Contra: Von Zensur und wilden Schießereien - Retro Special

Special Tobias Meyer
Contra: Von Zensur und wilden Schießereien - Retro Special
Quelle: Konami

Probotector, Gryzor oder eben Contra. Der Run'n'Gun-Plattformer hat in seiner über 30-jährigen Geschichte einiges durchmachen müssen. Wir schauen zurück auf Indizierung, Zensur und wundervolles Gameplay.

Doom, Wolfenstein, Bulletstorm - einfach ins Spiel einsteigen und alles wegbrettern, was einem in den Weg kommt. Run and Gun ist ein absoluter Klassiker unter den Videospiel-Genres. Von Kopf aus und Knarre hineinhalten bis bockschwere Herausforderungen, da ist für jeden etwas dabei. Wie alles angefangen hat, ist eher schwer zu sagen. Meist wird Gun Fight, bzw. Western Gun als erstes Spiel genannt, andere würden dem 1979er-Sheriff den Hut aufsetzen. Worauf wir uns aber wohl einigen können, ist, dass Konami das Run and Gun Genre ab 1987 stark geprägt und vorangetrieben hat. Das alles mit der wunderbaren Spielereihe Contra.

Die Story des Spiels

Ja, ja, wir wissen schon. In Europa hieß die Reihe bis 1994 Probotector. Manche kennen es sicherlich auch noch unter dem Namen Gryzor. Aber die Geschichte dahinter kennt wohl mittlerweile jeder. Für alle, die es bisher noch nicht wussten, gibt es eine kleine Zusammenfassung. Vorher schauen wir aber mal auf die Story von Contra. Die war für Konamis Entscheidung nämlich nicht unwesentlich. Wir schreiben das Jahr 2631. Es herrscht Frieden in der Welt, bis die Aliens auf die Erde stützen und die Weltherrschaft ergreifen möchten.

Primär geht es ihnen darum, die übrigen Rohstoffe zu plündern und die Menschheit mit einer neuen Eiszeit auszurotten.

Für den Planeten Erde gibt es nur noch eine letzte Hoffnung: Eine starke Armee bestehend aus zwei Elite-Marine-Soldaten, die uns beide ziemlich bekannt vorkommen, oder?

Schauen wir mal auf das Cover, stellen wir fest, dass Konami sich von Hollywood inspirieren ließ. Bill, der Typ links, im Spiel blau, soll ganz klar Arnold Schwarzenegger aus Predator nachstellen.

Und wen haben wir da rechts? Na klar, John Rambo! Passender geht es gar nicht für das Spiel. Und als wäre das noch nicht genug, hat man noch eine dritte Legende der 80er verewigt: Xenomorph aus der Alien-Reihe!

Los geht's also. Als einer der beiden Actionhelden stellen wir uns gigantischen Horden von Aliens, Monstern, Maschinen und manipulierten Menschen.

Wir laufen nun also von links nach rechts, sammeln verschiedene Power-Ups oder Waffen ein und zerlegen in John Rambo Manier alles, was uns in den Weg kommt.

Bleiben wir zu lange auf einer Stelle stehen, kommen immer wieder Feinde nach. Am Ende eines jeden Levels wartet dann ein Endboss, dessen Schwachpunkte und Offensiv-Strategien es herauszufinden gilt und dann Feuer frei! Gewonnen?

Dann geht's weiter mit dem nächsten Level. Wer all seine Leben aufgebraucht hat, landet wieder im Startbildschirm. Aber warum jetzt Probotecor hier, Contra da und Gryzor anderswo? Prinzipiell stehen alle Namen für das gleiche Spiel. Contra tauchte dabei als Erstes für Arcade-Automaten in Japan auf. Etwas später kam das Spiel unter dem gleichen Namen auch auf dem nordamerikanischen Markt heraus.

Die Automaten sollten auch ihren Weg nach Europa finden und bekamen dafür den Namen Gryzor. Warum die Umbenennung? Na ja, man hatte Angst, dass Contra zu sehr nach Iran-Contra-Affäre oder Contra-Krieg in Nicaragua erinnern könnte. Zumindest in Deutschland musste man sich da keine Sorgen machen, denn das Spiel wurde 1988 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. Und damit nahm das Chaos seinen Lauf.

Vom Automaten auf das NES

Contra war ein Erfolg auf dem Automaten und sollte seinen nächsten Auftritt in den Wohnzimmern der Spieler finden. Also bekam das Spiel eine Fassung für den Heimcomputer und für das NES. Spannenderweise unterschied sich die japanische Variante noch einmal von der nordamerikanischen.

Das Modul hatte doppelt so viel Speicherplatz. Dadurch bekamen die Japaner exklusive Cutscenes, die die Story des Spiels erklärten. Aber gut - man kommt auch ohne aus.

Grundsätzlich unterschied sich die NES-Fassung aber in mehreren Punkten vom Automaten. Die Sprites wurden etwas überarbeitet, Explosionen liefen nur noch mit halb so vielen Bildern pro Sekunde, aber dafür gab es einen Zweispieler-Modus.

Auch die Power-Ups wurden etwas überarbeitet. Besonders auffällig aber: es kam ein neues Item, das mit einem Schlag alle Gegner tötete und weitere Levels dazu. On top wurde der Schwierigkeitsgrad noch mal kräftig angezogen.

Wem das aber zu schwer war, konnte erstmals den Konami-Code einsetzen und mit hoch, hoch, runter, runter, links, rechts, links, rechts, B, A - 30 Extraleben bekommen - eine Legende wurde geboren.

Mit zwei Jahren Verzögerung durfte es nun auch endlich in der PAL-Region sein Release feiern. Klar hat's noch zwei Jahre gedauert, denn weil man Angst davor hatte, dass Deutschland wieder um die Ecke kommt und das Spiel weg bannt, wurden die Charakter-Designs getauscht.

Bildergalerie

Statt gegen Menschen kämpfen wir hier gegen Roboter und wir selbst heißen nicht mehr Lance oder Bill, sondern RD-008 oder RC-011. Abgerundet mit einem Namen, bestehend aus den Worten Protector und Robot, entstand dann also Probotector. Der Einfachhalt halber werden wir im Folgenden aber einfach Contra als Begriff nutzen. Denn mit dem Release von Legacy of War durfte es hier auch endlich Contra heißen.

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