Nach dem Ende von Destiny 2: Bungie soll 50% seiner Mitarbeiter entlassen

News Stefan Wilhelm
Nach dem Ende von Destiny 2: Bungie soll 50% seiner Mitarbeiter entlassen
Quelle: Sony

Aktuell überschlagen sich die Gerüchte rund um Entlassungswellen bei Entwicklerstudios. Laut einem französischen Journalisten könnte Bungie das nächste Studio sein, das Personal gehen lässt - in einer Größenordnung, die kaum zu fassen ist.

Seit dem Release des umstrittenen Extraction-Shooters Marathon und vor allem dem Live-Service-Ende von Destiny 2 kommt Bungie kaum noch aus den Schlagzeilen. Seit Monaten sind die beiden Spiele des Studios die meistgesuchten auf der Plattform SteamDB. Offensichtlich bekommen die Nutzer gar nicht genug davon, Bungies Nutzerzahlen zu analysieren und ihre mal mehr, mal weniger optimistischen Rückschlüsse daraus zu ziehen.

Klar ist: Mit dem Abschieds-Update von Destiny 2 hat Bungie bei der Community mächtig gepunktet und es geschafft, auf Steam wieder sechsstellige Zahlen an gleichzeitigen Spielern zu erzielen. Marathon (jetzt kaufen / 35,99 € ) bewegt sich dagegen schon kurz nach dem Launch seiner zweiten Season wieder auf dem Niveau, auf dem die erste geendet ist - trotz Gratiswoche und ersten Schritten in Richtung eines vielfach gewünschten PvE-Modus.

Da Bungie laut aktuellem Informationsstand noch kein grünes Licht bekommen hat, um ein neues Destiny oder ein ganz anderes Spiel zu entwickeln, hängen alle Zukunftshoffnungen an Marathon. Aber was passiert dann mit dem Teil des Studios, der bisher an Destiny 2 gearbeitet hat? Dazu stellt ein französischer Journalist nun eine düstere Prognose auf.

Entlässt Bungie bald über die Hälfte seiner Mitarbeiter?

Sylvain Trinel, ein ehemaliger Autor von IGN Frankreich, der aktuell für das große französische Radio- und Fernsehnetzwerk BFMTV arbeitet, schreibt auf X, es sei ihm zugetragen worden, dass Bungie im Sommer mindestens 50 Prozent seiner festen und befristeten Mitarbeiter entlassen wird. Die Quelle(n) dieser Information nennt er nicht.

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Es gibt zwar keine offiziellen, aktuellen Zahlen, wie viele Personen bei Bungie arbeiten, aber Berichten zufolge waren es zuletzt etwa 800 bis 850 Personen. Damit würden im Sommer also 400 Bungie-Mitarbeiter ihre Jobs verlieren, was sich in etwa mit der Größe des Teams deckt, das vor dem Ende von Destiny 2 noch am MMO-Shooter gearbeitet hatte. Die Frage lautet jetzt:

Wie glaubwürdig ist das Gerücht?

Zur bekannten Riege der Leaker und Insider, denen ihr wöchentlich in unserem YouTube-Format Gerüchteküche begegnet, gehört Trinel nun nicht, aber er ist zumindest ein (Fach-) Journalist mit vielen Jahren Berufserfahrung bei großen Publikationen. Außerdem hatte der verlässliche Insider Jason Schreier bereits berichtet, dass es im Zusammenhang mit dem Ende von Destiny 2 zu vielen Entlassungen bei Bungie kommen werde, da aktuell an keinen Projekten abseits von Marathon gearbeitet wird.

Und auch, wenn Marathon bei seinen Spielern und der Presse größtenteils sehr gut abschneidet, so ist es kaum vorstellbar, dass ein nischiger Extraction-Shooter ein 800-köpfiges Studio ernähren oder überhaupt beschäftigt halten kann. Mit einem riesigen MMO wie Destiny 2 als zusätzliches Standbein leuchtet eine solche Studiogröße eher ein, aber nach dem Service-Ende dürfte daran höchstens noch eine kleine Skelett-Crew arbeiten. Die Zahl, die Trinel nennt, liegt also (leider) durchaus im Bereich des Möglichen.

Für Bungie wäre es sicherlich die größte, aber nicht die einzige Katastrophe der letzten Jahre. Seit seiner Übernahme durch Sony im Jahr 2022 ist das Studio bereits um hunderte Mitarbeiter geschrumpft. Vor dem Sony-Kauf habe Bungie seiner ehemaligen Community-Managerin zufolge sogar kurz vor der Schließung gestanden, da man rote Zahlen geschrieben hat.

Sony hatte 2022 knapp 3,7 Milliarden Dollar für das Studio bezahlt und im letzten Fiskaljahr einen sogenannten Wertminderungsverlust von 766 Millionen Dollar einstecken müssen. Das heißt, für Sony ist Bungie inzwischen deutlich weniger wert als noch beim Kauf. Vielleicht hatte der Playstation-Hersteller wirklich die - gelinde gesagt absurde - Vorstellung, das nischige Marathon könne das massentaugliche Destiny 2 ersetzen, und muss jetzt drastische Maßnahmen ergreifen, um die Bilanzen zu retten.

Was sagt ihr zur Bungie-Sony-Problematik? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: Sylvain Trinel auf X

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