Destiny 2: Vorab-Spielbericht
Test
Knapp zwei Wochen nach Release vergeben wir unsere Testwertung für Destiny 2 und zeigen den Shooter im Review-Video in Aktion.
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Bei Bungie, so versichert uns Community Manager David "DeeJ" Dague, hören die Entwickler von Destiny auf die Spieler. Und er veranschaulicht das mit folgender Anekdote, die er uns im Rahmen der Studiotour zum Vor-Ort-Event von Destiny 2 erzählt. Seine Raid-Gruppe kam zum Test des ersten Destiny-Raids nach Bellevue, Washington, um auszuprobieren, was Endboss Atheon und seine Schergen so draufhaben. Die Gruppe machte sich einen Scherz daraus, dass bei aufgeladener Super-Fähigkeit ihrer Helden 'Super Ready' auf dem Bildschirm stand. Vor jedem Bosspull also ging die Frage durch den Chat "Are you ready?" Und das Team antwortete enthusiastisch im Chor "We are super ready!" "Und das war der Grund", so DeeJ am Ende seiner kleinen Geschichte, "warum da nicht mehr 'Super Ready' steht, sondern 'Super Charged'." Die anwesenden Zuhörer antworten ihm mit Gelächter. Und der eine oder andere kommt ins Grübeln.
Haben die Entwickler wirklich auf die Fans gehört, als sie sich an das Konzept für Destiny 2 gesetzt haben? Wir haben auf Einladung von Activision zwei Tage lang die Chance, das auszuprobieren. Mit Erlaubnis der Macher dürfen wir durch gut zwei Drittel der Hauptkampagne spielen, uns auf allen vier Planeten tummeln, 'Striken' und 'Schmelztiegeln' bis die Schwarte kracht. Als Destiny-Fans der ersten Stunde fragen wir uns dabei: Was wollen die Anhänger von Bungies Loot-Shooter eigentlich?
Destiny 2: Die Story
Die Story von Destiny 2 ist in etwa das, was die Fans bereits von Destiny erwartet haben. Allein schon dadurch, dass in den ersten Stunden des Spiels nur ein großer Handlungsbogen angegangen wird, der von Dominus Ghaul nämlich, kommt ein roter Faden ins Spiel, den es bisher nicht gab. Ghaul ist - in den Worten des charmanten Cayde-6 - ein fettes Weltraum-Rhinozeros. Naja, eigentlich ist Ghaul ein Kabal, Mitglied eines der fünf Alien-Völker in Destiny, die unseren Hütern schon seit drei Jahren an die Kutte wollen. Hüter sind die Verteidiger der Menschheit, und die werden zu Beginn von Destiny 2 angegriffen. Von Ghaul und seiner Rotlegion, die unsere Heimat plattmachen, um die Energie des mystischen, über der Erde schwebenden Reisenden anzuzapfen. Ghaul, quasi das Äquivalent zum Schulhof-Rowdie mit beschissener Kindheit, kommt daher und
Quelle: Bungie
Ikora, Cayde und Zavala müssen von eurem Hüter wieder aufgebaut werden.
nimmt uns das weg, was uns ausmacht: das Licht. Die Möglichkeit, mit Weltraummagie um uns zu schmeißen und die Möglichkeit, von unserem kleinen Geist-Begleiter ständig wiederbelebt zu werden.
Derart entmachtet landen wir in den Außenbezirken der Letzten Stadt, dem letzten sicheren Ort auf der Erde. Nun, das ist er nicht mehr, denn die Stadt brennt und wir sind ein trauriges Nichts. Das sollte so nicht sein, und deswegen machen wir uns auf die Suche nach dem Licht und nach den legendären Mitgliedern der Vorhut; Cayde, Zavala und Ikora, die der Angriff Ghauls in alle Weltraumrichtungen verstreut hat. Wir also, als trauriges Nichts, grandios inszeniert in einer Mission mit extrem bedröppelndem Cellogedudel, schleichen wehrlos durch die Ruinen der Stadt wie Junkies auf Entzug. Glücklicherweise hält dieser Zustand nicht lang an: Schon bald finden wir unseren Geist und im neuen Sozialtreffpunkt 'Die Farm' Verbündete, um nach und nach den Widerstand gegen Ghaul aufzubauen.
