Crimson Desert: Kochen, Lager, Rätsel - so stark ist der Zelda-Einfluss wirklich
Special
Vom Kochsystem bis zur Ultrahand: Crimson Desert übernimmt viele Ideen aus Zelda und Red Dead. Wir zeigen, was dahintersteckt - und wo es eigene Ansätze gibt.
Crimson Desert bedient sich auch beim umfangreichen Kochsystem von Zelda. Mit den richtigen Zutaten könnt ihr nämlich allerlei Leckereien zaubern. Die sind auch wirklich wichtig, denn in Crimson Desert heilt ihr euch mit Essen wieder hoch.
Grundsätzlich richtet ihr euch hier aber nach Rezepten, die ihr überall in der Spielwelt findet. Gerade die hochwertigen Gerichte geben nämlich auch mehr Leben zurück. Ihr dürft euch aber auch kreativ ausleben und - wie in Zelda - einfach mal ein paar Zutaten zusammenschmeißen und gucken, was dabei so rauskommt.
Lagerkoller
Und falls es mal nichts wird, dann muss man wirklich sagen: Crimson Desert beschreibt sein "geheimnisvolles Gericht" ein bisschen schmackhafter als Zelda mit der "dubiosen Matsche". Die Zutaten bekommt ihr, indem ihr durch die Welt lauft, Wild jagt oder dem Bauern von nebenan den Salat vom Feld klaut.
Quelle: PC Games
Kochen dürft ihr natürlich auch! Entweder mit Rezepten oder wie in Zelda, indem ihr einfach ein paar Zutaten zusammenwerft.
Oder aber ihr baut einfach selbst an! Hier erweitert Crimson Desert das Kochsystem tatsächlich sehr logisch. Habt ihr euer Lager ausgebaut, dürft ihr nämlich Felder anlegen und euer eigenes Obst und Gemüse anbauen. Und plötzlich steht man in Stardew Valley - aber den Abstecher machen wir jetzt nicht auch noch.
Wo wir gerade beim Lager sind: Hier hat sich Crimson Desert wieder bei Rockstar inspirieren lassen. Ähnlich wie bei Red Dead Redemption 2 könnt ihr nämlich auch kleinere Aufgaben in eurem Lager erledigen - Säcke rumschleppen, Pfähle mit dem Hammer in den Boden hauen und solche Sachen.
Außerdem warten in eurem Lager auch eure Kameraden und Freunde. Allerdings sind die nicht so lebensecht wie in Red Dead. Da gehen sie ja auch ihrem Tagwerk nach, setzen sich abends ans Feuer und so weiter. Das gibt es so in Crimson Desert nicht. Sie haben zwar Animationen, so richtig viel Abwechslung ist da aber nicht.
Dafür baut ihr euer Lager aber auch zu einer richtigen Fraktion innerhalb der Welt aus. Ihr könnt eure Leute dann etwa gezielt auf Missionen schicken oder in gegnerische Lager einschleusen. Da kommt also noch ein ganzes Meta-Game obendrauf.
Wenn ihr darauf keinen Bock habt, dann macht mit Kliff doch einfach ein paar Quests. Die findet ihr überall in der Welt verteilt, und ihr bekommt sie meist von NPCs. Dabei hat sich Crimson Desert auch eine sehr angenehme Eigenheit von Red Dead abgeschaut. NPCs haben nämlich keine Fragezeichen über dem Kopf oder werden so auf der Karte dargestellt. Im Gegenteil: Die Karte ist erst mal verdeckt, und ihr lichtet den Nebel langsam selbst.
Quelle: PC Games
Die Macht des Axiom ist im Grunde genommen die Ultrahand aus Zelda: Tears of the Kingdom.
Kommt ihr jetzt an einem NPC vorbei, der eine Aufgabe für euch hat, spricht der euch an, wenn ihr an ihm vorbeigeht. Wollt ihr gerade mit ihm reden, könnt ihr auf die Anfrage eingehen - oder ihr lauft einfach weiter.
Wie mit Arthur Morgan könnt ihr übrigens auch jeden NPC aktiv ansprechen im Spiel. Allerdings haben die abseits der Questgeber nicht wirklich was zu sagen. Ihr könnt euch mit ihnen unterhalten, aber so richtig viel bringt das nicht.
Rätsel lösen mit Zeldas Ultrahand
Doch auch abseits der Quests könnt ihr in Crimson Desert auf Abenteuerjagd gehen. Im ganzen Land stehen überall Ruinen und mystische Aufbauten herum. Da kommt dann eure Ultrahand zum Einsatz - äh, Verzeihung: die Macht des Axiom. Damit bekommt ihr im Grunde einfach nur eine magische Hand, mit der ihr große Gegenstände bewegen dürft, also Dinge durch die Gegend heben oder übergroße Schalter betätigen.
Ihr merkt schon: Das ist natürlich für die Rätsel wichtig und erinnert frappierend an die Ultrahand aus Zelda: Tears of the Kingdom. Allerdings habt ihr nicht so einen dicken Baukasten, mit dem ihr euch den Todesbomber der Hölle zusammenbasteln dürft.
Quelle: PC Games
Der Abyss in Crimson Desert erinnert mit seinen schwebenden Inseln an die Himmelsinseln aus Zelda: Tears of the Kingdom.
Was ihr allerdings habt, ist Zugang zum sogenannten Abyss. Das ist die Himmelsdimension, die ihr in Crimson Desert bereisen könnt. Schon ganz am Anfang werdet ihr dorthin entführt. Und auch wenn die Ladezone dafür aussieht, als würdet ihr gerade die Matrix betreten, ist die Welt doch über den Wolken des Kontinents Pywel angesiedelt.
Auch hier wird noch mal Zelda: Tears of the Kingdom zitiert: fliegende Inseln, auf denen ihr Rätsel lösen müsst - das ist dem Nintendo-Blockbuster schon sehr ähnlich. Allerdings seid ihr in Crimson Desert gar nicht mal so viel in der Himmelsdimension unterwegs. Ihr könnt euch zwar hinteleportieren, wann ihr wollt - gerade anfangs gibt's da oben aber nicht allzu viel zu tun.
Vor allem im Gegensatz zu Zelda, wo ihr immer wieder Möglichkeiten findet, auf die Himmelsinseln zu kommen - und das ja auch einen großen Teil des Spaßes ausmacht.
Ebenfalls nur ab und zu stößt man auf Dinge, auf die man gar nicht so vorbereitet ist. Crimson Desert hat nämlich auch hochhaushohe Gegner. Wir sind etwa in der Wüste über einen riesigen Steinklotz gestolpert, der sich plötzlich vor uns aufgebaut hat.
An dem muss man dann hochklettern und auf dem Rücken die Schwachstellen suchen. Das erinnert natürlich stark an die Iwaroks aus Zelda, bei denen man im Grunde das Gleiche machen muss.
Ihr seht: In Crimson Desert steckt so einiges, aber bei vielen Sachen hat man sich auch einfach von anderen Spielen inspirieren lassen. Das ist ja erst mal nichts Schlechtes, denn die neue Mischung macht es dann wieder zu etwas Eigenem.
In manchen Fällen erweitert das Spiel ja sogar die Möglichkeiten - wie beim Kochen. An anderer Stelle haben die Entwickler aber offenbar nicht ganz erschlossen, was die Systeme genau ausmacht, die sie sich da an Bord geholt haben. Trotzdem macht Crimson Desert vieles gut genug, dass man darüber hinwegsehen kann. Und nun entschuldigt uns - wir müssen beim Bauern nebenan noch ein Schaf mopsen für unser Lager.
