Rollenspiel statt MMO: Mit Crimson Desert geht Entwicklerstudio Pearl Abyss einen ganz anderen Weg als bei ihrem Hit Black Desert. Wir durften das Fantasy-RPG auf der Gamescom anspielen!
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Im Alleingang als übermächtiger Rollenspiel-Held die Schlacht entscheiden können wir nicht. Dazu ist einfach viel zu viel los. Es lösen sich aber immer wieder Gegner aus dem Getümmel, die es gezielt auf uns abgesehen haben. Jetzt müssen wir die im Tutorial gelernten Fähigkeiten einsetzen, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir zwei Drittel davon schon wieder vergessen.
Wenn allein schon eine rudimentäre Funktion wie Target-Lock nur durch einen Doppeldruck auf die linke Schultertaste ausgelöst werden kann, könnt ihr euch vorstellen, wie überbelegt die Steuerung mit diversen Angriffen und Funktionen ist.
Aber auch mit nur wenigen Angriffen machen die Kämpfe schon sehr viel Spaß. Treffer fühlen sich wuchtig an und die Gegner halten uns mit verschiedenen eigenen Angriffsmustern auf Trab. Gefallen hat uns auch, dass im Getümmel schon mal kleinere Objekte wie Zäune und Kisten zu Bruch gehen. Ein vollumfängliches Zerstörungssystem solltet ihr aber nicht erwarten.
Quelle: Pearl Abyss
Ausflüge in Wüstengebiete dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Mit Säulen auf Bosse dreschen
Am Ende der Demo wird unser Held dann noch in einen gesalzenen Bosskampf verwickelt. Es stellt sich uns ein Ritter in den Weg, den wir zunächst in einen Strauchelzustand bringen müssen, bevor wir ihm Schaden zufügen können. Leichter gesagt als getan, da der Kollege auch selbst ziemlich aggressiv angreift. Wir müssen also fleißig ausweichen und auf unsere Chance zum Zuschlagen warten.
Ist der Boss in seinem verwundbaren Zustand, beeilen wir uns, schnell so viel Schaden wie möglich zu machen. Wir wundern uns jedoch gleich, dass wir während dieser Damage-Phasen nur wenig von seinem Lebensbalken abknabbern. Zum Glück gibt uns nach einiger Zeit ein anwesender Entwickler einen Tipp: Wir sollen doch eine der herumliegenden Säulen aufheben und damit auf den Boss eindreschen. Wir erinnern uns an die am Anfang beschriebene Aufhebemechanik mit den acht Tastendrücken.
Quelle: Pearl Abyss
Die mittelalterliche Fantasywelt glänzt auch bei der Architektur.
Nachdem wir den Boss also wieder zum Straucheln gebracht haben, müssen wir uns beeilen. Eine Säule aufheben, in den Tragezustand überführen und schließlich auf den Gegner schlagen. Ein sehr behäbiger und fehleranfälliger Prozess. Aber es lohnt sich, macht der Schlag mit der Säule doch gewaltigen Schaden. So zwingen wir den Boss schließlich in die Knie und verlassen die Demo mit einem Erfolgserlebnis.
Offene Fragen
Zum Schluss aber noch ein paar Worte zur Optik. Immerhin hat das Spiel mit seinen Trailern auch vor allem durch die beeindruckende Grafik von sich reden gemacht. In der Gamescom-Demo kam dieser Aspekt allerdings noch nicht so richtig zur Geltung. Wir haben durchaus hier und da wirklich wunderschöne Momente erlebt, besonders bei Wasserläufen und unberührten Landschaften.
Im vorwiegend vorherrschenden Schlachtengetümmel konnte die Optik jedoch nicht immer glänzen. Wir hatten aber auch das Gefühl, dass die Beleuchtungseinstellungen nicht ganz optimal gewählt waren. Es wirkte teilweise etwas überbelichtet. Allerdings hatten wir keinen Einfluss auf das Demo-System oder deren Einstellungen. Daher behalten wir uns ein Urteil vor, wenn wir das Spiel auf unseren eigenen Maschinen in Ruhe betrachten konnten.
Meinung
Am Ende bleibt von der Anspielsession der Eindruck eines wuchtigen und spaßigen Kampfsystems, das sicherlich noch deutlich mehr Spaß macht, wenn man über natürliche Progression an seine komplexen Mechaniken herangeführt wird. Zu vielen der anderen Aspekte des Spiels wie Story, Rollenspielsystem und Spielwelt können wir aber weiterhin wenig sagen. Bis zum Release Anfang nächsten Jahres haben wir hoffentlich noch weitere Gelegenheiten, andere Aspekte von Crimson Desert kennenzulernen.
