Dead Space, The Callisto Protocol, Sons of the Forest: Das macht Survival-Horror für mich so einzigartig
Kolumne
Am 27. Januar ist mit dem Dead-Space-Remake ein erstes großes Highlight des Jahres erschienen. Survival-Horror-Fans kommen derzeit auch allgemein voll auf ihre Kosten. Was das Genre für unseren Redakteur Michi so besonders macht, erklärt er euch in seinem Meinungsartikel.
The Callisto Protocol, Dead Space und Sons of the Forest - innerhalb von nicht einmal drei Monaten gibt's für Überlebenskünstler einige Spiele, die PC und Konsolen zum Glühen bringen. Survival-Horror-Titel boomen wie vielleicht noch nie zuvor. Für mich und viele andere Liebhaber des Genres kann es derzeit eigentlich kaum besser laufen. An sich bin ich für viele Arten von Videospielen zu begeistern: Als Motorsport-Fan stehen Rennspiele hoch im Kurs, Action-Adventures wie Uncharted mag ich ebenfalls ziemlich gerne und was wäre die Branche ohne Sport sowie Point&Click? Ein wenig schlechter vermutlich!
Doch seit längerer Zeit hat mich das Fieber in Sachen Survival-Horror gepackt. Da gibt's die Horrorspiele mit Survival-Aspekten wie eben Dead Space, The Callisto Protocol oder diverse Resident-Evil-Teile. Survival-Spiele mit Horroreinflüssen wie Green Hell sowie The Long Dark. Und dann haben wir noch den perfekten Mix aus beiden in Titeln wie The Forest. In knapp einem Monat veröffentlicht Entwicklerstudio Endnight Games auch schon die Fortsetzung, Sons of the Forest, und ich freue mich auf das Ding wie auf kein anderes in diesem Jahr. Aber lasst mich doch mal erklären, warum die beiden Genres, also Survival und Horror, für mich so gut harmonieren.
Mittendrin statt nur dabei
Auch wenn der Begriff Survival-Horror seit vielen Jahren fest in der Gaming-Szene verankert ist, wollen die beiden Elemente auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so recht zueinander passen, wie beispielsweise bei der Zusammensetzung Action-Rollenspiel oder Action-Adventure. Überleben wird eher mit der Suche nach lebensnotwendigen Dingen, dem Looten und Crafting verbunden, während beim Horroraspekt die Angst, Grusel und das Verstecken im Vordergrund stehen.
Doch wenn ich mir überlege, dass alles noch schwieriger und daher auch auf eine bestimmte Art gruseliger wird, sobald ich nur wenig Munition für meine Waffe habe, meine Gesundheit knapp bemessen ist und ich mir sämtliche Hilfsmittel hart erarbeiten muss, dann wird mir klar: Das passt sehr wohl richtig gut!
Zudem kenne ich kein Genre, das mich näher mit meinen Charakteren zusammenbringt. Sobald sich meine Figur fürchtet, bekomme schließlich auch ich ein unbehagliches Gefühl. So entsteht eine Bindung, die das Spiel deutlich immersiver gestaltet.
Wenn ich nun beispielsweise mit Isaac Clarke in Dead Space durch die gruseligen Korridore der USG Ishimura laufe und hinter jeder Ecke, jeder Tür oder aus jedem Lüftungsschacht plötzlich ein Necromorph gesprungen kommen könnte, dann kann ich mich perfekt in seine Lage versetzen.
Nicht, dass ich schon mal im Weltall war oder mir so ein Alien-Viech über den Weg gelaufen ist, aber ich denke, ihr wisst sehr gut, was ich meine. Videospiele sind deutlich persönlicher als Filme oder Serien, schließlich habe ich einen gewissen Einfluss darauf, was als Nächstes passiert. Und viele Games aus dem Survival-Horror-Genre fangen diese Tatsache fantastisch ein.
Quelle: Motive/Electronic Arts
Dead Space, The Callisto Protocol, Sons of the Forest: Das macht Survival-Horror für mich so einzigartig (3)
Callisto vs. Dead Space
Erst am 02. Dezember veröffentlichten die ehemaligen Dead-Space-Entwickler mit The Callisto Protocol ihr neues Werk. Obwohl die Meinungen zu dem Horrorspiel recht weit auseinandergehen, sind sich aber beinahe alle einig, dass die Atmosphäre großartig ist.
In meinem Test kam Callisto deshalb besser weg, da mir die Entscheidung, mehr auf Nahkampfwaffen zu setzen, hervorragend gefallen hat. Wenn ich die fiesen Monster nah an mich herankommen lassen muss, um sie zu besiegen, finde ich das noch intensiver, als aus sicherer Entfernung meine Schusswaffen abzufeuern.
Quelle: Striking Distance Studios
Dead Space, The Callisto Protocol, Sons of the Forest: Das macht Survival-Horror für mich so einzigartig (4)
Was allerdings nicht bedeutet, dass mir das Remake zu Dead Space, das seit Kurzem ebenfalls erhältlich ist, nicht genauso viel Spaß macht. Ich bin glücklich, innerhalb von wenigen Monaten beide Spiele gezockt zu haben. Und das Wichtigste: Beide Titel sind cool und sorgen dafür, dass Survival-Horror noch mal ordentlich zulegt und an Bedeutung gewinnt.
Der wichtige Mittelpunkt
Dazu trägt auch ein interessanter Hauptcharakter bei - vielleicht sogar mehr als in anderen Genres. Häufig bin ich in solchen Spielen nämlich recht einsam unterwegs oder nur sporadisch per Funk und Videoübertragungen mit anderen Figuren verbunden. Dadurch wird der Überlebenskampf noch authentischer. Im Notfall ist niemand zur Stelle, der mich rettet, und ich bin komplett auf mich allein gestellt. Das sorgt im Endeffekt dafür, dass ich mich noch besser in die Haut meines Charakters versetzen kann.
