Nachdem der Destiny-Start 2013 den Erwartungen nicht gerecht werden konnte, will Bungie mit Teil 2 einen Neuanfang einläuten - auch auf PC!
In diesem Artikel
Eine großartige neue Story und tolle Charaktere verspricht Activision-Boss Eric Hirshberg für Destiny 2. Das erinnert verdächtig an Aussagen von 2013, als im Vorfeld des Destiny-Launches der Bungie-COO Pete Parsons den Mund ziemlich voll genommen hatte:
"Wir mögen es, große Geschichten zu erzählen und wir wollen, dass die Leute das Destiny-Universum auf eine Stufe mit Der Herr der Ringe oder Star Wars stellen."
Tja, dieses Statement weckte natürlich Erwartungen so hoch wie der Turm Saurons, so groß wie der Todesstern. Und die Hintergrundgeschichte rund um den mysteriösen "Reisenden" - ein Außerirdischer, der die Menschheit einst vor dem Untergang bewahrt hat und dessen kugelförmiges Raumschiff jetzt wie ein Schutzschild über der Erde wacht - schien auch eine packende Handlung herzugeben. Als man Destiny dann gespielt hat, wirkte Pete Parsons angestoßener Vergleich jedoch wie ein schlechter Witz. Eine Story war so gut wie nicht vorhanden, das ganze Universum wirkte furchtbar leblos, Cutscenes konnte man an einer Hand abzählen. Die Handlung war mit viel zu vielen Rassen (die Gefallenen, die Schar, die Besessenen, die Vex, die Kabale ...) vollkommen überladen.
Quelle: Bungie
Wir sind tierisch gespannt darauf, welche neuen Waffen Bungie in Destiny 2 einbauen wird.
Leere Versprechungen? Wie glaubwürdig ist es also, wenn Activision jetzt ein weiteres Mal betont, wie ach so toll doch die Story werden wird? Nun trauen wir dem Publisher schon zu, die Schwächen von Destiny zu analysieren (oder sich in die Internet-Foren zu begeben) und aus Fehlern zu lernen. "Wir konzentrieren uns darauf, Destiny 2 für noch mehr Fans als je zuvor ansprechend zu gestalten", so Hirshberg. Ein klarer Hinweis darauf, dass man diesmal eben auch die große Zahl an Leuten, die sich von Destiny eine interessante, wendungs- und emotionsreiche Sci-Fi-Geschichte erwarten haben und bitterlich enttäuscht wurden, zufriedenzustellen. Activision spricht von einem "kompletten Neuanfang", was auch zur weiteren Zielgruppe passt, der man das Destiny-Universum schmackhaft machen will: PC-Spieler. Die waren bisher außen vor, doch Destiny 2 wird auch für Windows-Rechner erscheinen.
Quelle: Bungie
Menschliche Einzelschicksale sollen im neuen Ableger mehr in den Fokus rücken
Die Menschheit am Abgrund
Über viele Aspekte des Spiels hüllt Bungie noch den Mantel des Schweigens, aber erste Story-Details haben die Entwickler verraten. So hat die Kabal-Armee die letzte sichere Stadt der Erde zerstört. Ihre Ruinen werden von einem mächtigen neuen Feind namens Ghaul und dessen Elite-Armee, der Rotlegion, besetzt. Erneut spielt man einen "Hüter", also einen auserwählten Beschützer der Menschheit (siehe auch Kasten "Was bisher geschah"). Ziel ist es, in anderen Teilen des Sonnensystems ein neues Arsenal an Waffen zu beschaffen und "verheerende neue Kampffertigkeiten" zu erlernen. Mit wiedervereinten Streitkräften gilt es letztlich, die Heimat zurückzuerobern.
Quelle: Bungie
Der Wille zum Widerstand scheint die Menschen der letzten Bastion noch lange nicht verlassen zu haben
Der Story-Trailer zeigt zwei Vorhut-Anführer, die Truppen der Letzten Stadt motivieren. Der eine mit viel Leidenschaft, der andere mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Während die eine Gruppe auf Pathos und geschichtliche Hintergründe anspringt, lässt sich die andere vor allem durch den Ausruf "Außerdem gibt's jede Menge Beute!" begeistern. Dies lässt sich auch als Hinweis interpretieren, dass Bungie mit Destiny 2 natürlich wieder Loot Grinder ansprechen will - aber darüber hinaus eben auch Spieler, die an einer spannenden Geschichte und an interessanten Charakteren interessiert sind.
"In Destiny 2 ist für so gut wie jede Art von Spieler etwas geboten, ob Einzelspieler-Action oder kooperative und kompetitive Aktivitäten, die in einem riesigen, aufregenden und sich ständig weiterentwickelnden Universum stattfinden", heißt es in der Pressemitteilung. Klingt also wieder nach eierlegender Wollmichsau.
