Contra getestet!

Test Andre Steinert

Seit knapp einer Woche machen Konamis Action-Opas Bill und Lance den Xbox-Live-Marktplatz unsicher. Mit dem Gewehr im Anschlag und einem Online-Modus im Gepäck haben es die beiden Haudegen auf Ihre Microsoft-Points abgesehen. Unser Test klärt auf, ob die 400 virtuellen Taler gut investiert sind.

Der Eingang zum ersten Tunnel ist nicht mehr weit. Der Eingang zum ersten Tunnel ist nicht mehr weit. NES, SNES, Game Boy, Saturn, PSone, PlayStation2 - es gibt kaum ein System, für das keine Contra-Episode erschienen ist. Nun sind Bill und Lance auch im HD-Zeitalter angekommen: Für schlappe 400 Microsoft-Points (ca. 6 Euro) ist das Ur-Contra auf dem Xbox-Live-Marktplatz erhältlich. Fans des Arcade-Vorbilds freuen sich nach dem kostengünstigen Download über eine originalgetreue Umsetzung, die um zwei Optionen erweitert wurde. Beim Xbox360-Contra lassen sich Grafik und Sound verbessern. Man muss aber genauer hinschauen, um Unterschiede zwischen 'Enhanced' und dem Original auszumachen: Gepimpt ist die Balleraction lediglich frei von grobpixeligen Ecken und Kanten.

Die Spielbarkeit leidet deutlich unter dem Xbox360-Controller. Kenner der Serie wissen, dass das Überleben bei Contra von schnellen Reaktionen und pixelgenauen Bewegungen abhängt. Da diese mit dem schwammigen, ungenauen Digi-Pad des Microsoft-Controllers nicht möglich sind, ist Frust vorprogrammiert. Selbst wenn Sie genau wissen, wo das nächste Geschütz aus dem Boden kommt oder auf welcher Ebene der Feindeskader heranstürmt, führt Ihr Joypad oft nicht die richtige Aktion aus - und Sie müssen dafür mit einem Bildschirmtod büßen.

Waffen-Upgrade und ein Kollege an der Seite - der Feind kann kommen. Waffen-Upgrade und ein Kollege an der Seite - der Feind kann kommen. Zu zweit ist Contra netter, obwohl Sie mit noch mehr Problemen zu kämpfen haben. Das fängt beim Scrolling an: Der Bildschirm wandert im Zweispieler-Modus (egal ob über Xbox Live oder direkt an der Konsole) meist zu spät weiter. Erst wenn Sie und Ihr Kollege zwei Zentimeter vor dem rechten Bildschirmrand stehen, fährt die Kamera weiter. Auf feindliche Geschosse zu reagieren, fällt dann sehr schwer.

Ein gepimpter Ballermann ist die beste Lebensversicherung. Ein gepimpter Ballermann ist die beste Lebensversicherung. Richtig ärgerlich wird's, wenn Sie online zocken und es Verbindungsprobleme gibt. Bei schlechter Leitung wird das Spiel nicht unterbrochen, sondern läuft fröhlich weiter. So kann es durchaus vorkommen, dass Sie einen Obermotz am Ende eines Levels besiegt haben und sich in der nächsten Mission über dumme Aktionen Ihres Kollegen wundern: Der springt völlig sinnlos in der Gegend herum und ballert nach links, obwohl der Feind von rechts anrollt. Das liegt daran, dass Ihr Kollege immer noch mitten im Bosskampf des letzten Levels steckt...

Fazit: Wenn Sie nach unten drücken und Ihr Alter Ego nach links läuft, anstatt sich auf den Boden zu werfen, wenn die Kamera zu spät weiterwandert und Sie deshalb unnötige Treffer einstecken oder sich Ihr Kollege auf Grund von Verbindungsfehlern wie ein Vollidiot aufführt, wird's frustig. Doch bei allen Mängeln: Das Xbox360-Contra macht Spaß. Man muss allerdings schon ein waschechter Contra-Fan sein, um über die Frustmomente hinwegsehen zu können.

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