Wahl-Special Teil 2 - SPD: "Die Killerspiel-Debatte greift zu kurz"

Special Dominic Eskofier

Welcher Partei sollen Spielefans bei der Bundestagswahl ihre Stimme geben? Wir haben den großen Parteien Zocker-Fragen gestellt. Heute kommt die SPD dran - hier die Antworten!

11. Die SPD plant in ihrem Wahlprogramm einen „Medienführerschein“ für Jugendliche. Was hat es damit auf sich?

SPD: Kommunikation hat sich verändert. Jeder kann Informationen ins Netz stellen. Diese neuen Kommunikationsstrukturen stellen uns vor große Herausforderungen. Eine dieser Herausforderung ist die Entwicklung individueller Medienkompetenz. Ohne diese können wir uns in der von Medien durchdrungenen Welt nicht angemessen bewegen. Es gehr aber nicht einfach nur um die Beherrschung technischer Abläufe. Vielmehr muss es darum gehen: Wie filtere ich aus der Menge an Informationen diejenigen, die ich benötige? Wo finde ich sie? Sind die gefundenen Informationen richtig? Kann ich mich auf sie verlassen? Zur Medienkompetenz gehört das Wissen, wie ich meine persönlichen Daten schützen kann. Welche Spuren hinterlasse ich im Netz? Für die individuelle Entwicklung und Identitätsbildung sind gerade Fähigkeiten zur interaktiven Kommunikation, zur kompetenten Mediennutzung und zur kritischen Auseinandersetzung mit Medieninhalten das notwenige Rüstzeug. Vor diesem Hintergrund ist Medienkompetenz eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation in der Informations- und Kommunikationsgesellschaft. Mit dem Medienführerschein wollen wir Kindern und Jugendlichen helfen, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden.

12. Die SPD hat das Verbreitungs- und Herstellungs-Verbot von gewalthaltigen Spielen mitgetragen. Wird ihre Partei dieses Verbot auch im Bundestag aktiv unterstützen?

SPD: Ein wirksamer Jugendmedienschutz ist und bleibt ein zentrales Ziel der Jugend-, Familien und Medienpolitik der SPD. Dennoch aber greifen Verbotsdiskussionen allein zu kurz. Die existierende Rechtslage, auf die wir oben hingewiesen haben, wird allerdings bei einer Verbotsdiskussion häufig übersehen. Wir haben es nicht mit einem Mangel an Gesetzen zu tun, sondern mit einem Mangel an Umsetzung. Im Vordergrund unserer Bemühungen zur Umsetzung eines wirksamen Kinder- und Jugendmedienschutzes steht die Förderung und Stärkung von Medienkompetenz in Familien. Dass dies notwendig ist, hat die Evaluation des Hans-Bredow-Institutes wissenschaftlich bewiesen.

Das komplette Regierungsprogramm der SPD findet ihr hier.

Am 27. September ist Bundestagswahl! Wir gehen wählen, und ihr?

Immer noch unschlüssig? Ein Besuch beim Wahl-O-Mat kann die Entscheidung erleichtern!

Das waren die Aussagen der SPD zu unserem Fragenkatalog zur Bundestagswahl 2009. Was haltet ihr von den Aussagen? Diskutiert in den Kommentaren!

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