Dead Island 2: Großer Test zum Splatter-Fest - Auch gekürzt ein Fetzenspaß

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Dead Island 2: Großer Test zum Splatter-Fest - Auch gekürzt ein Fetzenspaß
Quelle: Plaion

Dead Island 2 inszeniert Kämpfe, so brutal, man will danach am liebsten den Bildschirm abwischen. Hinter all dem Gemetzel steckt aber auch ein Action-Abenteuer, das genau weiß, was es sein will - und dabei vieles richtig macht. Doch ruinieren die Schnitte in der USK-Fassung am Ende viel vom Zombie-Spaß? In unserem Test (mit Video) zu Dead Island 2 gibt's alle Antworten.

Es gibt ja nicht mehr viele Spiele, an denen die USK noch etwas auszusetzen hat. Dead Island 2 ist aber so ein Fall. Warum, das wird schon nach wenigen Minuten klar. Selbst im Vergleich zu anderen Zombiespielen fliegen hier gewaltig die Fetzen, wörtlich gemeint. Das Spiel ist aber nicht nur eine ganze Spur härter als sein Vorgänger, sondern auch um einiges besser. Vor ein paar Monaten hätten wir darüber vielleicht noch gelacht. Wer hätte nach der ewig langen Entwicklung wirklich noch mit einem anständigen Spiel gerechnet? Zur Erinnerung: Schon 2014 wurde an Dead Island 2 gearbeitet, zwei Studios bisschen sich an dem Projekt die Zähne aus und wurden irgendwann abgezogen. Erst vor vier Jahren wurde die Entwicklung nochmal komplett neu begonnen - diesmal bei den Dambuster Studios, also die Macher von Homefront: The Revolution (das jetzt auch nicht gerade ein Knaller war). Und doch haben sie es irgendwie geschafft, mit Dead Island 2 ein richtig ordentliches Spiel abzuliefern. Eines, das zwar arg auf Nummer sicher geht, dabei aber auch genau weiß, was es sein will - und uns im Test überraschend viel Spaß gemacht.

Hinweis: Der Artikel wurde mit massenhaft 4K-Screenshots aus der Test-Version ergänzt. Hier gibt's außerdem eine Anleitung, wie ihr das Spiel uncut für Xbox-Konsolen kaufen könnt.

Stadt statt Insel

Lasst euch vom Namen nicht täuschen: Dead Island 2 (jetzt kaufen 14,90 € / 14,99 € ) ist zwar eine Fortsetzung und erwähnt das Vorgängerspiel hier und da, doch das Inselsetting ist Geschichte. Diesmal seid ihr im zombieverseuchten L.A. unterwegs, von den Entwicklern auch liebevoll "Hell-A" genannt. Die Stadt wurde mehr oder weniger evakuiert und abgeriegelt, nur ein paar Pechvögel und Verrückte hausen noch dort. Natürlich landet auch ihr mittendrin im Zombie-Chaos und müsst nun versuchen, da irgendwie lebendig wieder rauszukommen.

Lesetipp: Dead Island 2 - Einsteiger-Tipps zum blutigen Spielstart

Sechs Spielfiguren mit unterschiedlichen Basisattributen stehen zur Wahl. Quelle: PC Games Sechs Spielfiguren mit unterschiedlichen Basisattributen stehen zur Wahl. Alle Helden sind hochwertig auf Englisch vertont. Zuerst sucht ihr euch eine von sechs Spielfiguren aus. Die unterscheiden sich ein bisschen in ihren Basisattributen, wie Abwehr, Ausdauer oder Heilung, spielen sich aber ansonsten sehr ähnlich. Trotzdem ist die Wahl wichtig, denn alle Helden sind voll vertonte Charaktere, die sich ständig zu Wort melden und in Dialogen mitmischen. Und das ist ein echter Gewinn, denn die englische Sprachausgabe ist spitze, viele Figuren kommen sympathisch rüber und auch die meisten Sprüche sind treffsicher geschrieben. Bei dem Setting (Hollywood, Glamour und Untote!) hätte das leicht schief gehen können, doch Dambuster gelingt hier ein guter Spagat zwischen Satire, Horror und nacktem Trash. Das Spiel nimmt sich also nur selten richtig ernst, verkommt aber auch nicht zur überdrehten Lachnummer. Das hat Lob verdient!

Die Story nimmt sich selten ernst, übertreibt es aber auch nicht mit den Gags. Quelle: PC Games Die Story nimmt sich selten ernst, übertreibt es aber auch nicht mit den Gags.

