Cronos: The New Dawn im Test: Beeindruckende Atmosphäre durch das Spiel mit Licht und Dunkelheit
Test
Die Entwickler des Silent Hill 2 Remakes sind zurück und wollen mit ihrem neuen Horror-Hit die Fans begeistern. Ob Cronos: The New Dawn an diesen Erfolg anknüpfen kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Die Welt liegt in Trümmern
Atmosphärisch setzt Cronos: The New Dawn, passend zum Genre, auf eine beklemmende, düstere Welt. Die freien Areale der postapokalyptischen Stadt wirken verloren und verlassen. Die einstige Schönheit und Pracht, die es hier gegeben haben muss, ist längst verschwunden. Doch trotz dieser einsamen Trostlosigkeit hatten wir ständig das Gefühl, beobachtet zu werden. Hinter jeder Ecke und jedem Fahrzeug könnte eine dieser Kreaturen nur darauf warten, uns anzuspringen.
Und auch das Innere von Gebäuden kommt mit einem eigenen Flair. Die Gänge und Räume wirken eng und bedrückend. Jeder Schritt sollte mit Vorsicht gesetzt werden, denn wir können nie wissen, wie stabil die Bauwerke nach all den Jahren noch sind. Mehr als einmal sind wir durch den Boden gebrochen und fanden uns plötzlich in einer Grube voll Biomasse wieder.
Apropos Biomasse: Überall in der Welt finden wir Gewächse, teilweise ganze Höhlen oder Türme voller Biomasse. Dabei handelt es sich um fleischartige Gebilde, in denen sich sowohl tote Menschen als auch mutierte Kreaturen befinden können. Außerdem kann die Substanz neue Kreaturen hervorbringen, was den Aufenthalt in diesen Bereichen besonders gefährlich macht.
Die Entwickler spielen hier nicht nur mit der ständigen Gefahr, dass neue Gegner erscheinen können oder sich in den Auswüchsen der Biomasse geschickt tarnen, sondern ergänzen das Ganze mit einer ordentlichen Prise Body-Horror. Die fleischigen Gebilde mit verwachsenen Leichen und die mit Zähnen besetzten Gruben, aus denen kurz vorher noch Kreaturen geschlüpft sind, ließen uns häufiger erschaudern.
Quelle: PC Games
Die fleischartigen Areale voller Biomasse sehen nicht nur ekelerregend aus, sie sind außerdem höchst gefährlich, das sie die Brutstätte für feindliche Kreaturen sind.
Ein Spiel mit Licht und Dunkelheit
Wer häufiger Horror- oder Survival-Spiele spielt, weiß: Eine Taschenlampe ist euer bester Freund. In der dunklen Welt voller Gefahren bietet sie nicht nur eine Lichtquelle, sondern damit auch die Illusion von Sicherheit. Immerhin gehört die Angst vor Dunkelheit zu den tief verwurzelten Urinstinkten vieler Lebewesen.
Die Entwickler spielen hier geschickt mit der trügerischen Sicherheit unserer eigenen Lichtquelle. Denn in Cronos haben wir keine Kontrolle über die Taschenlampe. Wir können sie weder manuell ein-, noch ausschalten und sind so völlig auf das Wohlwollen der Entwickler angewiesen. Das führt dazu, dass wir uns nie voll und ganz auf die Lampe verlassen können.
Immer wieder passiert es, dass wir plötzlich mitten im Dunkeln stehen, umgeben von nichts als Schwärze und gruseligen Geräuschen. Wann die Taschenlampe wieder angeht? Wer weiß das schon. Und was passiert, wenn sich jetzt plötzlich ein Gegner anschleicht?
Bildergalerie
Durch die mangelnde Kontrolle erzeugt Cronos ein noch stärkeres Gefühl der Unsicherheit und des Unwohlseins beim Erkunden der düsteren Welt. Da es jederzeit passieren kann, dass wir auf unsere Lichtquelle verzichten müssen, muss jeder Umweg doppelt und dreifach abgewogen werden.
So geschickt diese Entscheidung in der Entwicklung auch war, dämpft der praktische Einsatz im Spiel leider die Wirkung. Denn schnell wurde uns klar, dass die Taschenlampe immer dann ihren Dienst quittiert, wenn kurz darauf einer oder mehrere Gegner auftauchen und wir uns ins Gefecht stürzen müssen. So wurde bei uns der Schreck über die plötzliche Dunkelheit schnell zu einer resignierten Vorbereitung auf die nächste Auseinandersetzung.
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