Nach den tollen letzten Devil-May-Cry- und Onimusha-Episoden will Capcom die Prügel-Messlatte erst mal wieder ein wenig runterholen.
I n einem fremden Land, das leichte Ähnlichkeiten mit Japan zu Zeiten des Bürgerkriegs aufweist, streiten sich jede Menge Herrscher und Feldherren um die Vorherrschaft. Auch die Akteure haben Ähnlichkeit mit japanischer Polit-Prominenz des 16. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu ihren historischen Vorbildern, die ihre Kriege an der Landkarte planten und dann Kanonenfutter-Armeen losschickten, rennen die Devil Kings persönlich über die Felder der Ehre.
Hacken bis der Arzt kommt
Dort hauen sie ganze Hundertschaften von gemeinen Fußsoldaten in Stücke. Das kommt euch bekannt vor? Sollte es auch, immerhin haut Entwickler Koei alle paar Monate eine neue Episode der aus unerfindlichen Gründen in Japan unfassbar populären "Dynasty Warriors"-Serie auf den Markt. Was Koei kann, das glaubt man bei Capcom schon lange zu können. Stimmt nur leider nicht. Im Grunde macht ihr bei "Devil Kings" nicht viel: Ihr rennt mit dem Helden eurer Wahl über ein riesiges Feld, sucht nach dem nächsten Gegnergrüppchen und haut den armen Schweinen durch Stakkato-Hämmern der Angriffstaste die Grütze aus dem Schädel. Das wiederholt ihr schätzungsweise eine Zillion Mal, bis ihr irgendwann dem feindlichen General gegenübersteht. Den besiegt ihr, indem ihr wieder stakkatoartig den mittlerweile ausgeleierten Controller-Knopf malträtiert.
Klingt nicht aufregend? Ist es auch nicht. Was euch da als coole Mischung aus "Devil May Cry" und "Dynasty Warriors" verkauft werden soll, ist ein ziemlich uninspiriert zusammengeschustertes Dauergehacke, das sich vielleicht flüssig steuert, aber in Sachen Abwechslung oder Leveldesign nichts zu bieten hat. Ihr haut immer wieder Gegner im Akkord, hässliche Nebelbänke nehmen euch die Weitsicht und nur die gelegentlich mal auftauchenden Schatztruhen beanspruchen wenigstens kurzzeitig eure Aufmerksamkeit. Actionfans sollten lieber erst mal "Onimusha" oder "Devil May Cry" spielen, denn mit "Devil Kings" werden sie bestimmt nicht lange glücklich. tn
