Destinys düstere Zukunft - gewinnt die Dunkelheit die Macht über uns?

Special Susanne Braun
Destinys düstere Zukunft - gewinnt die Dunkelheit die Macht über uns?
Quelle: buffed

Die Zukunft von Destiny wird düster, daran haben die Fans des MMO-Shooters keinerlei Zweifel. Aufgetauchte Gerüchte zu Destiny 3 scheinen das zu bestätigen - was ist wohl dran an der Dunkelheit und ihrem möglichen Pakt mit den Hütern?

Dunkelheit ist im Destiny-Universum allgegenwärtig, und zwar auf die banalste Art und Weise. Schließlich werden eure Hüter seit jeher durch das Schwarz und die Finsternis des Alls gescheucht. Stetig seid ihr auf der Suche nach dem Licht, das den verursachten Schaden eurer Waffen und eurer Klassenskills verstärkt. Das Licht macht eure Helden stärker, Punkt. An der Stelle sehen wir mal davon ab, dass die Entwickler von Bungie den Licht­level in Destiny 2 (jetzt kaufen ) in Powerlevel umbenannt haben, denn wahrscheinlich ist das eine Anpassung, die rein aus Gründen der Verständlichkeit vorgenommen wurde.

Die Dunkelheit ist allerdings für keinen Anhänger der Serie wirklich greifbar, weder für Neulinge noch für eingeschworene Veteranen. Denn der Begriff Dunkelheit beschreibt in Destiny einen Feind, der noch nie wirklich aufgetreten ist und dem ihr bislang noch nicht standesgemäß den Hintern versohlen konntet. Die Dunkelheit ist zwar ein uralter Feind eurer Helden, allerdings aus einer längst vergangenen Zeit. Die Dunkelheit ist im aktuellen Zeitalter von Destiny lediglich eine Sage, ein Mythos.

Der heilsbringende Reisende

Lediglich im ersten Destiny wurde die Thematik der Dunkelheit in Cinematics und in den Grimoire-Karten angeschnitten. Zu Beginn gab's auf unserem Blauen Planeten nur die Menschen, möglicherweise mit einem Wissensstand, der unserer heutigen Zeit ein Stückchen voraus ist. Ihr erinnert euch sicherlich daran, dass menschliche Astronauten im Opening Cinematic von Destiny auf dem Mars den Reisenden gefunden haben. Der Reisende kam schließlich zur Erde und löste das goldene Zeitalter aus. Dabei handelt es sich um eine Ära, in der die Menschheit aus wissenschaftlicher und technischer Sicht einen Riesensprung nach vorne gemacht hat. Aus dem Zeitalter entstammen auch die Erwachten und die Exo. Die Dunkelheit aber, die der Energiesignatur des Reisenden bereits seit Äonen folgte, machte vor unserem Sonnensystem nicht halt. Sie lungerte am äußersten Rande des Sonnensystems herum und tat nicht viel mehr, als in einem kurzen Zeitraum Gravitationswellen auszusenden, wie die Kriegsgeist-KI Rasputin aufgezeichnet hat. Nach und nach fielen die Außenposten der Menschheit auf Planeten wie Jupiter, Saturn, Mars, Venus und schließlich auf dem Erdenmond. Die Dunkelheit marodierte durch das System und löschte fast die gesamte Bevölkerung der Erde aus. Ein Event, das als der Kollaps bezeichnet wird.

