Dead Island 2: Großer Test zum Splatter-Fest - Auch gekürzt ein Fetzenspaß
Test 14,99 €
Dead Island 2 inszeniert Kämpfe, so brutal, man will danach am liebsten den Bildschirm abwischen. Hinter all dem Gemetzel steckt aber auch ein Action-Abenteuer, das genau weiß, was es sein will - und dabei vieles richtig macht. Doch ruinieren die Schnitte in der USK-Fassung am Ende viel vom Zombie-Spaß? In unserem Test (mit Video) zu Dead Island 2 gibt's alle Antworten.
Die Waffen unterscheiden sich in Tempo, Wucht und Wirkung. Mit einer Klinge schnitzt man zum Beispiel Gliedmaßen und Köpfe ab. Schwere Keulen dagegen bringen Feinde zuverlässig aus dem Gleichgewicht, damit macht man selbst die größeren Moderbirnen schnell kampfunfähig. Überhaupt ist der Schwierigkeitsgrad recht niedrig angesetzt, man kann aus vielen Situationen problemlos flüchten oder sich einfach stur den Weg freikämpfen. Und wenn es doch mal ganz übel kommt, könnt ihr auch eine Art Zombie-Modus aktivieren. Das Feature wird zwar erst etwa ab der Hälfte freigeschaltet, doch damit haut ihr auch binnen Sekunden alles kurz und klein - damit ist man praktisch unbesiegbar. Und selbst wenn ihr doch mal ins Gras beißt, ist das auch kein Drama: Die Respawn-Punkte sind fair gesetzt und eine Bestrafung gibt's auch nicht. Allerdings gibt es eben auch nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad - und der dürfte Hardcore-Spielern schlichtweg zu lasch sein.
Je weiter ihr in der Hauptquest kommt, desto mehr Gegnertypen erscheinen in der Spielwelt. Neben lahmen Schlurfern und schnellen Flitzern gibt es dann auch säurespuckende, explodierende oder kreischende Zombie-Varianten, die dann weitere Gegner anlocken oder auf Distanz angreifen. Hin und wieder begegnet man auch noch stärkeren Viechern, die haben dann besondere Namen und lassen in der Regel einen Schlüssel fallen, mit dem ihr dann eine Beutekiste in der Nähe aufschließen könnt. Manche Zombies haben außerdem noch besondere Eigenschaften wie brennend oder elektrisiert, das macht sie immun gegen bestimmte Schadenstypen - doch selbst damit ist das Gegnerangebot noch ziemlich überschaubar. Menschliche Gegner wie in Dying Light 2 gibt es übrigens nicht und auch Zombie-Hunde oder Roboter haben sich die Entwickler verkniffen - ihr bekommt es also immer mit Untoten (und ein paar ekligen Mutationen) zu tun.
Quelle: PC Games
Extrem brutal, aber nie wirklich schwer: Dead Island 2 ist ein Splatter-Spaß, der erfahrene Actionspieler nur wenig fordert.
Kleider machen Tote
Eine klare Stärke von Dead Island 2: die vielen Outfits eurer Gegner. Das Design der Faulköpfe richtet sich immer nach der Umgebung, das heißt, in der Nähe von Polizeiautos werden euch vielleicht Cops in schwerer Montur angreifen, am Strand sind's dann vielleicht angeknabberte Surfer im dünnen Bikini, der überhaupt keinen Schutz bietet. In der Nähe von Kontrollposten rücken euch dann vielleicht bissige Wissenschaftler auf die Pelle, oder Soldaten, die zum Teil noch Granaten am Körper tragen, die man mit einem Treffer in die Luft jagen kann. Der Look der Zombies sorgt also nicht nur optisch für Abwechslung, sondern wirkt sich hier und da auch aufs Gameplay aus.
Gegner spawnen allerdings sehr häufig nach, mit durchwachsenem Ergebnis. Meistens kriechen die Zombies brav aus Gullideckeln empor oder klettern über Zäune in den Level, manche tauchen sogar aus dem Sandstrand auf - da gibt's nix zu mecken. Hin und wieder erwischen wir die Gegner aber auch dabei, wie sie aus heiterem Himmel an Orten spawnen, die wir gerade erst freigekämpft hatten. Selten sind uns da Gegner sogar direkt vor die Füße gespawnt, ein kleiner Dämpfer für die Atmosphäre - da sollten die Entwickler also nochmal nachbessern.
Quelle: PC Games
Das Aussehen der Zombies passt oft zum Levelabschnitt.