Destiny 2: Die Planeten
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Nach dem Rückerhalt unserer magischen Stärken brechen wir auf, die 'neue' Welt von Destiny 2 zu erkunden. Denn uns erwarten im Rahmen der Hauptstory vier Destinationen, die wir sogar recht fix freischalten. Die Europäische Todeszone (EDZ) liegt auf der Erde und wartet mit barrocken Ruinen, verlassenen Salzminen und vormals friedlichen Wäldern auf. Saturnmond Titan hingegen bietet heruntergekommene Plattformen in einer wilden See und so manches optisches Highlight. Etwa die Arcology, ein Dom voller beeindruckender, futuristischer Gebäude, überwuchert von einem undurchdringlich erscheinenden Dschungel. Ein bisschen erinnert der Look an die Ishtar-Kollektiv-Bauten auf Destinys Venus. Auf Titan suchen wir passenderweise nach Vorhut-Oberhaupt und Titan-Chef Zavala. Jupiter-Mond Io hingegen hat Warlock-Trainerin Ikora angelockt; es ist unser Job sie von dem von weiten Ebenen geprägten Himmelskörper zurück auf die Erde zu holen. Und auf dem mit Herbstbäumen bewachsenen Asteroiden Nessus trauert Jäger-Boss Cayde dem verlorenen Licht hinterher. Die vier 'Planeten' sind voller Beschäftigungsmöglichkeiten abseits der Hauptquestmissionen und vor allem voller... Aliens, denen wir die Köppe und Saftpäckchen wegballern. Denn trotz einer lineareren Hauptquest, die die Story rund um den erwähnten Rotzlöffel Ghaul erzählt, geht's in Destiny 2 wie im Vorgänger nur um zwei Dinge: shooten und looten.
Übrigens: Zwar dürfen wir die Hauptkampagne im Rahmen des Anspiel-Events nicht komplett, sondern nur etwa sechs bis sieben Stunden spielen. Uns gefällt aber der konsequent durchgezogene Handlungsbogen, in dessen Rahmen Ghaul sich von seinem Gefangenen, dem Sprecher, nur zu gern provozieren und vorführen lässt. Wir sind auf das Finale gespannt - und darauf, wie sich danach das Endgame von Destiny 2 entfaltet. Zumindest qualitativ liegt die Story unseren Einschätzungen nach auf einem guten Level und ist etwa mit dem von König der Besessenen vergleichbar.
Destiny 2: Das Gameplay
Destiny 2 orientiert sich an der Stärke des Vorgängers: Es macht weiterhin unglaublich viel Laune, den Aliens unseres Sonnensystems die Rüben wegzuballern. Zwar gibt es keine neuen Völker; es bleibt bei den bekannten Gefallenen, der Schar, den Kabal, den Vex und natürlich den Besessenen. Aber die Entwickler haben den feindlichen Reihen so manch neuen Gegnertyp hinzugefügt. Beispielsweise die Gefallenen-Wretches, die in ihren vier Armen gefährliche Elektrostäbe halten. In den Reihen der Kabale gibt's jetzt nervige Köter, die sich zu gerne in den Gliedmaßen der Hüter verbeißen. Und wenn das noch nicht reicht, zücken Kabale nun Nahkampfklingen, von denen sich besser niemand treffen
Quelle: Bungie/Activision
Unnachahmlich und immer noch toll: das Gunplay von Destiny ist auch in Destiny 2 klasse.
lässt. Oder sie kommen gleich mit Flammenwerfern um die Ecke. Modifikationen gibt's auch bei vielen bekannten Gegnern. Die Psione der Kabale beispielsweise machen jetzt einen auf Scharfschützen. Und Shrieker der Vex bombardieren uns superschnell mit Projektilen.
Gut, dass Destinys unvergleichlich gutes Gunplay nichts ist, an dem die Entwickler irgendwie großartig herumfummeln müssen: Das Verhalten der unterschiedlichen Waffen, das Ballern, das Zielen, das leichte aber nicht übertriebene Autoaiming... jeglicher Vorgang vom Herausholen der Waffe bis hin zum Abschuss der Projektile fühlt sich einfach immer noch gut an. Zumal der Waffenschrank mit neuen Typen wie einer Maschinenpistole oder einem Granatenwerfer noch umfangreicher geworden ist. Es bleibt bei Destiny 2 dabei: Für jeden Job gibt es die richtige Waffe - und am Abzug zu ziehen, um nur kurz darauf reihenweise die Fieslinge fallen zu sehen, macht immer noch enorm viel Laune.
Destiny 2: Die Klassen
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Laune macht weiterhin das Heldentrio bestehend aus Titan, Jäger und Warlock. Wirklich viele Änderungen gibt es an den Professionen unserer Charaktere im Vergleich zum Vorgänger nicht. Okay, wenn wir einmal davon absehen, dass die Arkus-Skillung des Jägers, die Leere-Skillung des Titans und die Solar-Skillung des Warlocks fast von Grund auf neu gemacht wurden. Deswegen stehen uns die zum Beginn des Spiels auch als einzige zur Verfügung - die anderen Unterklassen, auch Fokusse genannt, spielen wir erst im Rahmen einer Mini-Quest frei, wenn wir irgendwo in der Spielwelt per Zufall bestimmt die entsprechenden Artefakte für die Mission geplündert haben.
