Darkest Dungeon 2 im Early-Access-Test: Der noch dunklere dunkelste Dungeon?
Test
Darkest Dungeon 2 ist (vorerst) exklusiv mit Early-Access im Epic-Games-Store gestartet. Was die zweite Runde des finsteren Rogue-Like-Dungeon-Crawler kann und inwiefern die Unterschiede zum ersten Teil ausfallen, erfahrt ihr von uns im Early-Access-Test.
Der erste Teil von Darkest Dungeon ist, wie der Name schon vermuten lässt, sehr düster. Sowohl das Setting, als auch die ganze Optik haben starke Horror-Elemente, sogar das eigentliche Gameplay ist wirklich fies an vielen Stellen. Von seinem direkten Nachfolger Darkest Dungeon 2 erwartet man logischerweise eine Steigerung, also noch düsterer und fieser zu sein.
Entgegen aller Erwartungen trifft diese Annahme vorerst aber nur teilweise zu. Obwohl die Atmosphäre und die Optik im Vergleich zum ersten Teil noch weiter anziehen, wird das Gameplay an vielen Stellen sogar aufgelockert und um interessante neue Ideen erweitert.
Wie sich Darkest Dungeon 2 genau schlägt und das vor allem im Vergleich zum ersten Teil, erfahrt ihr nun von uns, denn wir haben uns durch den derzeit im Early Access befindlichen Titel geschlagen.
In diesem Artikel
Darkest was?
Beginnen wir aber mal ganz simpel. Worum geht es eigentlich in Darkest Dungeon 2? In Darkest Dungeon 2 schnappt Ihr euch eine Gruppe von vier (mehr oder weniger) mutigen Abenteurern und fahrt mit ihnen in einer Kutsche durch eine von Dämonen, Monster und Banditen verseuchte und verwüstete Welt.
Quelle: PC Games
Der Artstyle überzeugt besonders bei den in Teil 2 neuen 3D-Umgebungen.
Diese Kutsche stellt direkt eine der größten Neuerungen im Vergleich zum ersten Teil dar. Anstatt euch per Karte durch die einzelnen Räume eines Dungeons zu navigieren, fahrt ihr mit der Kutsche in einer wirklich schön ausgearbeitet 3D-Umgebung tatsächlich umher und kommt so weiter auf eurem Abenteuer voran.
Im ersten Teil ist es außerdem so, dass ihr einen bestehenden Spielfortschritt habt und lediglich die einzelnen Dungeon-Besuche zufallsgeneriert sind. Eure Truppe und deren Ausrüstungen und Upgrades bleiben also von Dungeon zu Dungeon bestehen, sofern sie überleben.
Das hatte zur Folge, dass ihr in einer unglücklichen Situation auch gerne mal euer gesamtes Team verliert und dann viel Zeit investieren müsst, um neue Leute zu rekrutieren und trainieren, um es dann überhaupt erneut versuchen zu können.
Klar, das macht auch zum Teil den Reiz eines solchen Titels aus. Ständig mit dem Gedanken spielen zu müssen, ob es nicht doch schlauer ist sich zurückzuziehen, um nicht seine wertvollen Truppenmitglieder zu verlieren, ist mit der Zeit aber ziemlich auslaugend.
Quelle: PC Games
Ihr könnt verschiedene Gebiete mit der Kutsche bereisen, die alle auf eigene Art und Weise mit schauriger Atmosphäre überzeugen.
Dieser essenzielle Aspekt des ersten Teils wurde nun geändert. In Darkest Dungeon 2 wird auf ein eher klassisches Rogue-Like-Prinzip gesetzt, das heißt tot ist tot und man startet wieder komplett von vorne. Jeder Versuch einen Dungeon zu erkunden steht also für sich selbst und es gibt quasi keine Möglichkeit über mehrere Versuche hinweg stärker zu werden. Das klingt in der Theorie noch frustrierender, in der Praxis entpuppt es sich aber als deutlich angenehmer.
Immer wieder abgeschlossene Spieldurchläufe (egal ob durch Sieg oder Niederlage) ergeben einfach mehr Sinn, da es auf Dauer deutlich weniger dazu kommt, dass einzelne Charaktere oder sogar die ganze Gruppe auf dem Weg sterben. Der Frustfaktor bei einer Niederlage ist aber immer noch gegeben, was auch wichtig für dieses Spielprinzip ist.
Das Frustgefühl ist aber deutlich kurzweiliger, da man nicht so viel Zeit investieren muss, um sein Team wieder auf Vordermann zu bringen, sondern einfach direkt in den nächsten Versuch starten kann.
Die Kämpfe treffen genau ins Schwarze!
Quelle: PC Games
In den Kämpfen stellen sich euch teils bizarre Monstrositäten entgegen.
Bei den Kämpfen wird im Gegensatz dazu nicht so viel Neues probiert. Muss es aber auch nicht, denn das Kampfsystem des ersten Teils war schon sehr stark. Den Feinden stellt ihr euch hierbei in klassischen rundenbasierten Kämpfen gegenüber.
Jeder Charakter kommt mit einem Set an Skills aus denen Ihr euch eure Favoriten für den Kampf aussuchen könnt. Im Laufe der Zeit könnt ihr diese dann auch upgraden. Es gibt eher offensivere oder defensivere Fähigkeiten, Buffs und Debuffs, aber auch diverse Damage-over-time-Effekte, wie man es aus allen möglichen rundenbasierten Spielen kennt. Das Rad wird hier also nicht neu erfunden, alle Genre-typischen-Elemente sind aber vorhanden und gut umgesetzt.
Dafür besonders wichtig in Darkest Dungeon: die Position des jeweiligen Charakters in eurer Formation. Neben der Entscheidung, welche Charaktere ihr mitnehmt und mit was für Skills ihr sie ausstattet, müsst ihr zusätzlich noch überlegen, wo ihr sie positioniert.
