Crash Bandicoot 4: It's About Time - Ein großes Jump'n'Run-Vergnügen
Test
Crash Bandicoot 4: It's About Time im Test: Ein Beuteldachs stirbt tausend Bildschirmtode und hat auch noch Spaß dabei: Mit Crash Bandicoot 4: It's About Time kehrt das einstige Playstation-Maskottchen mit behutsamen Neuerungen im Rücken zurück auf die große Bühne. Und was die Jump'n'Run-Serie bereits vor über 20 Jahren ausmachte, ist auch heute ein großes Vergnügen!
Obwohl Crash Bandicoot 4: It's About Time auch für die Xbox One erscheint, ist der Name "Crash Bandicoot" auf ewig mit der Marke Playstation verbunden. Viele Spieler erlebten die wilden Eskapaden des trottelig-sympathischen Beuteldachs auf Sonys erster Konsolengeneration. Ganze 24 Jahre ist es nun schon her, dass US-Entwickler Naughty Dog den putzigen Pelzträger zum ersten Mal auf die Gaming-Welt losließ. Wie populär die Franchise Crash Bandicoot wirklich ist, zeigte sich 2017 im Erfolg von Crash Bandicoot: N.Sane Trilogy: Die Neuauflage der ersten drei Teile verkaufte sich binnen der ersten zwei Jahre über zehn Millionen Mal.
Nicht schlecht für ein Remake! Im Falle von Crash Bandicoot 4: It's About Time stand Entwickler Toys For Bob (Skylanders), die übrigens auch die Switch-Umsetzung der N.Sane Trilogy abgeliefert haben, vor einem wahren Drahtseilakt: Innovation oder Tradition? Zu viele Neuerung vergrätzen die alten Fans, zu wenige stoßen die aktuelle Generation ab. Toys for Bob macht es mit Crash Bandicoot 4: It's About Time in diesem Fall genau richtig. Dem vierten Serienableger gelingt die Zeitreise besser als Marty McFly und Doc Brown - und das ganz ohne DeLorean.
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Looney Tunes lässt grüßen!
Wieso dieser Vergleich mit Zurück in die Zukunft? Weil die Sprünge durch Zeit und Raum auch im Verlauf der Geschichte von Crash Bandicoot 4: It's About Time eine große Rolle spielen. Die Story beginnt dort, wo Crash Bandicoot 3: Warped 1998 aufgehört hat: mit den Schurken Dr. Neo Cortex, N.Tropi, N.Brio, N.Gin und Uka-Uka im interstellaren Gefängnis. Und obwohl sich die Ganoven untereinander nicht ganz grün sind, gelingt
Quelle: Activision / Medienagentur plassma
Modern oder Retro? Der Spielmodus entscheidet zwar nicht über den Schwierigkeitsgrad, legt aber die Begrenzung eurer Leben und die Nutzung der Checkpunkte fest.
ihnen doch der Ausbruch. Das sorgt allerdings für nicht weniger als gewaltige Risse im Raum-Zeit-Kontinuum, was wiederum Crash und seine Schwester Coco auf den Plan ruft. Die beiden müssen ihre Erzfeinde ein weiteres Mal stoppen und zu diesem Zweck die vier Quantum-Masken finden.
Zugegeben, sonderlich originell ist die Geschichte hinter Crash Bandicoot 4: It's About Time nicht. Und auch der Spannungsbogen ist nicht allzu straff gespannt. Trotzdem haben wir uns in den zehn bis zwölf Stunden Spielzeit, die wir für den ersten Durchlauf benötigt haben, keine Sekunde gelangweilt. Das liegt natürlich zum einen am äußerst gelungenen Gameplay, auf das wir gleich eingehen. Zum anderen aber auch an der Liebe zum Detail, mit der Toys For Bob die Geschichte und vor allem ihre Charaktere inszeniert. Alles fühlt sich an, als würden wir eine Zeichentrick-Episode der Looney Tunes spielen. Das beginnt bei der ersten Szene des Intros - Dr. Neo Cortex schlägt mit einem glühenden Zepter auf einen Stoff-Crash ein - und endet schließlich in späteren Zwischensequenzen mit Sympathiebekundungen der unangenehmen Art.
