Der kühne Knappe im Test: Ein Zelda-like voller Überraschungen!

Test Christopher Holler Stefan Wilhelm
Der kühne Knappe im Test: Ein Zelda-like voller Überraschungen!
Quelle: Devolver Digital

Der kühne Knappe ist ein unglaublich kreatives Action-Adventure, das ständig die vierte Wand sprengt. Und wir hätten es so gerne besser bewertet!

Abwechslung! Und nicht zu knapp!

Doch da hören die Überraschungen nicht auf: Im Verlauf der Geschichte werden wir zu allen möglichen Minispielen herausgefordert. So beweisen wir unser Können im Boxkampf, beim Bogenschießen, mehreren Rhythmusspielen, einem rundenbasierten RPG-Kampf, einem Arcade-artigen Sidescroller und einem Bubble-Shooter. So viele kreative Ideen sorgen für noch mehr Vielfalt in den ohnehin abwechslungsreichen Kapiteln.

Die zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sich das Kinderzimmer außerhalb des Buches verändert. So erleben wir die verschiedenen Kindheitsfaszinationen des Autors aus der Miniaturperspektive und finden uns in einem Weltraumthema, dem Land der Dinos und einer Ritterburg zurecht. Das Gefühl wird verstärkt, wenn wir außerdem in andere Bücher und fiktive Welten eintreten.

Jot in einem Arcade-Shooter-Minispiel. Quelle: Devolver Digital Unsere eigene Welt ist aber auch nicht von schlechten Eltern: Unser Highlight ist die Hauptstadt Artia. Dort finden wir zahlreiche Referenzen an Künstler und Gemälde verschiedener Epochen. So halten sich in der Hauptstadt unter anderem Vincent Van Gogh, die Mona Lisa und Salvador Dali inklusive schmelzender Uhr auf.

Da die vierte Wand mehrmals gebrochen wird, stellt sich manchen Figuren auch die Frage, was wirklich real ist und was nicht. Die Erkenntnis, in einer Geschichte zu leben, fällt schließlich manchen Figuren nicht so leicht wie anderen. Das brachte auch uns zum Nachdenken.

Natürlich können bei einem Action-Adventure die Collectibles nicht fehlen: Die Währung in Form von Glühlampen erlaubt es uns, beim entsprechenden Laden neue Angriffe zu lernen und Konzeptzeichnungen zu kaufen. Letztere finden wir ebenfalls zahlreich in der Welt verstreut.

Ebenso überzeugend ist die Musik: Die märchenhafte Mittelalter-Atmosphäre wird großartig eingesetzt, aber hin und wieder durch rockige E-Gitarren aufgelöst. Die Abwechslung sagt uns hier sehr zu.

Jot läuft über die Seiten, auf der die Stadt Artia abgebildet ist. Quelle: Devolver Digital Für die Hauptstory brauchen wir zwischen acht und zehn Stunden. Wer noch alle Sammelgegenstände einheimsen will, kann dafür einzelne Kapitel erneut spielen.

Besonders positiv aufgefallen ist uns außerdem die deutsche Übersetzung: Durch den Fokus auf Wörter bei den Puzzles ist das sehr wichtig. Auch die Dialoge und die Stimme des Erzählers können überzeugen. Sobald wir im Sumpf die Kroethe- und Schieler-Stadt Schleimar erreichen, merken wir, wie sorgfältig bei der Lokalisierung vorgegangen wurde.

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