Corsair Cove gespielt: Bei diesem City-Builder kommt richtig Anno-Feeling auf
Special
Beim City-BuilderCorsair Cove von einem deutschen Studio hatten wir direkt richtiges Anno-Feeling
Natürlich gibt's auch einen Tech-Tree in Piraten-Ästhetik, mit dem man seine Gebäude verbessert und ebenfalls neue freischaltet. Hierfür muss man bestimmte Ziele im Spiel erfüllen - etwa eine gewisse Bevölkerungsgröße erreichen - und wird dann mit einem Talentpunkt belohnt.
Genau so sollte mich ein Aufbauspiel überfordern
Noch bevor ich mich mit dem Tech-Tree wirklich auseinandergesetzt hatte, erlebte ich bereits meine klassische City-Builder-Erfahrung, in der ich so schnell neue Dinge freischalte, dass ich gar nicht hinterherkomme. Plötzlich gehen mir die Eintöpfe aus, mehrere Pop-ups informieren mich über mein Versagen, meine Bewohner rebellieren, und ich zwinge alle in die Suppenküche, um das Ruder doch noch irgendwie herumzureißen. Genauso geht es mir auch jedes Mal, wenn ich ein brandneues Anno starte, was insgesamt klar für Corsair Cove als City-Builder spricht.
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Hier war das Spiel in der Demo für mich am stärksten. Der Aufbau-Part ist ziemlich intuitiv, eskaliert angenehm schnell und erzeugt das für mich typische City-Builder-Gefühl, gleichzeitig alles und überhaupt nichts im Griff zu haben. Man hat stets Zugriff auf alle wichtigen Infos, kann Produktionsketten durch Tooltips perfekt planen, und wenn man irgendwo mal einen Fehler gemacht hat, gibt es zahlreiche Icons, die einen über den Fauxpas informieren.
Um die zahlreichen Gebäude auf der kleinen Insel überhaupt unterzubringen, beschränkt man sich übrigens nicht nur auf die langweiligen horizontalen Flächen, sondern macht sich auch die y-Achse zunutze. Die Inseln sind von ziemlich hohen Klippen durchzogen, an die man sämtliche Gebäude einfach drankleben kann.
So könnte euer Piratennest aussehen
In den letzten Jahren wurden vertikale City-Builder mit Veröffentlichungen wie Laysara, Stario: Haven Tower oder auch DarkSwitch immer beliebter, und Corsair Cove macht hier alles richtig. Ich hatte nie das Gefühl, die Übersicht zu verlieren, die Gebäude ließen sich stets gut auswählen, die Wegfindung war trotz meiner katastrophalen Bauweise nachvollziehbar und auch die Kamera hat nie Probleme bereitet.
Obendrein verleiht die Piraten-Ästhetik Corsair Cove noch einen ganz eigenen Charme. Eine vertikale Stadt, die sich allen Regeln trotzend um Klippen windet, und Schiffe, die direkt aus einem Berg gewachsen zu sein scheinen, passen perfekt zu dem Bild, das wir von Piraten haben. Richtige Piratenstädte wie Port Royal oder Tortuga hatten tatsächlich auch eine gewisse Vertikalität an sich, auch wenn Corsair Cove das Ganze natürlich - buchstäblich - auf die Spitze treibt.
An den Piratennestern hat mir besonders gefallen, dass sie durch die ganzen hängenden Brücken und Piraten-Gebäude im Endeffekt immer cool aussehen, auch wenn man ohne Rücksicht auf Verluste drauflosbaut. Ganz im Gegensatz zu Spielen wie Anno, in denen man eine hübsche Stadt fast schon bis ins Detail planen muss.
Die Aufmachung des Spiels erinnert übrigens ein wenig an die verschiedenen Level aus Shadow Gambit des mittlerweile eingestellten Studios Mimimi. Während man seine kleine Piratensiedlung errichtet, gerät man fast ins Träumen über eine Truppe Assassinen, welche die eigenen Arbeiter nach und nach ausschaltet, um irgendeine verfluchte Perle oder so etwas einzusammeln. Bei dem Gedanken kommen einem glatt die Tränen, auch wenn richtige Piraten keine Tränen vergießen, sondern "Rum heulen".
Und so sieht meins aus :(
Wie in Anno kommt die Bevölkerung in Corsair Cove ebenfalls in verschiedenen "Stufen" mit eigenen Bedürfnissen daher. Den Eintopf für den Pöbel bereitet man etwa an einem ganz normalen Lagerfeuer zu, die "Oberschicht" hat hingegen ein paar edlere Vorlieben, die richtige Produktionsketten verlangen.
Die feinen Herren wollen irgendwann Dinge wie Brathähnchen und sogar Schildkrötensuppe speisen. Allein für die Schiffsbesatzung gibt es zehn verschiedene Arten von Piraten mit ganz eigenen Bedürfnissen - und die sollte man auch definitiv erfüllen.
Ein wichtiger Aspekt des Spiels ist nämlich der Zusammenhalt. Fällt der auf null, bricht die Truppe auseinander und das Spiel ist verloren. Zusammenhalt gewinnt und verliert man zum einen durch die ganzen Bedürfnisse der Bewohner, zum anderen aber auch durch ständige Events.
Da muss man sich beispielsweise entscheiden, ob man abtrünnige Mitglieder von Amaras Crew aufnimmt, oder sie über die Planke schickt. Auch wird die Siedlung gelegentlich von einem Schiff überfallen, das die Stadt kurz und klein schießt - was unsere Bevölkerung verständlicherweise nicht so supi findet. Richtige Piraten lassen sich so etwas aber nicht gefallen, weswegen man Kanonentürme und eigene Schiffe baut, um das Piratennest zu verteidigen und die sieben Weltmeere zu erkunden. Und wie sich Corsair Cove hier schlägt, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.
