Ein deutsches Unternehmen entwickelt ein neues Kino-Soundsystem und hat dabei auch Heimanwendungen im Auge. DVDVISION nahm das neue Format unter die Lupe
Wer kennt das nicht? Der DVD-Sammlung mangelt es an Neuheiten und das TV-Programm hat ebenfalls nichts Sehenswertes zu bieten. Also begibt sich der Film-Fan ins nächste Kino, um für zwei Stunden vom Alltag abzuschalten. Doch wenn nur noch Plätze weit außerhalb der Mitte frei sind, gerät der spontane Kinobesuch zum akustischen Desaster. Dialoge wie Effekte wirken deplatziert und das Gefühl, sich mitten im Geschehen zu befinden, will sich einfach nicht einstellen.
Auch Heimkino-Enthusiasten kennen das Problem. Der beliebteste Platz ist immer der so genannte "Sweet Spot": Das akustische Zentrum, auf das alle Lautsprecher der heimischen Surround-Anlage eingemessen werden. Nur hier kommt der Zuschauer in den vollen Genuss des perfekten Surround-Sounds. Bereits wenige Zentimeter außerhalb der Mitte ist der Effekt nicht mehr optimal.
Innovation "Made in Germany"
In naher Zukunft soll ein neues Klangsystem die Surround-Sound-Wiedergabe revolutionieren und bestehende Formate wie Dolby Digital, SDDS und dts ersetzen. Das Zauberwort lautet Wellenfeldsynthese. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut Digitale Medien Technologie (IDMT) hat Diplom-Ingenieur Berthold Schlenker das IOSONO-Klangsystem entwickelt. Als Spin-off entstand die Firma SchlenkerTec, die das System zur Marktreife weiterentwickelt.
Aber was bedeutet Wellenfeldsynthese und wie funktioniert IOSONO? Das Grundprinzip ist schnell erklärt. Anstelle von diskreten Lautsprechern für die einzelnen Surround-Kanäle (Links, Center, Rechts, Rears, Backsurrounds und Subwoofer) kommen Panels zum Einsatz, die mit je acht Lautsprechern bestückt sind und den gesamten Kinosaal umgeben. In Berlin wurde ein abgespecktes Setup installiert: sechs Panels hinter der Leinwand und vier weitere im hinteren Teil des Kinosaals. Daraus ergibt sich die beeindruckende Anzahl von 80 Einzellautsprechern.
