Welcher Partei sollen Spielefans bei der Bundestagswahl ihre Stimme geben? Wir haben den großen Parteien Zocker-Fragen gestellt. Heute kommt die SPD dran - hier die Antworten!
5. Wo beginnen für Sie so genannte "Killerspiele"?
SPD: Es gibt gute und schlechte Spiele. Sinnvolle und weniger sinnvolle. In jedem Fall aber lehnen wir Sozialdemokraten eine Pauschalisierung ab. Die Grenze wird da überschritten, wo Spiele Straftatbestände erfüllen, weil sie etwa Gewalt verherrlichend oder Gewalt verharmlosend. Solche Spiele lehnen wir ab.
7. Wie will Ihre Partei in Zukunft die Medienkompetenz von Erziehungspersonen fördern?
SPD: Medienkompetenz ist der Schlüssel für einen verantwortungsvollen Umgang beispielsweise mit Computerspielen. Die Vermittlung von Medienkompetenz muss im Elternhaus, im Kindergarten, in der Schule und in der Jugendarbeit gestärkt werden. Wir müssen unseren Kindern zeigen, dass die einfachen Rollenmuster in den Computerspielen der sozialen Realität nicht entsprechen. Es gibt nicht nur Helden oder Verlierer. Der Alltag ist komplexer und Gewalt ist kein legitimes Mittel. Das müssen wir ihnen vorleben. Wir müssen sie bei der Differenzierung zwischen virtueller und faktischer Realität unterstützen.
8. Wie steht Ihre Partei zum Zugangserschwerungsgesetz, mit dem potenziell gefährliche Webseiten gesperrt werden können?
SPD: Mit dem Zugangserschwerungsgesetz haben wir doch gerade in einem Spezialgesetz – und eben nicht im Telemediengesetz - festgeschrieben, dass es nur um die Sperrung von Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten geht. Und dies erst, wenn man mit dem löschen nicht vorangekommen ist. Die Verkehrs- und Nutzungsdaten, die bei der Umleitung auf die Stopp-Meldung anfallen, dürfen nicht zu Zwecken der Strafverfolgung gespeichert werden. Und außerdem ist die Speicherung von Nutzerdaten ist nicht vorgesehen.
10. Bei unseren Lesern entsteht der Eindruck, dass es sich bei den genannten Problemen um einen Generationenkonflikt handelt. Wie sehen Sie das?
SPD: Die Generationen haben unterschiedliche Lebenserfahrungen, besonders im Bereich der modernen Kommunikationsmittel. Die Jungen wachsen heute selbstverständlich mit dem Internet auf. Aber auch immer mehr ältere Menschen gehen ins Netz. Das Thema Internetsperre ist da ein wichtiges Thema. Es gibt auch andere wichtige Themen: Viele junge Menschen engagieren sich im Bereich Anti-Atomkraft, gerechte Weltwirtschaft, gegen Nazis, für soziale Gerechtigkeit. Wichtig ist immer: Gespräche zu suchen, Erfahrungen auszutauschen und von den Erfahrungen der jeweils anderen Generation zu profitieren.
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