Bekannte Aliens ≠ Dunkelheit

Im Schwarzen Garten auf dem Mars haben wir angeblich ein Fragment der Dunkelheit bekämpft. Quelle: PCGH/Roland Austinat Im Schwarzen Garten auf dem Mars haben wir angeblich ein Fragment der Dunkelheit bekämpft. Lediglich diejenigen auf der Erde, die sich in den Schatten des Reisenden über der Letzten Stadt retten konnten, überlebten den Kollaps. Anschließend an dieses mysteriöse und nicht erklärbare Event fielen auch noch Alienvölker in unser System ein. Gefallene und Schar, Vex und Kabale brandschatzten und mordeten, testeten die schützenden Mauern der Letzten Stadt immer wieder auf Schwachstellen und nisteten sich in den Ruinen der Menschheit auf den anderen Planeten des Sonnensystems ein. Viele Destiny-Jünger nahmen an, dass die Dunkelheit die allumfassende Beschreibung ebenjener Alienhorden ist, auch wenn keines der Völker explizit als Dunkelheit tituliert wird. Allerdings ist es so, dass einige dieser Völker, die Schar, die Vex, die Besessenen und die Mitglieder des Hohns, mit der Dunkelheit verbunden sind. So glauben etwa die Schar und ihre Götter daran, dass das Licht erlöschen muss, damit die Dunkelheit das Universum wieder dominieren kann. Das Licht des Reisenden muss in ihren Augen versiegen - und das macht die Dunkelheit zum großen Antagonisten unserer Spielercharaktere. Den deutlichsten Hinweis darauf, dass die Dunkelheit eben nicht nur bekannte außerirdische Völker umschreibt, gibt's seit dem Ende von Destiny 2.

Das Erwachen des Reisenden

Ihr erinnert euch vielleicht noch daran, dass der Reisende über die Laufzeit von Destiny 1 eine über der Letzten Stadt ruhende Präsenz war. Allein mit seiner Anwesenheit konnte die weiße Sphäre die Überlebenden der Menschheit schützen, doch außerhalb der Mauern der Stadt waren unsere Hüter auf sich allein gestellt. Der Reisende allerdings war trotz seiner Anwesenheit kaputt, funktionierte nicht mehr richtig und schlief, so zumindest die Erklärung, die uns die NPCs im Spiel lieferten. Niemand hatte so recht eine Ahnung, was der Reisende eigentlich ist und wie er wieder erwachen könnte. Umso überraschter waren die Hüter, als die riesige Kugel plötzlich im Rahmen des Angriffs der Rotlegion auf die Letzte Stadt in Destiny 2 ein Lebenszeichen von sich gab. Zum Abschluss der Story erwacht der Reisende und schickt eine Welle an Lichtenergie durch das Sonnensystem, sogar über dessen Grenzen hinaus. Was der weiße Riese ist, ist immer noch nicht bekannt. Allerdings wissen wir bereits jetzt, dass die Energiewelle etwas Finsteres geweckt hat, nämlich die Dunkelheit.

Spoiler made by Bungie

Dominus Ghaul hat euren Hütern in Destiny 2 das Licht geklaut. Quelle: Bungie Dominus Ghaul hat euren Hütern in Destiny 2 das Licht geklaut. Die Szene nach dem Tod von Dominus Ghaul und den Credits von Destiny 2 zeigt das Erwachen der Dunkelheit eindrücklich: Zuerst erreicht das Licht des Reisenden den Merkur, dann den Mars, das Riff und das Grabschiff, bevor es schließlich unser System verlässt und merkwürdige, dreieckige Raumschiffe in Gang setzt. Ihr Ziel: die Milchstraße. Funfact an dieser Stelle: Die Fans von Destiny gehen davon aus, dass Bungies Designer mit dieser Abschlusssequenz die Reihenfolge der neuen Inhalte des Spiels angekündigt haben. Ist's euch aufgefallen? Die Energiewelle des Reisenden badet zuerst den Merkur in ihrem Licht, den Schauplatz des ersten Destiny-2-DLC "Fluch des Osiris". Danach folgt der Mars, dorthin sind die Hüter im Rahmen des zweiten DLC "Kriegsgeist" gereist. Als Drittes wird der Asteroidengürtel in das Licht des Reisenden getaucht, dorthin fliegt ihr aktuell für die Abenteuer im Riff und in der Träumenden Stadt. Deswegen glauben die Anhänger des MMO-Shooters auch, dass es in Jahr 3 von Destiny 2 wieder zurück auf das unheimliche Grabschiff geht, das Veteranen bereits aus der Destiny-1-Erweiterung "König der Besessenen" kennen.

