut wie auf PS5 oder Xbox Series X, einzige Einschränkung hier: Die coole Zoom-Funktion aus der PC-Fassung gibt's leider nicht. Die scheint aber in allen Konsolenfassungen zu fehlen. Zumindest haben wir sie nicht entdecken können.
Quelle: PC Games
Trotz deutlicher grafischer Abstriche hinterlässt die Switch-Umsetzung einen guten Eindruck.
Cross-Save? Funktioniert!
Wie angekündigt, bieten alle Fassungen von Diablo 2: Resurrected eine Cross-Save-Funktion. Damit könnt ihr euren Spielstand auf andere Plattformen übertragen, allerdings muss es sich dabei zwingend um einen Online-Charakter handeln. Offline-Helden dürfen also nicht umziehen. Dafür geht der Heldentransfer sehr angenehm von der Hand. Beim ersten Start müsst ihr nur euren Nintendo-Account mit eurem Battle.net-Account verbinden: Dazu müsst ihr lediglich eine Website aufrufen, euch mit euren Battle.net-Daten einloggen und einen Code eingeben - fertig. Danach werden eure Online-Helden automatisch auf Blizzards Servern gespeichert und lassen sich problemlos auf einem anderen Gerät weiterspielen.
Apropos online: Auch die Switch-Fassung hatte zum Launch mit wackeligen Servern zu kämpfen. Am nächsten Morgen war aber alles in Ordnung, wir konnten uns problemlos einloggen und online auf allen Plattformen spielen, das gilt auch für die Switch.
Wie gut schlägt sich die Grafik?
Es dürfte wohl niemanden überraschen: Für die Switch-Fassung musste Blizzard spürbar an der Grafikqualität schrauben, um eine halbwegs stabile Framerate zu halten. Sämtliche Texturen fallen deutlich detailärmer aus als auf den anderen Plattformen, außerdem fehlen hübsche Umgebungsdetails wie Gras oder manche Zierobjekte. Dadurch wirken manche Locations - zum Beispiel das brennende Tristram - etwas kahler als in den anderen Fassungen. Im dritten Akt wurde der Detailgrad der Dschungelumgebung etwas reduziert, so ist das Blattwerk der Bäume nicht so dicht wie auf dem PC, außerdem ist die Vegetation nicht animiert, was im normalen Spielbetrieb aber kaum auffällt.
Auf dem nächsten Bildervergleich gut zu sehen: Die PC-Fassung zeigt bereits in 1080p einen leicht größeren Bildausschnitt als die Switch-Version. Das betrifft übrigens auch die Xbox- und Playstation-Versionen.
Atmosphärische Effekte wie Spiegelungen in Pfützen oder anderen Oberflächen fehlen in der Switch-Fassung komplett. Auch die Feuereffekte fallen im Vergleich zum PC weniger detailliert aus. Darüber hinaus ist die Auflösung auf der Nintendo Switch auch im Docked-Modus geringer als in den anderen Versionen, dadurch wirkt das Bild grundsätzlich etwas matschig. Allerdings bleibt das Geschehen trotzdem immer gut lesbar und auch die Schriften lassen sich im Handheld-Modus noch ordentlich erkennen.
Der größte Grafikverlust zeigt sich aber bei der Beleuchtung. Im Vergleich zur PC-Version fällt die Switch-Umsetzung deutlich heller aus, was auf die stark reduzierten Schatten und auf die fehlende Umgebungsverdeckung zurückzuführen ist. In diesem Beispiel (unten) sieht man den Unterschied besonders deutlich am Brunnen. Solche Abstriche muss man in Kauf nehmen, hier hat Blizzard eindeutig der Framerate den Vorzug gegeben - die richtige Entscheidung. Im Gegensatz zum PC sind die Ladezeiten zwar spürbar länger, aber in aller Regel fallen auch auf der Switch nur ein paar Sekunden an. Das ist also kein Problem. Die komplett neu gerenderten Videos sehen übrigens auch in der Switch-Umsetzung spitze aus.
Wie bewertet ihr Diablo 2: Resurrected?
Mit grafischen Abstrichen und nur 30 Bildern pro Sekunde ist die Switch-Umsetzung klar die schwächste Version von Diablo 2: Resurrected. Dem Spielspaß schadet das aber kaum, denn auch auf der Switch ist das Action-RPG gut spielbar und fährt alle Stärken auf, die auch die anderen Konsolenfassungen auszeichnen. Das gilt auch für den Handheld-Modus, in dem das Spiel ebenfalls eine gute Figur macht.
Was denkt ihr über Diablo 2: Resurrected? Welche Neuerungen sind gelungen, welche Verbesserungen vermisst ihr? Macht mit bei unserer kurzen Umfrage! Es geht schnell, anonym und ohne Anmeldung. Wir freuen uns auf eure Ergebnisse!
Noch mehr Bildervergleiche zwischen PC und Switch findet ihr in unserer Bildergalerie. (Update: Neue Bilder!)
Bildergalerie
Entwickler Blizzard steht seit einigen Wochen heftig in der Kritik: Das Kult-Studio (u.a. Starcraft, World of Warcraft) ist in einen hässlichen Sexismus-Skandal verwickelt, immer mehr Frauen haben mittlerweile über Belästigung am Arbeitsplatz und ungerechte Behandlung berichtet. Activision Blizzard hat bereits erste Konsequenzen gezogen, mehrere führende Entwickeler mussten ihre Posten räumen. Alle Hintergründe gibt's in unserem Bericht, aktuelle Meldungen zu dem Thema findet ihr in unserem News-Bereich.
