Dark Messiah of Might & Magic ist immer noch ein Unikat!

Special Stefan Wilhelm
Dark Messiah of Might & Magic ist immer noch ein Unikat!
Quelle: Ubisoft

17 Jahre alt und immer noch ein Unikat: Dark Messiah of Might and Magic bot 2006 ein tolles First-Person-Kampfsystem und ließ dank der Power der Source-Engine ordentlich die Physik-Muskeln spielen. Wir sind erneut zum dunklen Messias geworden und erklären, warum das zweite Spiel der Arkane Studios immer noch ein Mordsspaß ist!

Gegen Ende des Spiels dürfen wir uns noch entscheiden, welche der beiden Love Interests wir retten wollen, was die Story nicht unbedingt interessanter macht, sich aber immerhin aufs Gameplay auswirkt. Xana verleiht uns eine mächtige Dämonenform, mit der wir Gegner schnell niedermähen, aber kontinuierlich Lebenspunkte verlieren. Tilgen wir sie aus unserem Kopf und retten Leanna, können wir dagegen heilige Drachenstahlwaffen benutzen, die mächtigsten Gegenstände im Spiel. Als bloßes Vehikel, um uns von einem Ort zum nächsten zu schicken, erfüllt die Story aber ihren Zweck. Dabei hilft auch, dass sich Dark Messiah dank der Source-Technologie für ein 17 Jahre altes Spiel immer noch sehen lassen kann, auch abseits der gelungenen Physik. Düstere Gruften und Nekromantenverstecke, monumentale Gebäude, hübsche Panoramen, gelungene Beleuchtung und detaillierte Charaktermodelle lassen heute noch erahnen, dass das Spiel zum Release technisch zur absoluten Spitzenklasse gehörte.

Wer Dark Messiah heute nochmal oder zum ersten Mal erleben will, hat mehrere Optionen. Zum einen könnt ihr euch die PC-Retail-Version besorgen, solltet aber bedenken, dass das Spiel hierzulande ursprünglich nur geschnitten auf den Markt kam, obwohl die USK auch der Uncut-Fassung die 18er-Freigabe erteilte. Auf der Xbox 360 existiert außerdem eine recht verbuggte sowie grafisch und spielerisch deutlich abgespeckte Version namens "Elements". Auf Xbox One oder Series-Konsolen läuft die allerdings nicht.

Wir empfehlen euch daher, die unzensierte PC-Version von Dark Messiah für den schmalen Preis von fünf Euro auf Steam zu kaufen. Die ist vollständig auf Deutsch verfügbar und lässt sich mit einer Handvoll Einstellungen auch auf einem aktuellen Rechner spielen.

Nützliche Fixes für moderne PCs

Zum einen brauchte das Spiel bei uns eine Begrenzung auf 60 fps, um nicht zu stottern. Die aktiviert ihr auf Steam folgendermaßen: In der Bibliothek Rechtsklick auf Dark Messiah of Might & Magic Singleplayer > Allgemein > Startoptionen. In die Zeile schreibt ihr "+fps_max 60" (ohne Anführungszeichen!) und schließt das Fenster. Im Spiel selbst solltet ihr dann noch in den erweiterten Videooptionen VSync aktivieren. Falls euch manche Animationen trotzdem noch stottrig vorkommen, liegt das wohl daran, dass sie ursprünglich in einer niedrigeren Framerate aufgenommen wurden. Das Spiel läuft also, wie es soll.

Zum anderen wollte Dark Messiah unsere Optionen nicht speichern, bis wir den zugehörigen Registry-Eintrag gelöscht hatten. Das geht so: Windowstaste + R > regedit ins Suchfeld eintippen > Ausführen. Im Registry-Editor klickt ihr euch dann diesen Pfad entlang:

Computer > HKEY_CURRENT_USER > SOFTWARE > Valve > Source > mm > Settings. Hier löscht ihr per Rechtsklick den ganzen "Settings"-Ordner. Dark Messiah wird ihn beim nächsten Spielstart neu anlegen und sollte sich ab jetzt eure Optionen merken.

Falls euch das Spiel häufig abschmieren sollte, könnt ihr versuchen, mit einem Tool namens Large Address Aware die mm.exe-Datei in eurem Dark-Messiah-Programmordner zu patchen. Das Tool sorgt dafür, dass Dark Messiah mehr als 2GB RAM benutzen kann - ansonsten kann bei hohen Einstellungen nach einer gewissen Spielzeit der Arbeitsspeicher volllaufen, was einen Absturz zur Folge hat. Das Tool findet ihr hier.

Sareth zielt mit seinem Bogen auf einen blinden Drachen. Quelle: PC Games

Keine Aussicht auf die Rückkehr des Messias

Insgesamt ist Dark Messiah immer noch einen Durchgang wert - zumindest, wenn ihr kein Story-RPG erwartet und ihm sein stellenweise hakeliges Gameplay verzeihen könnt. Dafür werdet ihr nämlich mit einem der besten First-Person-Nahkampfsysteme belohnt, eingebettet in eine Fantasy-Sandbox, für die es bis heute keinen zufriedenstellenden Ersatz gibt.

Denn nach Prey, Deathloop und bald Redfall scheint sich Arkane mittlerweile eher im Shooter-Genre zuhause zu fühlen, und dass ein Microsoft-Studio irgendwann nochmal Ubisofts eingeschlafene Might-and-Magic-Lizenz in die Finger bekommt, ist mehr als unwahrscheinlich. Multiplayerfreunde können sich immerhin bei Chivalry 2 wuchtige Schwertkämpfe liefern und mit Gegenständen um sich werfen. Im Singleplayersegment bleibt Dark Messiah aber die beste und einzige Option, um in einem Fantasy-Setting mal richtig schön physikalisch die Sau rauszulassen.

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