Das Comeback

Test Marc Kirzeder

Ron Howard erzählt die wahre Geschichte der Box-Legende Jim Braddock, der von Russell Crowe genial verkörpert wird

Die aufregendsten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst. Auch Ron Howards neuester Film beruht wieder auf Tatsachen. Diesmal nahm sich der "Oscar"-Preisträger ("A Beautiful Mind") der außergewöhnlichen Lebensgeschichte des New Yorker Boxers James J. Braddock an, der am 13. Juni 1935 in einem äußerst dramatischen Kampf den amtierenden Weltmeister Max Baer ablöste. Doch bevor es soweit war, durchlebten Braddock und seine Familie schwere Zeiten. "Das Comeback" erzählt von Braddocks Problemen während der Großen Depression.

Niedergeschlagen

Nach dem Börsencrash im Jahr 1929 verliert Profiboxer Jim Braddock (Russell Crowe) all seine Ersparnisse, die er in Aktien und Wertpapieren angelegt hatte. Vorbei sind die sorgenfreien Tage, in denen die Braddocks in einem feinen Haus leben können. Die Familie muss in eine Bruchbude nach Jersey ziehen und Jim das Geld für ein wenig Essen mit Gelegenheitsjobs auftreiben. Als er sich auch noch die Hand bricht und kurz darauf verletzungsbedingt einen schlechten Kampf abliefert, entzieht man ihm kurzerhand die Lizenz.

Das Karriere-Ende scheint besiegelt. Seine Frau Mae (Renée Zellweger) sorgt sich derweil um die Gesundheit der Kinder und entschließt sich schweren Herzens, sie zu besser situierten Verwandten zu geben. Für Braddock bricht eine Welt zusammen.

Dann taucht plötzlich sein alter Freund und Mentor Joe Gould (Paul Giamatti) mit einem schier unglaublichen Angebot auf: Ein Boxer hat einen Kampf abgesagt und niemand will kurzfristig für ihn einspringen. Sollte Braddock diesen einen Kampf gewinnen, könnte ihm das lange ersehnte Comeback gelingen ...

Abgespeckt

Der deutschen DVD gehen leider diverse sehens- und hörenswerte Extras der Code-1-Scheibe (Test in DVD VISION 02/06) ab. So wurden die drei Audiokommentare ersatzlos gestrichen. Auch die Featurettes über das Casting und die Interviews mit den Familienangehörigen des legendären Sportlers sind verschwunden.

Übrig geblieben sind immerhin die entfallenen Szenen mit einem deutsch untertitelten Kommentar von Filmemacher Ron Howard sowie der Beitrag "Am Boxring", in dem der berühmte Autor Norman Mailer ("Harte Männer tanzen nicht"), Howard (Regie), Akiva Goldsmith (Drehbuch) und Brian Grazer (Produzent) gemeinsam den originalen Boxkampf aus dem Jahr 1939 Revue passieren lassen.

Fazit

Film-Check: Ron Howard und Russell Crowe sind seit "A Beautiful Mind -- Genie und Wahnsinn" ein eingespieltes Dreamteam und beweisen auch bei diesem spektakulären Biopic über den Boxer James J. Braddock ihr Ausnahmetalent.Die typisch amerikanische Underdog-Story wurde von Howard höchst professionell in Szene gesetzt und zeigt auf ebenso fesselnde wie realistische Weise, dass man mit Willenskraft alles erreichen kann. Crowe brilliert in der Hauptrolle. Als Nebendarsteller begeistert vor allem Paul Giamatti. Auch wenn manche Kritiker ein übertriebenes Pathos bemängelten: Das anspruchsvolle Drama geht nicht nur Box-Fans unter die Haut.
DVD-Fazit: Technisch ist die Scheibe überdurchschnittlich gut umgesetzt worden. Bild- und Tonqualität sind beinahe einwandfrei. Dass die Special Features gegenüber der Code-1-Scheibe so reduziert wurden, ist allerdings bedauerlich.

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