Dieser Glaube wurde außerdem noch dadurch befeuert, dass es im Oktober im Rahmen eines heroischen Abenteuers auf dem Saturn-Mond Titan zu einem Bug kam. Spieler, die dem Abenteuer eines anderen Hüters beigetreten sind, sahen statt des Titan-Ladebildschirms den gewohnten Landeanflug auf das Grabschiff von Oryx, inklusive der altbekannten und vertrauten Musik. Die Entwickler von Bungie betonten nach Bekanntwerden des Fehlers, dass diese Sequenz "alt und nicht Teil von zukünftigem Content" sei. Damit schließen sie aber auch definitiv nicht aus, dass eure Hüter im Rahmen des nächsten Abenteuers in Destiny 2 zu Ringe des Saturns zurückkehren. Schließlich treibt dort nach unserem Sieg über den Besessenenkönig Oryx immer noch das Grabschiff.

Vex oder nicht Vex - das ist hier die Frage!

Zurück zu den pyramidenartigen Raumschiffen, die im End-Cinematic von Destiny 2 zu sehen sind und die der Dunkelheit zugeordnet werden. Das dritte Jahr von Destiny 2 wird also - wenn die Lebenszeit des Spiels sich an der des Vorgängers orientiert - von einer Erweiterung "gefüllt", die möglicherweise im Grabschiff spielt. Angesichts der Drei-Jahres-Zyklen der Destiny-Spiele deutet die Schlusssequenz von Destiny 2 also auf das hin, was uns in Destiny 3 erwartet. Raumschiffe in Pyramidenform sind den Hütern im schwebenden Zustand noch nicht begegnet, allerdings gibt es sie bereits seit der Konzeptphase des ersten Destiny - ein Artwork zeigt diese merkwürdigen Schiffe, umgeben von Gewitterwolken vor einem unbekannten Planeten.

Die schwebenden Pyramiden könnten den Vex zugeordnet werden. Sehr wahrscheinlicher ist aber, dass es sich um die Dunkelheit handelt – denn Vex nutzen keine Schiffe - hier ein Concept Art zu Destiny 1. Quelle: PCGH/Roland Austinat Die schwebenden Pyramiden könnten den Vex zugeordnet werden. Sehr wahrscheinlicher ist aber, dass es sich um die Dunkelheit handelt – denn Vex nutzen keine Schiffe - hier ein Concept Art zu Destiny 1. Ein pyramidenförmiges Gebilde findet sich auch in Destiny 2, das dazu noch den passenden Namen trägt. Auf dem Jupiter-Mond Io befindet sich im Gebiet Echo Mesa das Pyramidion, eine von den Vex in einer pyramidenartigen Struktur konstruierte Maschine, die den Mond selbst nach und nach zu einer Maschine umbaut - so wie es auch mit Merkur und Nessus geschehen ist. Asher Mir und Ikora Rey zufolge verfügt jede Maschinenwelt der Vex über ein Pyramidion. Eingangs erwähnten wir bereits, dass die Vex ebenfalls Verbindungen zur Dunkelheit haben. Das beste Beispiel dafür wiederum ist der Schwarze Garten aus Destiny 1, in dem die Vex ein Objekt anbeten, das als Fragment der Dunkelheit bezeichnet wird. Bauen die Vex, die zeitreisenden Kriegsmaschinen, also Pyramiden im Vorbild der Dunkelheit? Oder ist es wahrscheinlicher, dass das Licht des Reisenden bei seinem Erwachen "einfach nur" eine Flotte von Vex-Schiffen mit Energie versorgt hat? Vermutlich trifft Ersteres zu. Denn Vex nutzen keine Schiffe, zumindest waren bislang nie welche in den Destiny-Spielen zu sehen. Stattdessen bewegen sich die Vex mit Warptoren durch Raum und Zeit.