Hüpf-Liebe und Hass
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Verwandlung. Dr. Neo Cortex beherrscht keine Doppelsprünge, behilft sich aber mit moderner Superschurkentechnik. Mit seiner Strahlenpistole verwandelt er Gegner einfach in Podeste oder Trampoline.
Toys For Bob baute Crash Bandicoot 4: It's About Time auf Basis der Unreal Engine 4. Anstatt sich aber nun in offenen Welten oder anderen Spielereien zu verlieren, blieb man lieber bei den Grundlagen der Serie: Linearen 2.5D-Levels mit mehr Fallen, Perspektivwechseln und Gimmicks, als es eigentlich für einen Beuteldachs gesund wäre. Trotzdem ist das Spiel eine wahre Augenweide! Im Spielverlauf reist ihr durch Raum und Zeit und besucht beispielsweise eine Postapokalypse à la Mad Max, die Dinozeit, die Karibik zu Zeiten der Piraterie, das alte China oder eine an New Orleans erinnernde Großstadt inklusive Straßenparade und Spyro-Luftballontierchen. Letzteres ist übrigens kein Wunder, hat Toys for Bob doch auch die famose Spyro Reignited Triology entwickelt.
Auf der sogenannten Dimensionskarte schaltet ihr Stück für Stück zehn verschiedene Welten frei und kommt so allein auf 43 Levels. Dazu gibt es aber noch den "N.Vertiert"-Modus, in dem ihr die Levels in einer alternativen Version angeht. Rechnen wir dann noch Bonuslevels hinzu, bietet das Spiel locker über 100 Abschnitte. Doch viel wichtiger als die pure Masse ist die Tatsache, dass in Crash Bandicoot 4: It's About Time kein Level wie das andere ist. Jedes besitzt seine Eigen- und vor allem Gemeinheiten - untermalt von einem meist stimmungsvollen Soundtrack. Die Abschnitte strotzen vor Tücken und garstigen Kreaturen, die Crash an den Pelzkragen wollen. Mit Stacheln besetzte Tentakel, übellaunige Piraten, ferngesteuerte Drohnen, Flammenwerfer und sogar ein gefräßiger T-Rex erwarten euch.
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Mehr als 100 Levels. Auf der so genannten Dimensionskarte wählt ihr alle freigeschalteten Levels aus. Damit sind nicht nur Story-Missionen, sondern auch Bonus-Abschnitte wie die Retro-Einsätze gemeint.
Glücklicherweise entscheidet ihr zu Beginn, wie hart ihr eure Spielerfahrung gerne hättet: Auf "Modern" genießt ihr unendlich viele Leben. Stattdessen zählt das Programm aber die Anzahl eurer Bildschirmtode. Zudem gibt es über weite Strecken fair gesetzte Checkpunkte, bei denen ihr nach dem Ableben euer Glück unendlich oft neu versuchen dürft. "Retro" limitiert dagegen die Anzahl eurer Leben. Habt ihr keine mehr und geht dann drauf, startet ihr den Level wieder ganz von vorne. Objekte der Begierde sind in allen Levels die verteilten Kisten und Wumpa-Früchte sowie zusätzliche Bonusobjekte wie etwa Videokassetten zum Freischalten geheimer Levels. Aber Crash Bandicoot 4: It's About Time wiegt euch zunächst in eine trügerische Sicherheit: Die ersten Abschnitte sind noch vergleichsweise leicht. Danach zieht das Spiel jedoch ordentlich an und tritt selbst hartgesottenen Hüpfprofis in die Magengrube.
Ansichtsprobleme
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Tücken in Fernost. Das alte China gehört zu den schönsten, aber auch trickreichsten Levels im Spiel. Hier setzt ihr vor allem die Akano-Maske ein und springt damit über weite Entfernung auf Plattformen und Balkone.
