Dead Space und Co.: Das macht Survival-Horror für mich so einzigartig
Kolumne
Dead Space Remake, Sons of the Forest und The Callisto Protocol: Für Redakteur Michi ist Survival-Horror derzeit ein einzigartiges Genre.
Im Remake von Dead Space sind mir die Dialoge mit meinen Begleitern daher auch schon ein wenig zu viel. Ständig melden sich die Kollegen und geben mir dadurch irgendwie ein Gefühl von Sicherheit. Im Original war das deutlich angenehmer gelöst. In vielen Action-Adventures schwirren dagegen noch etliche - mal mehr, mal weniger - charismatische Figuren um mich umher. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Protagonist im Survival-Horror nicht komplett belanglos ist.
Sowohl in Dead Space als auch in The Callisto Protocol nimmt die Vergangenheit unserer Charaktere eine wichtige Rolle ein. Schon allein aus diesem Grund möchte ich mehr über die persönliche Geschichte wissen und das macht die ohnehin schon intensive Spielerfahrung noch interessanter. Für mich übrigens eine Ursache, warum mir Resident Evil mit den neuen Teilen nicht mehr so gut gefällt wie früher. Dabei finde ich den Wechsel zur Ego-Perspektive durchaus logisch und gelungen. Nur leider ist Ethan Winters einer der langweiligsten Charaktere der Videospiele-Geschichte. Beim Durchspielen habe ich mir mehrmals gewünscht, dass die Schlaftablette endlich draufgeht. Aber der Typ ist ja quasi unsterblich.
Quelle: pcgames.de
Dead Space, The Callisto Protocol, Sons of the Forest: Das macht Survival-Horror für mich so einzigartig (5)
Es geht auch anders
Aber nicht immer braucht es einen sympathischen oder interessanten Helden als Figur. Der Protagonist aus The Forest spricht beispielsweise kein einziges Wort. Ich weiß nicht einmal, wie mein Charakter aussieht, es sei denn, ich spiele den Koopmodus und spicke auf den Bildschirm meines Mitspielers.
Und dennoch zählt das Survival-Spiel bis heute zu den besten seiner Art. Im Titel von Endnight Games macht die perfekte Mischung aus Überleben und Horror den Unterschied aus. Ich muss nicht wie in anderen Titeln ständig auf Nahrungssuche gehen. Eine große Mahlzeit am Tag reicht, wie im echten Leben eben auch.
Klar, der Basisbau nimmt dagegen viel Zeit in Anspruch, doch als Survival-Fan gehört diese Mechanik für mich dazu. Anders als in Green Hell fällt der Einstieg aber relativ leicht, wodurch The Forest auch für Einsteiger geeignet ist.
In nicht einmal einem Monat erscheint mit Sons of the Forest die Fortsetzung und ich kann es kaum erwarten, wieder ums Überleben zu kämpfen. Vor allem, da die Entwickler einen guten ersten Teil mit einigen sinnvollen Features erweitern.
Quelle: Endnight Games
Dead Space, The Callisto Protocol, Sons of the Forest: Das macht Survival-Horror für mich so einzigartig (6)
Ein KI-Begleiter, der die nervigen Aufgaben übernimmt, wechselnde Jahreszeiten, NPCs, die realistisch auf meine Entscheidungen reagieren und eine lebendige Spielwelt stehen hier im Mittelpunkt. Neben den Charakteren und der Immersion sind es solche spezifischen Gameplay-Entscheidungen, die für mich das Genre derzeit so faszinierend machen.
Natürlich muss ich abwarten, ob Sons of the Forest den Vorschusslorbeeren gerecht wird. Bisher kann ich nur sagen, dass alles sehr vielversprechend aussieht. Neben den Survival-Aspekten freue ich mich auch schon darauf, erneut dunkle Höhlen zu erkunden und mich ordentlich zu fürchten.
Ich mag zwar die Gegnertypen aus The Callisto Protocol und Dead Space, aber aus der Ruhe bringen konnten mich die Infizierten in beiden Spielen nicht wirklich. Gegen plötzlich hervorspringende Mutanten mit ihren seltsamen Bewegungen und Körperformen bin ich deutlich anfälliger. Und ein wenig gruseln möchte ich mich in so einem Horrortitel schließlich schon. Ich werde trotzdem weiter Uncharted, Gran Turismo oder GTA spielen, aber so richtig eintauchen kann ich gerade eben nur im Survival-Horror. Mal sehen, wie lange diese Phase anhält.