Die Dunkelheit im Reisenden ...

Die Hüter haben also keine klare Vorstellung davon, was die Dunkelheit ist. Das Licht lässt sich vermutlich ähnlich schlecht greifen, aber die Helden des Destiny-Universums wissen, dass diese Energie des Reisenden in ihnen steckt. Sie sorgt dafür, dass Hüter unsterblich sind - übrigens ist das eine recht schöne Kanon-Erklärung dafür, warum Titan, Jäger und Warlock millionenfach ins Gras beißen und trotzdem ständig wieder zum Leben erweckt werden. Die Macht des Lichts und des Reisenden lässt sich zum Beginn von Destiny 2 am eindrücklichsten erleben, wenn Dominus Ghaul euren Geist zerstört (Geister sind abgesplitterte Teile des Reisenden) und euer Charakter erbärmlich schwach durch die Ruinen der Letzten Stadt humpelt.

Wir müssen das Rad der Zeit noch einmal ein Stück zurückdrehen. Gerüchten zufolge sollte die Geschichte von Destiny 1 eine andere sein, und diese Gerüchte werden selbst Gamern, die sich nicht mit dem Entwicklungsprozess des Shooters auseinandergesetzt haben, irgendwann schon einmal untergekommen sein. Unter den Fans der Lore von Destiny kursiert die Theorie, dass der Reisende nicht der Gute ist, sondern der Böse. Damit wäre auch das Licht böse. Ein aufmerksamer Destiny-Fan wurde auf dem Mond Zeuge der Worte eines Gefallenen. Dieser Eliksni entdeckte den Hüter Neocitron und blubberte in gebrochenem Englisch "It's the Darkness", bevor er begann, auf den Spieler-Charakter zu ballern. Die gängige Annahme war zu dem Zeitpunkt, dass der Reisende lediglich ein Vorbote der Dunkelheit sei, quasi ein Trojanisches Pferd.

... ist die Dunkelheit in dir

Warum rödeln wir das ganze Thema eigentlich wieder warm? Weil es Gerüchte gibt. Gerüchte dazu, dass Destiny 3 seit Kurzem in der Produktionsphase angelangt ist und dazu, dass die Hüter in Destiny 3 die Macht der Dunkelheit nutzen. Diese (natürlich nicht offiziell bestätigten) Gerüchte stammen von einem Destiny-Leaker, der auch bereits in der Vergangenheit ein feines Näschen für solche Informationen bewiesen hat und damit goldrichtig lag. AnonTheNine schreibt bei der Diskussionsplattform Reddit außerdem darüber, dass die Open-World-Gebiete von Destiny 3 zu PvPvE-Zonen werden, dass sich die Spieler unter anderem auf dem Jupiter-Mond Europa tummeln und dass Destiny 3 sehr viel mehr Wert auf Rollenspielmechaniken legen soll als Destiny 2 derzeit. Am interessantesten ist aber tatsächlich der Infohappen dazu, dass wir die Dunkelheit nutzen sollen. Interessant ist das insofern nicht nur vom Standpunkt der Geschichtsentwicklung aus, sondern auch aus einem spielmechanischen Blickwinkel. Viele Destiny-Fans beklagen, dass Destiny 2 eigentlich nur Version 1.5 des Vorgängers wäre. An den Hütern selbst hat sich nämlich kaum etwas getan, sodass der Einsatz der Magie der Dunkelheit ein extremer Umbruch vom Status quo wäre. Die Klassen und ihre Skills könnten von Grund auf neu entworfen werden. Auch das Konzept der Lichtenergie, die gefallene Hüter immer wieder auf die Beine zurückholt, könnte überholt sein. Das klingt nach einer düsteren Zukunft für Destiny. Einer düsteren und spannenden!

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