Weniger ist manchmal mehr

Dead Island 2 pfeift auf modernes Open-World-Design, hier gibt's keine riesige, zusammenhängende Spielwelt. Stattdessen ist man in klar abgesteckten Levels unterwegs. In vielen davon kann sich zwar ein bisschen die Beine vertreten und erkunden, doch unterm Strich kommt da nie richtiges Open-World-Feeling auf. Das hat aber auch sein Gutes, denn so können die Entwickler das Spiel ziemlich linear an der Hauptstory entlangfädeln und auch die Spielzeit artet nicht so aus: 15 bis 25 Stunden sind für einen normalen Spieldurchgang (Hauptquest und einige Nebenquests) realistisch. Wer wirklich alle Nebenquests und Herausforderungen abhaken will, kann nochmal zehn Stunden drauflegen. Das Spiel ist also nicht kurz, wird euch aber auch nicht über Wochen und Monate beschäftigen. Das passt auch gut zum Spieldesign, denn Dead Island 2 lässt sich auch in kurzen Sessions angenehm zocken und dann wieder weglegen.

Schickes Leveldesign

Es gibt zwar insgesamt nur zehn Schauplätze, aber die meisten davon sind zumindest toll gestaltet. Man ist da in Nobelvierteln wie Beverly Hills und Bel Air unterwegs, kloppt sich am Venice Beach entlang bis zum Santa Monica Pier und unterwegs gibt's auch noch ein paar Abstecher in Filmstudios, Hotels, Forschungsanlagen und so weiter. Bei der Gestaltung haben die Leveldesigner ganze Arbeit geleistet, gerade die todschicken Luxusvillen strotzen vor Details. Bei allem Prunk hat man da wirklich das Gefühl, sich durch Häuser zu kloppen, in denen ein paar Tage zuvor noch jemand gewohnt (oder gelebt...) hat.

Auch am Strand von Santa Monica dürft ihr auf Zombie-Jagd gehen. Quelle: PC Games Auch am Strand von Santa Monica dürft ihr auf Zombie-Jagd gehen. Ihr erkundet die Umgebungen in eine

m Tempo, das deutlich ans erste Dead Island erinnert: Im Gegensatz zur Dying-Light-Serie gibt es hier auch kein Free-Running oder größere Klettereinlagen. (Die haben uns übrigens richtig Spaß gemacht, aber das heißt ja nicht, dass jedes Zombie-Spiel auf Akrobatik setzen muss!). Einzig auf Fahrzeuge müsst ihr diesmal verzichten, aber die hätten auch überhaupt nicht zum Leveldesign gepasst.

Es gibt aber natürlich auch ein paar schwächere Abschnitte, zum Beispiel ein U-Bahn-Level und eine längere Passage in einer Kanalisation. Das sind in erster Linie stockfinstere, graue Betongänge - und das ist so aufregend, wie es klingt. Zumindest kommt in der Dunkelheit ein wenig Gruselstimmung auf, auch wenn es nie so spannend wird wie zum Beispiel in Dying Light 2.

Apropos Dunkelheit: Das Spiel kennt keine dynamischen Tageszeiten, stattdessen gibt's von Außengebieten einfach zwei Settings: Tag und Nacht. Die Hauptquest schickt euch anfangs noch absichtlich ins Dunkle, das soll einfach für ein bisschen Nervenkitzel sorgen. Im späteren Spielverlauf wird dan aber ein Schnellreisesystem freigeschaltet, mit dem man flott in alte Gebiete zurückkehren kann, um Schätze zu suchen, Nebenquests zu machen und so weiter. Dabei darf man sich dann auch immer aussuchen, ob man lieber bei Tageslicht oder in der Nacht spielen mag. Abseits der Atmosphäre gibt es übrigens gar keinen Grund gibt, in der Nacht zu spielen: Am Gameplay ändert sich dadurch nämlich nix.

Bildergalerie

Splatterfest für Hartgesottene

In Dead Island 2 wird gekloppt, gestochen, geschlitzt, zerfetzt und geballert, bis der Arzt kommt. (Und selbst der würde weit und breit kein Lebenszeichen mehr feststellen.) Das Kampfsystem ist ziemlich simpel gestrickt, es gibt leichte und schwere Angriffe, außerdem kann man blocken oder ausweichen, um Feinde für brutale Finisher zu öffnen und Lebenspunkte zu tanken. Dazu könnt ihr Gegner noch mit Tritten durch die Luft befördern, was oft nützlich ist, aber auch viel Ausdauer verbraucht. Und es gibt noch ein paar Wurfwaffen wie Granaten, Ninjasterne, Lockbomben und so weiter, mit denen man sich die Gegner vom Leib halten kann. (Mit Verlaub: Da fehlt ein Bumerang!) Das spielt sich gut und das Trefferfeedback fällt meistens schön wuchtig aus, auch wenn die Action auf Dauer etwas eintönig werden kann. Zumindest sorgen aber die ganzen Waffengattungen für ein bisschen Abwechslung. Es gibt Klingen, Knüppel, Schläger, Speere, Äxte, Klauen, Zangen und so weiter, alles außerdem in verschieden Ausführungen. Egal ob Katana, Rechen, Streitkolben oder Breitschwert, ihr findet reichlich davon bei besiegten Gegnern, aber auch in der Spielwelt, beim Händler und in Schatzkisten. Für Nachschub ist also gesorgt.

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