Crash Bandicoot war schon immer ein forderndes Spiel, doch der vierte Teil kratzt bisweilen an der Frustrationsgrenze. Viele Stellen werdet ihr erst im zweiten, dritten oder x-ten Anlauf schaffen oder müsst sie gar im "Trial & Error"-Verfahren ausprobieren. Den knackigen Schwierigkeitsgrad bekommen auch Crash und Coco während ihres Abenteuers zu spüren: Sie werden verbrannt, gefressen, unter Strom gesetzt, erschlagen, ertränkt und anderweitig plattgemacht. Kurzum: Crash Bandicoot 4 hat es definitiv in sich, bezieht daraus aber auch einen Großteil seiner Motivation. Denn auf der anderen Seite strotzt das Spiel vor Abwechslung, kluger Ideen und toller Momente. Die Steuerung ist extrem griffig, und das Hüpf-Gameplay funktioniert wie aus einem Guss.
Wie schon in den Vorgängern machen euch in den 2.5D-Levels jedoch gerade die häufigen Perspektivwechsel das Leben schwer. Wenn die Kamera von der Verfolgeransicht in die Seitenposition umschwenkt, kommt es nicht selten vor, dass Objekte ins Bild hineinragen und so beispielsweise die Sicht auf die nächste rettende Plattform verdecken. Gerade, wenn die Kamera weiter herauszoomt, fällt zudem das Abschätzen der Abstände schwer. Solche Stellen verursachen Frust und bleiben ein Problem des Gesamtkonzepts hinter Crash Bandicoot.
Masken der Macht
In It's About Time bleibt es längst nicht beim beliebten Sammeln von Wumpas und dem Erspielen von Edelsteinen. Toys For Bob trägt der Hintergrundgeschichte Rechnung und baut die vier Quantum-Masken sehr sinnvoll ins Spielgeschehen ein. Jede beschert euch eine zusätzliche Fertigkeit, mit der ihr vor euch liegende Aufgaben meistern müsst. Ganz wichtig: Auch wenn ihr die Masken alle gefunden habt, so könnt ihr sie ausschließlich an festgelegten Stellen einsetzen. Ihr müsst also im laufenden Spiel nicht überlegen, zu welchem Totem ihr greifen müsst. Stattdessen erhaltet ihr die Talente im Vorbeigehen und verliert sie spätestens beim nächsten Checkpunkt.
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Treibjagd. Vor ihm die Lava, hinter ihm der T-Rex: Crash hat es wirklich nicht leicht. Fluchtpassagen wie diese spielen sich ausgezeichnet und sorgen mit der andersartigen Perspektive für ein wenig Panik am Gamepad.
Was können die Masken? Mit Lani-Loli verändert ihr die Phasen und wechselt so die Dimension. Zuvor blau glitzernde Objekte materialisieren sich dann oder verschwinden auf Tastendruck wieder. Somit könnt ihr etwa durch Hindernisse hindurchlaufen. Mit Ika-Ika dreht ihr kurzerhand die Schwerkraft um; ihr lauft also auf Tastendruck an der Decke entlang. Mit Akano legt ihr einen dauerhaften Wirbelangriff und obendrein verdammt lange Sprünge hin. Und verwendet ihr Kupuna-Wa, läuft das Spiel für einige Momente in Zeitlupe ab. Auf diese Weise könnt ihr etwa über schnell herabstürzende Eisschollen an einem Wasserfall hüpfen.
In Verbindung mit dem hohen Spieltempo, dem sicheren Tod im Hinterkopf und den vielen Optionen, erfordert Crash Bandicoot 4 eine gehörige Portion Koordination und Übersicht. Die Masken verpassen dem Spiel noch einmal die notwendige Würze. Vor allem die Schwerkraftfunktion sorgt für einen Knoten im Kopf, erlaubt aber durch schnelle Wechsel auch einige coole Bewegungen. Noch mehr Abwechslung gefällig? Dann freut euch auf die regelmäßig eingestreute Rutsch-, Flucht- und Reitsequenzen. Crash und Coco schlittern nur allzu gerne auf Schienen entlang, nehmen in Motorbooten Platz und weichen dabei gefährlichen Strudeln aus oder galoppieren gar auf Weltraumschweinchen über die Pisten. Diese Passagen verändern das Spieltempo merklich und bringen so einen zusätzlichen Farbtupfer ins Abenteuer.
