Sollte man zweieinhalb Stunden in einen oscarprämierten Gangsterfilm von Martin Scorsese investieren? Man sollte nicht, man muss!
Doppelagent
Für einen Gangster ist Frank Costello (Jack Nicholson) schon ziemlich lange im Geschäft. Der skrupellose irische Pate kontrolliert den Southie genannten Süden der US-Metropole Boston nach Belieben. Die Behörden versuchen seit langem, den Schurken hinter Gitter zu bringen, doch Frank ist ihnen immer einen Schritt voraus. Das liegt in erster Linie an Colin Sullivan (Matt Damon): Von Costello im Kindesalter unter die Fittiche genommen, ist er ihm wie ein Sohn ergeben -- und arbeitet als Polizist in einer der Abteilungen, die das organisierte Verbrechen bekämpfen.
Sullivan warnt seinen Mentor rechtzeitig vor Zivilstreifen und Razzien und sorgt so dafür, dass sich sein Chef (Alec Baldwin) regelmäßig die Haare rauft. Daneben gibt es noch eine zweite Einheit, die gegen Costello ermittelt. Diese untersteht dem erfahrenen Captain Queenan (Martin Sheen) und dessen ruppigem Kollegen Dignam (genial: Mark Wahlberg). Ihnen gelingt es, mit Billy Costigan (Leonardo DiCaprio) einen verdeckten Ermittler in Costellos Gang zu schleusen. Um Billy zu schützen, bleibt dessen Identität sogar Sullivans Team verborgen. Umgekehrt weiß auch Billy nicht, wer für Costello spitzelt. Eins ist jedoch klar: Das Auffliegen der Tarnung bedeutet den Tod.
Dreamteam
Dass Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese nach "Gangs of New York" (2002) und "Aviator" (2004) bei "Departed" bereits zum dritten Mal zusammen arbeiteten, war laut Leos Aussage eher Zufall. Beiden fiel das Drehbuch unabhängig voneinander in die Hände. Das "Oscar"-prämierte Skript aus der Feder von William Monahan ("Königreich der Himmel") basierte auf dem gefeierten Hongkong-Actioner "Infernal Affairs" (DVD VISION 11/2004). Die US-Version erzählt eine leicht abgewandelte Story und hat darüber hinaus mit Frank Costello einen Charakter parat, der durch den realen Bostoner Gangster Whitey Bulger inspiriert wurde.