Wie spielt es sich als Shooter?
Schusswaffen werden erst nach ein paar Spielstunden freigeschaltet, sollten dann aber zu eurer Standardausstattung gehören. Das Angebot ist nicht riesig und richtig abgefahrene Modelle hat man sich gespart, aber es gibt zumindest ein paar ordentliche Pistolen, Gewehre und Shotguns. Nur auf schweres Zeug wie Flammen- oder Raketenwerfer müsst ihr verzichten, die gibt es genauso wenig wie Bögen oder Armbrüste. Dafür sind aber auch die restlichen Knarren sehr effektiv, zum Beispiel könnt ihr manchen Gegnern einfach die Beine abschießen und sie so auf einen Schlag ausschalten. Auch die meisten Bosse erledigt man am besten auf Distanz. Munition findet sich in ausreichender Menge, notfalls stellt man sie einfach selbst her.
Quelle: PC Games
Schusswaffen erhält man erst nach einigen Stunden, dafür sind sie aber auch sehr stark, vor allem gegen Ende des Spiels.
Schusswaffen könnt ihr endlos benutzen, ganz im Gegensatz zu Nahkampfwaffen, denn die haben einen Haltbarkeitswert und gehen mit der Zeit kaputt. Man kann sie dann zwar reparieren und sogar auf höhere Levelstufen anheben, allerdings kostet das irgendwann ziemlich viel Geld. Oft ist es da sinnvoller, sich einfach nach der nächsten Waffe umzusehen. Das Inventar ist nicht gerade üppig bemessen, doch zumindest könnt ihr Items auch an Ort und Stelle in Materialien zerlegen. Damit latscht ihr dann zur Werkbank, wo man hochwertigeren Items ein paar Bonuseigenschaften verpassen kann. Je höher die Seltenheitsstufe, desto mehr Attribute dürft ihr einsetzen. Dazu braucht ihr außerdem noch Baupläne, von denen ihr im Laufe der Zeit immer mehr findet, am Ende könnt ihr euch dann wirklich mächtige Upgrades basteln. Nur schade, dass man sich nicht auch ganz eigene Waffen herstellen kann - diese Chance haben die Entwickler leider verpasst.
Quelle: PC Games
Alle Waffen dürft ihr mit Upgrades aufwerten und so stärker machen.
Überhaupt sind die Rollenspielelemente sehr überschaubar. Es gibt zum Beispiel keine Talentbäume mehr wie im Vorgängerspiel. Stattdessen schaltet ihr mit der Zeit neue Slots für Talentkarten frei. Mit denen könnt ihr euch dann verschiedene Boni und ein paar Sonderfähigkeiten verpassen. Manche Karten sind zwar deutlich nützlicher als andere (und manche sind völlig sinnlos), aber zum Glück muss man sich hier nie festlegen: Falls euch mal eine Karte nicht passt, dürft ihr sie jederzeit austauschen, selbst mitten im Gefecht.
Messer, Schere, Feuer, Licht... super gegen Zombies, nicht?
Für Waffennachschub, Rohstoffe und Geld solltet ihr die Umgebungen sorgfältig absuchen. Hier und da gibt es auch verschlossene Tore und Kisten, für die ihr dann spezielle Sicherungen oder Schlüssel braucht. Die Belohnungen sind dort zwar oft nicht besser als das Zeug, das ihr auch bei besiegten Feinden erbeuten könnt, doch uns hat das Absuchen trotzdem viel Spaß gemacht. Hier und da gibt's nämlich ein paar nette Interaktionsmöglichkeiten und sogar kleine Puzzles, um Türen zu öffnen oder Hindernisse zu überwinden.
Quelle: PC Games
Wasser plus Strom ergibt eine praktische Zombie-Falle.
Wenn ihr zum Beispiel Hydranten beschädigt, auf Rohre schießt oder einfach Kanister ausleert, die überall verteilt sind, erzeugt ihr damit Wasserpfützen. Die leiten dann beispielsweise Strom, was sich prima als schnelle Zombie-Falle eignet und oder als Überbrückung eines kaputten Kabels. Mit Wasser könnt ihr außerdem Giftpfützen vom Boden wegspülen, um so den Weg zu einer Beutekiste freizumachen. Hier und da findet man auch Batterien in der Umgebung. Die kann man dann zum Beispiel nutzen, um Generatoren oder Schalter mit Strom zu versorgen - oder man wirft sie einfach in den nächstbesten Pool voller Zombies und genießt das schöne Knisterbad.