Manche Angriffe können nur von bestimmten Positionen ausgeführt werden und treffen dann auch nur bestimmte Positionen in den Reihen der Gegner. Hier ist ein weiteres Level an Taktik gefragt, da es sowohl bei den eigenen Klassen, als auch bei den Gegnern, viele Fähigkeiten gibt, die eure Formation durcheinanderbringen.
Fans des ersten Teils werden sich hier besonders heimisch fühlen, da das Kampfsystem größtenteils aus dem Vorgänger übernommen wurde und nur durch neue Mechaniken, wie die Charakter-Beziehungen, einen neuen Fokus erhält. Apropos Beziehungen...
Wo die Liebe hinfällt
Quelle: PC Games
Auch mitten in einem Kampf kann es zu zickigen Auseinandersetzungen der Charaktere kommen.
Das größte Alleinstellungsmerkmal von Darkest Dungeon 2 ist der Fakt, dass die Charaktere untereinander platonische und romantische Beziehungen führen können. Aber auch das genaue Gegenteil, also sich zerstreiten und gegenseitiger Hass, ist möglich.
Sämtliche Entscheidungen, die ihr im Kampf oder auch außerhalb fällt, können bei den Charakteren entweder auf Anklang stoßen oder einen Konflikt in der Gruppe auslösen. Je nachdem kann das dann dafür sorgen, dass die Charaktere sich näherkommen oder sich immer schlechter untereinander verstehen.
So können Charaktere miteinander gewisse Beziehungsstufen wie "Hass", "Respekt" oder "Liebe" erreichen, die dann diverse Vor- oder Nachteile gewähren. Zum Großteil sind die positiven Beziehungen natürlich die, die man anstrebt, da sie fast ausschließlich positive Auswirkungen im Kampf haben.
Die Betonung liegt auf fast. Der Beziehungsstatus "Liebe" sorgt zwar dafür, dass sich die beiden verliebten Charaktere gegenseitig heilen, buffen und sogar vor Angriffen schützen, bringt aber gleichzeitig auch den Nachteil der Eifersucht. Der kann dann zum Beispiel unterbinden, dass ein anderes Teammitglied, statt dem jeweiligen Partner geheilt oder verteidigt wird. In jedem Fall aber besser als zum Beispiel "Hass" oder "Missgunst", welche nur negative Auswirkungen auf die Gruppe haben.
Die Beziehungen auf einem möglichst hohen Level zu halten ist essenziell zum guten Vorankommen in Darkest Dungeon 2. Oftmals lohnt es sich sogar auf Proviant oder neue Ausrüstungsteile zu verzichten, um eine Entscheidung zu treffen, die sich positiv auf die Beziehungen in der Gruppe auswirkt.
Die Welt ist euer Schlachtfeld
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Quelle: PC Games
Bei Entscheidungen werden die zustimmenden Charaktere gelb hinterlegt. Diejenigen, die eurer Wahl eher abgeneigt sind, bekommen eine leicht blaue Umrandung.
eben den Kämpfen kommt es auch immer wieder zu anderen Events, wie zum Beispiel dem Antreffen von verzweifelten Zivilisten, denen ihr dann entweder helfen oder sie bestehlen könnt. Beides hat seine Vor- und Nachteile.
Eher heldenhaftes Handeln kann sich hier zum Beispiel oft positiv auf Beziehungen auswirken, liefert im Gegensatz zu einem Überfall aber natürlich keine, oder zumindest weniger neue Items.
Auf eurer Reise mit der Kutsche werdet ihr unter anderem auch noch auf ein Lazarett stoßen, bei dem ihr euch heilen und eure Krankheiten behandelt könnt. Ihr werdet den Horter kennenlernen, der eine große Auswahl an Items zum Handeln bietet. Und ihr werdet natürlich auch diverse Schätze und Upgrades finden.
Gegner können einfach so auf dem Weg auftreten. Es gibt aber auch spezielle Festungen, Kultisten-Standpunkte oder ähnliche Plätze, bei denen besonders starke/viele Gegner herausgefordert werden können, die dann aber auch besseren Loot bieten.
Ein besonders erwähnenswerter Ort wäre noch der Wachturm. Dieser taucht ein Mal pro Gebiet auf und offenbart euch beim Besuchen die komplette Karte für das restliche Gebiet. Das ist sehr vorteilhaft, da diese sonst an vielen Stellen nur mit dicken Fragenzeichen versehen ist.
Die Komplexität kommt dann davon, in all den verschiedenen Kämpfen und Events die Lage richtig einzuschätzen, passende Entscheidungen zu treffen und seine Ressourcen logisch zu managen. Geht man lieber zum Horter oder bestreitet man einen weiteren Kampf? Lohnt es sich mehr den Wachturm zu besuchen oder ist es aktuell notwendig im Lazarett vorbeizuschauen?
Darkest Dungeon 2 stellt einen hier immer wieder vor schwierige Entscheidungen, welche die aktuelle Situation komplett auf den Kopf stellen können.
Das Ganze wird noch spannender durch den Fakt, dass bei den meisten Abzweigungen die Charaktere in der Kutsche ihre präferierte Route bekannt geben. So will das verletzte Gruppenmitglied natürlich eher ins Lazarett, wohingegen der ausgeruhte und kampfhungrige Krieger natürlich lieber eine weitere Schlacht bestreiten würde.
Durch das Erfüllen des Routen-Wunsches eines Charakters sinkt dessen Stresslevel, bei allen anderen steigt es dafür. Allgemein spielt Stress auch in Darkest Dungeon 2 wieder eine große Rolle.
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