Freunde in der Not
Crash und Coco sind jedoch nicht die einzigen spielbaren Charaktere. Nach und nach schaltet ihr drei weitere Figuren frei, die Serienveteranen bereits aus früheren Crash-Bandicoot-Teilen kennen. So kontrolliert ihr beispielsweise Dr. Neo Cortex persönlich. Der verrückte Wissenschaftler beherrscht zwar keine Doppelsprünge, verwandelt dafür aber mit seiner Strahlenkanone Gegner in Plattformen oder Trampoline.
Quelle: Activision / Medienagentur plassma
Wandsprinter. Kein Jump'n'Run kommt im Jahr 2020 ohne Wallruns aus. Witziges Detail am Rande: Während Crash auf den Bändern entlangläuft, hört ihr aus den Boxen das Quietschen von Turnschuhen.
Dann hätten wir da noch die im Vergleich zu früher deutlich gewandtere Tawna. Sie hat einen Greifhaken im Repertoire, mit dem sie Gegner ausschaltet oder sich an Plattformen heranzieht. Mit ihr hüpft ihr etwa über die hohen Masten eines Piratenschiffs. Der dritte Gaststar im Bunde ist Dingodile. Der einstige Crash-Rivale schlägt kräftig mit seinem Schwanz zu und trägt einen imposanten Staubsauger mit sich herum. Mit dem Gerät saugt er Objekte wie explosive Fässer an und feuert sie ab. Zudem sammelt ihr mit dem Sauger auch weit entfernte Wumpa-Früchte und andere Extras auf.
Allein beim Aufzählen der verschiedenen Funktionen und Extras fällt die Masse an Möglichkeiten auf. Und Crash Bandicoot 4: It's About Time bietet auch nach dem Ende der Kampagne eine Menge Spielspaß fürs Geld. In erster Linie geht's hier natürlich um das vollständige Erledigen der Levels und das Freischalten aller Skins für Crash und Coco. Diese koppeln die Macher fieserweise an Herausforderungen der besonders schweren Art, sodass ihr etwa maximal drei Mal innerhalb eines Abschnitts das Zeitliche segnen dürft oder dass ihr 80 Prozent aller Wumpa-Früchte finden müsst. Mikrotransaktionen gibt es im neuen Crash Bandicoot übrigens nicht. Diese Extras aktiviert ihr stets auf die gute alte Art: Nämlich indem ihr sie freispielt - egal, wie lange das auch dauern mag.
Einen kleinen technischen Wermutstropfen gibt es an dieser Stelle: Wer wie im Motocross-Spiel Trials dazu tendiert, Levels oft und nach möglichst jedem Bildschirmtod neu zu starten, der wird in Crash Bandicoot 4: It's About Time regelmäßig auf den Ladebildschirm starren. Die Ladezeiten bei Resets und auch vor dem Beginn jeden Levels sind saftig. Hier zahlt das Spiel seinen Preis für die liebevolle Präsentation sowie für die Fülle an Feinden und Effekten.
Kein echter Multiplayer, aber ...
Darüber hinaus verzichtet Toys For Bob auch auf die Einbindung eines echten Mehrspielermodus. Stattdessen bietet es mit "Bandicoot-Kampf"
Quelle: Activision / Medienagentur plassma
Schweinsgalopp. Im Spielverlauf bietet Crash Bandicoot 4: It's About Time auch mehrere Reit- beziehungsweise Fahrzeugsequenzen. Speziell die wilde Fahrt auf dem Rücken dieses futuristischen Weltraum-Schweinchens sorgt in Kombination mit der tollen Umgebungsgrafik für offene Münder.
und "Weitergeben" zwei nette Hot-Seat-Varianten für bis zu vier Teilnehmer. In Bandicoot-Kampf tretet ihr entweder in Checkpunkt-Rennen oder im Kisten-Zerstören gegeneinander an. Unser Favorit ist allerdings Weitergeben. Denn hier könnt ihr gemeinsam die Kampagne abschließen - naja, zumindest nacheinander. Ihr bestimmt nämlich, wann ihr den Controller weitergeben müsst: Nach einem Checkpoint, dem Bildschirmtod oder nach beidem. Gerade für verspielte Familien oder Gaming-affine Freundeskreise ist dies eine tolle Methode, um sich gemeinsam durch die Story zu ackern. Das knifflige Hüpf-Gameplay garantiert hier reichlich Emotionen vor dem Bildschirm.
