Video-Spiele zum anhören – ob das funktioniert?
David mit seinem Partner Uwe Boll
Cynamite: Wie kamen Sie auf die Idee, aus Videospielen richtige Hörspiele zu machen?
David Holy: Ich bin selbst begeisterter Videospieler und habe eine nicht gerade kleine Sammlung
an Konsolen- und PC-Spielen. Auf der anderen Seite bin ich auch ein eingefleischter Hörspielfan.
Und irgendwann kam einfach beides zusammen. Games erzählen oft sehr schöne und spannende
Geschichten, vor allem bei Rollenspielen sind diese sehr stark ausgeprägt.
Cynamite: Sind die Geschichten in den Spielen nicht immer gleich? Meist will ein böser Typ die
Welt zerstören und der Spieler muss es verhindern. In Rollenspielen leidet dieser Held auch gerne
mal an Gedächtnisverlust und ist eigentlich ein adeliger Superfighter, was sich allerdings erst nach
und nach offenbart.
David Holy: Das muss unter uns bleiben, dass ist TOP Secret! Seit Jahrtausenden werden die
Geschichten immer nach demselben Muster gestrickt. Ein hilfreiches Buch ist hier Die Odysee des
Drehbuchschreibens, in dem die sogenannte Heldenreise etwas genauer definiert wird. Es ist die
Komposition aus Story, Charakteren und Dialogen die ein gutes Skript ausmacht. Aus diesem
Grund wird das FarCry-Hörspiel sicher eine ganz andere Erfahrung als das Game selbst.
Cynamite: Wie sind Sie Uwe Boll begegnet?
David Holy: Gute Frage.
Cynamite: Gute Frage, aber schlechte Antwort! Warum so schweigsam, Herr Holy? Angst vor dem
obligatorischen Boll-Bashing? Ich versichere Ihnen, dass ich ein Verfechter Uwe Bolls bin. Wenn
mir jeweils Steven Spielberg und Uwe Boll einen Job anbieten würden, dann würde ich Herrn
Spielberg absagen.
Ich bin sogar der Meinung, dass Boll locker mit Spielberg mithalten könnte,
wenn er ähnlich hohe Budgets zur Verfügung hätte. Ich gehe sogar noch weiter: Uwe Boll hätte mit
der gleichen Kohle einen fünfmal besseren Indiana Jones 4 auf die Beine gestellt! Darum frage ich
Sie noch einmal: Wie sind Sie Uwe Boll begegnet?
David Holy: Zum ersten Mal direkt in seiner Villa. Ich hatte einen Termin wegen den
Lizenzverhandlungen und musste eine ganze Stunde auf ihn warten, da er beim Joggen war. Nur um
dann zu erfahren, dass er längst per Mail abgesagt hatte. Dennoch kamen wir an diesem Tag
ziemlich gut zurecht und waren uns einig.
Witzig war auf jeden Fall die Person die mir die Tür öffnete, diese war japanisch/koreanisch und mit einem Bademantel bekleidet. Zuerst dachte ich mir: Nicht schlecht, der Mann hat einen Butler! Das war aber nicht der Fall. Die Wartezeit habe ich mir mit dem Betrachten des Postal Directors Cut um die Ohren geschlagen.
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