Die Talentmatrix ist ebenfalls entschlackt worden, um das aus Destiny bekannte System für diejenigen zugänglicher zu machen, die das Spiel noch nie in den Händen hatten - unter anderem den PC-Spielern nämlich, die ab dem 24. Oktober mit dabei sind. Grundsätzlich ist gegen die Vereinfachung der Talente nichts zu sagen, wir sind uns aber noch nicht sicher, ob die Entwickler uns nicht zu sehr einschränken. Effektiv lassen sich nur noch der Sprung und die Art der Granate an unsere Wünsche anpassen. Der Rest steckt in zwei vorgegebenen Talentblöcken, von denen sich jeder nur als Komplettpaket auswählen lässt. Das hilft vielleicht beim Balancing in PvE und PvP sowie bei der Übersicht, schränkt uns dem Gefühl nach aber ein. Der Langzeittest wird zeigen müssen, ob wir uns mehr Anpassungsmöglichkeiten an der Front wünschen - oder ob die Individualisierungsmöglichkeiten unserer Ausrüstung reicht.
Destiny 2: Die Mechaniken
Quelle: buffed
Öffentliche Events wurden aufgebohrt und um zusätzliche Action erweitert - und bieten im heroischen Modus Extrabeute.
Nicht nur bei den Klassen, auch bei den Ausrüstungen und Waffen haben die Entwickler nichts Grundlegendes über den Haufen geworfen, sondern eher feingetuned. Schießeisen und Klamotten lassen sich mit Mods versehen, um etwa die Schadensart eines Gewehrs zu ändern oder dafür zu sorgen, dass euer Hüter mit einem bestimmten Paar Hosen schneller läuft. Diese Mods lassen sich alle naslang plündern und werden beim Einsetzen aufgebraucht. Dasselbe gilt übrigens für Shader, mit denen ihr die Farbe eurer Ausrüstung pro Teil selbst bestimmt. Über solche Anpassungen wird Destiny 2 freilich noch mehr Loot-Shooter als der Vorgänger ohnehin schon war. Da alle Waffen und Ausrüstungen nicht mehr über zufällig ausgewürfelte Boni (sogenannte Perks) verfügen, lassen sich die Items gezielter farmen. Stellt sich nun noch heraus, dass die Bosse der Strikes (Drei-Spieler-Dungeons) festgelegte Beute droppen, könnt ihr ganz gezielt auswählen, wie ihr euren Hüter wirklich stark macht. Ob das allerdings so ist, ist noch nicht bekannt.
Destiny 2: Die Inhalte
Neben der Hauptkampagne umfasst Destiny 2 vier Planeten mit offenen Spielbereichen, die sich einfach so oder aber mittels Abenteuer, Verlorener Sektoren und Regionskisten Stück für Stück erkunden lassen. Im Rahmen der Kampagne erfahrt ihr in aller Kürze, was Abenteuer (kleine Questreihen) und Verlorene Sektoren (quasi Lootcaves) sind. Wirklich intensiv beschäftigt ihr euch damit allerdings erst nach dem Abschluss der Kampagne, um euren Helden aufzurüsten. Denn nach Erreichen der Maximalstufe ist euer Held natürlich noch nicht 'fertig'. Über den Lichtlevel lässt sich seine Stärke erhöhen. Lichtlevel ist das
Quelle: buffed
Verlorene Sektoren lassen euch Schätzen hinterherjagen.
Destiny-Äquivalent zum Gear Score und sagt so viel aus wie 'je höher desto geil'.
Und das ist der Punkt, über den wir noch keine Aussage treffen können. Zwar konnten wir einige Strikes spielen, die ein knackigkurzes Gruppenabenteuer für Zwischendurch bieten, was allerdings nach der Kampagne passiert, wissen wir nicht. Ob sich etwa wie in Destiny alle Missionen beliebig oft im Hardmorde spielen lassen. Was der Raid zu bieten hat. Was uns die Weltquests zu tun geben. Wie viele Aktivitäten abgesehen von Strikes und Schmelztiegel-PvP nach der Kampagne überhaupt freigeschaltet werden... wir haben bislang noch keinen blassen Schimmer. Und erst wenn wir uns das nach dem Start von Destiny 2 anschauen konnten, lässt sich über die Langzeitmotivation sowie über die Stabilität reden. (Destiny 2 in der Wikipedia.)
