Cyberpunk 2077: Phantom Liberty erstmals angespielt - Eine Erweiterung mit guten Ideen
Special
Wir konnten Phantom Liberty, die Erweiterung zu Cyberpunk 2077, erstmals selbst anspielen und berichten in der Vorschau von unseren Eindrücken. Mit dem Add-on erwarten euch nicht nur jede Menge neue Inhalte, sondern auch frische Features und Verbesserungen.
Neben The Witcher 3, das erst kürzlich die Marke von 50 Millionen verkauften Exemplaren erreichte, gehört auch Cyberpunk 2077 zu den Erfolgsgeschichten von CD Projekt. Das futuristische Rollenspiel sorgte im vergangenen Quartal wieder für einen Großteil des Umsatzes des polnischen Entwicklers. Dabei standen die Zeichen zunächst nicht gut für den Titel. Zwar war die Umsetzung des beliebten Pen&Paper-Universums auch zu Release schon ein herausragendes Rollenspiel-Erlebnis. Die eigentlichen Qualitäten gingen aber zunächst völlig ob der technischen Probleme unter, die das Spiel vorwiegend auf den Konsolen der vorherigen Generation hatte. Durch beharrlichen Support der Entwickler hat sich der Titel, von dem inzwischen auch bereits mehr als 20 Millionen Kopien verkauft wurden, aber dennoch zum Erfolg gemausert. Auch die gelungene Netflix-Serie Edgerunners hat da sicherlich seinen Teil beigetragen.
Mit der Erweiterung Phantom Liberty soll nun noch in diesem Jahr ein neues Kapitel für Cyberpunk 2077 (jetzt kaufen ) aufgeschlagen werden. Wenn der DLC wie geplant am 26. September 2023 erscheint, sind bereits fast drei Jahre seit der Veröffentlichung des Hauptspiels vergangen. Bei The Witcher 3 wurden die beiden großen Erweiterungen noch innerhalb eines runden Jahres nachgeschoben. Dass sich die Entwickler diesmal so viel Zeit genommen haben, ist aber auch Ausdruck der Veränderungen, die das Release-Drama von Cyberpunk im polnischen Studio ausgelöst hat. Damit vergleichbares nicht wieder passiert, wurden die internen Abläufe verändert, dem Team mehr Mitspracherecht eingeräumt und der gesamte Entwicklungsprozess transparenter gestaltet. Entsprechend entstand die Erweiterung Phantom Liberty auch ohne Crunch, für den CD Projekt RED in der Vergangenheit auch schon negativ in die Schlagzeilen geraten war. Von diesen Umdenkprozessen berichtet uns Level-Designer Miles Tost, den wir anlässlich eines Anspieltermins treffen. Wir durften nämlich bereits ein wenig in die Erweiterung reinspielen und uns einige der neuen Features anschauen, die im Zuge von Phantom Liberty in das Rollenspiel integriert werden.
Quelle: CD Projekt
Cyberpunk 2077: Phantom Liberty in der Hands-on-Vorschau (4)
Präsidentin in Not
Das Add-on wird kein eigenständiges, vom Hauptspiel losgelöstes Erlebnis sein. Vielmehr werden die neuen Inhalte direkt in das Hauptspiel integriert, sodass ihr sie während eines normalen Durchlaufes von Vs Abenteuer erlebt. Miles Tost hat das mit dem Nomad-Handlungsstrang rund um Panam und ihren Clan im Hauptspiel verglichen. Dieser nimmt eigentlich eine prominente Rolle im Ablauf des Spiels ein, kann aber im Grunde auch völlig ausgelassen werden. So ähnlich wird sich auch Phantom Liberty in das Gesamtkonstrukt einfügen. Schauplatz der Ereignisse der Erweiterung ist Dogtown, ein größtenteils von der Außenwelt abgekapselter Distrikt von Night Citys Stadtteil Pacifica. Hier regiert eine Miliz unter der Führung von Colonel Hansen mit harter Hand und völlig losgelöst von den Gesetzen der Stadt oder der New United States of America. Normalerweise bleibt die anarchistische Gesellschaft von Dogtown unter sich und kontrolliert streng, wer sich in ihr Viertel verirrt. V verschlägt es jedoch in das Gebiet, als ein Netrunner der NUSA Kontakt aufnimmt und unserem Protagonisten lebenswichtige Hilfe im Gegenzug für unsere Unterstützung anbietet.
Die im Anflug auf Night City befindliche Space Force One mit NUSA-Präsidentin Rosalind Myers an Bord wird nämlich über Dogtown abgeschossen. Es ist nun Vs Aufgabe, die Präsidentin zu finden und in Sicherheit zu bringen. Aber natürlich ist auch diese Geschichte wesentlich komplizierter, als es zunächst den Anschein hat. Es entspinnt sich ein Abenteuer aus Intrigen und Geheimnissen, inklusive geheimer Agenten und mysteriöser Figuren. Hier bedienen sich die Entwickler deutlich am Genre der Spionagethriller. Eine zentrale Rolle spielt dabei unter anderem der Schläferagent Solomon Reed, der von Hollywood-Schauspieler Idris Elba verkörpert wird und den eine gewisse Vergangenheit mit Präsidentin Myers verbindet. Selbstverständlich ist auch Johnny Silverhand wieder mit von der Partie. Der von Keanu Reeves gespielte Ex-Rockstar ist alles andere als glücklich über Vs Verwicklung in politische Machenschaften. Denn kaum etwas verachtet er mehr als Politik.
Quelle: CD Projekt
Cyberpunk 2077: Phantom Liberty in der Hands-on-Vorschau (7)
Tiefgreifende Veränderungen
Neben der erneut fantastisch inszenierten und abwechslungsreich gestalteten Hauptgeschichte erwartet uns in der Erweiterung aber noch so viel mehr. Wie uns Level-Designer Miles Tost erklärt, haben die Entwickler die Arbeit an Phantom Liberty genutzt, um gleich eine ganze Reihe von Spielsystemen einer gründlichen Überarbeitung zu unterziehen. Direkt als Erstes fiel uns da ein neues Skillsystem auf, als wir einen Blick auf unseren Charakter werfen wollten. Die den verschiedenen Attributen zugeordneten Talente sind jetzt in Stufen eingeteilt. Je nachdem, wie hoch das dazugehörige Attribut aufgelevelt ist, desto höher können wir in den Talentbaum einsteigen.
Es fiel auch auf, dass die Zahl der verschiedenen Talente etwas zurückgefahren wurde. Die verbliebenen Fähigkeiten wurden dafür ausgebaut und mit zusätzlich freischaltbaren Modifikatoren versehen. Das Ziel der Entwickler war es dabei, die wirklich nützlichen Skills noch cooler und bedeutsamer zu machen. Dazu trägt auch der gänzlich neue Relikt-Skillbaum bei. Darin können gezielt ganz spezielle, auf bestimmte Spielstile ausgerichtete Fähigkeiten freigeschaltet werden. Das funktioniert jedoch nicht über die üblichen Skillpunkte, sondern mit einer nur in der Erweiterung erhältlichen Währung.
