Cursed to Golf im Test: Das Golf-Fegefeuer fegt euch weg! Seite 3
Test
In Cursed to Golf schlüpft ihr in die Rolle eines verfluchten Golfers, der sich irgendwie einen Weg durch das Fegefeuer des 18-Loch-Kurses bahnen muss. Trotz der absurden Prämisse ist dabei ein höllisch gutes Rogue-Lite herausgekommen, das aber nichts für frustempfindliche Spieler ist.
Die insgesamt mehr als 20 Kartenverstärkungen bzw. Fähigkeiten sind wunderbar abwechslungsreich und spaßig. Dadurch, dass die Level euch oft unterschiedliche Wege bieten, den Ball ins Ziel zu befördern, können wir je nach Lage und Weg, den wir gewählt haben, unterschiedliche Asse einsetzen. Das fügt dem Spiel eine tiefere taktische Komponente hinzu. Es gibt zwar einige wenige Power Ups, die wir fast nie benutzt haben. Die meisten sind aber so ausbalanciert, dass sie nie zu nutzlosem Inventar-Müll verkommen.
Richtig gut ist die Möglichkeit, Taktiken und neu freigeschaltete Kartenverstärkungen auf der "Driving Range" ohne Einschränkungen zu testen, damit wir bestens für die schweren Levels gerüstet sind. Die Oberwelt stellt uns ebenfalls vor einige Entscheidungen, wie wir das Spiel angehen wollen: Wir können immer wieder zwischen zwei Richtungen wählen, in die der Knirps dann mit seinem Golfkart abbiegt. Eine Richtung ist sozusagen die einfache Richtung. Da gibt es dann einen Standard-Level und eine Standard-Belohnung.
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Sollten wir allerdings vom Teufel besessen sein oder einfach nur eine sadistische Veranlagung für Qualen haben, können wir auch die schwierige Richtung wählen. Dann erwarten uns zwar bessere Belohnungen in Form von Kartenpacks und ähnlichem. Wir müssen uns aber auch mit einem ultra-harten Level herumschlagen, in dem wir immer wieder von Flüchen heimgesucht werden. Die reichen von "nur in eine Richtung Golf spielen" bis hin zu "kopfüber Golf spielen" und sind richtig fies.
Unterhaltsam-unspektakuläre Inszenierung
Was uns an Cursed to Golf ebenfalls richtig gut gefallen hat, ist die charmante Pixel-Optik. Die ist zwar keine Revolution, schließlich setzen mittlerweile viele Indie-Spiele auf eine solche Grafik. Trotzdem überzeugt die Arbeit von Chuhai Labs, dem relativ frisch im Jahr 2020 gegründeten Studio aus dem Geburtsort von Nintendo, Kyoto in Japan.
Quelle: PC Games
Die zahlreichen Power-Ups, genannt Asse, können in den fiesen Leveln den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.
Auch die toll umgesetzten Charakter-Designs sind schön anzuschauen. Und so trieft Cursed to Golf nur so vor Atmosphäre, die uns auf den pixeligen Golf-Parcours entgegen sprüht. In einer Sache schränkt sich das Spiel aber selber ein: Da wir so oft sterben, müssen wir immer wieder die vielen Animationen anschauen, die etwa abgespielt werden, wenn wir ein Level betreten oder gegen einen Boss in den Ring steigen. Leider können wir diese Animationen und Mini-Cutscence zwar vorspulen, aber nicht überspringen. Und irgendwann nerven sie dann eben.
Der Soundtrack nervt hingegen gar nicht, sondern ist mit viel Liebe komponiert. In jeder neuen Welt verändert sich die Stimmung ein wenig und passt sich an die Umgebungen an. Mal orientalisch angehauchte Wüstenmusik, mal dezente Dungeon-Mische. Zwar hört man immer den Basis-Track heraus und die Abwechslung ist auch nicht die größte, trotzdem überzeugt der Sound durchaus.
Die Geschichte von Cursed to Golf ist erwartbar unspektakulär inszeniert. Wir sind ein Knirps, der irgendwie aus dem Golf-Fegefeuer entkommen muss. Große Überraschungen gibt es nicht. Die einzelnen Charaktere verraten uns aber immerhin kleine Storys aus ihrem Alltag als Wächter über die infernalischen Golfplätze.
Kaum Bugs oder Glitches
Neben einigen Mini-Bugs fielen uns in der Testversion auch ein paar Clipping-Fehler auf, die aber dem Spielspaß keineswegs im Wege stehen. Um das Spiel aber richtig genießen zu können, solltet ihr euch schon darüber bewusst sein, dass euch hier ein bockschweres Rogue-Lite erwartet. Ein bisschen Frustresistenz und mehrmaliges Spielen der gleichen Levels wird von euch abverlangt. Wer damit aber kein Problem hat, den erwartet in Cursed to Golf ein charmant inszeniertes Golf-Abenteuer.
Meinung
Bildergalerie
Cursed to Golf erscheint am 18. August 2022 für PC, PS5, PS4, Nintendo Switch, Xbox Series und Xbox One. Eine physische Version scheint momentan nicht geplant zu sein. Die Macher von Cursed to Golf, das unabhängige Studio Chuhai Labs, fungiert übrigens nicht nur als Entwickler, sondern teilweise auch als Publisher.
