Constructor Plus: Mafiöses Aufbauspiel für Switch ausprobiert

Special Johannes Gehrling
Constructor Plus: Mafiöses Aufbauspiel für Switch ausprobiert
Quelle: System 3

Es hat wirklich lange gedauert, doch nun soll Constructor in einer stark erweiterten Plus-Fassung im Januar 2019 für Nintendos Hybrid-Konsole Switch erscheinen. Wir haben das britische Strategie-Aufbauspiel auf dem Hause System 3 schon einmal ausführlich ausprobiert. In unserer Vorschau erfahrt ihr unsere Eindrücke und was euch mit Constructor Plus auf der Switch erwartet.

Ursprünglich 1997 zur Blütezeit der Aufbau-, Management- und Strategie-Spiele erschienen, bekam Constructor (jetzt kaufen ) unter dem Namenszusatz "HD" 2017 zum 20-jährigen Jubiläum eine Neufassung für Konsolen und PC spendiert, die eigentlich auch für die Switch hätte erscheinen sollen. Unvorhersehbare Umstände, das verriet uns Mark Cale vom Entwickler System 3, führten allerdings dazu, dass das Aufbauspiel für die Nintendo-Konsole immer wieder verschoben wurde. Das ändert sich nun aber im Januar 2019, denn dann erscheint Con­structor Plus für die Switch. Plus? Ja, denn weil gut Ding Weile haben will, waren die Entwickler von System 3 in der Zwischenzeit fleißig und haben Unmengen an neuen Inhalten in die Switch-Version gepackt. Wir durften eine fast fertige Version des Spiels ausgiebig ausprobieren - lohnt sich die Warterei?

Aufbauspiel mit Kniff

Grundsätzlich ist Constructor Plus ein Echtzeit-Stategiespiel vom Typus Aufbauspiel. Das heißt: Ihr beginnt zunächst nur mit eurem Hauptquartier und einer weitestgehend unbebauten Spielwelt, sehr begrenzten Ressourcen und wenigen Arbeitern. Nach und nach errichtet ihr auf dieser Grundlage ein lukratives Immobilien-Imperium. Zu diesem Zweck verfügt ihr über Arbeiter verschiedener Kategorien wie Poliere oder Handwerker, mit deren Hände Arbeit verschiedenste Gebäude errichtet werden. Einerseits benötigt ihr Ressourcen-Gebäude, die euch mit Baumaterialien wie Holz oder Zement versorgen, andererseits seid ihr auch auf Wohngebäude und vor allem deren Mieter angewiesen, um neue Bürger und Arbeiter zu produzieren und Geld einzunehmen. Letzteres ist auch mit speziellen Gebäuden wie beispielsweise Casinos möglich. Zu Spielbeginn verfügt ihr nur über die Möglichkeit, wenige Gebäude zu bauen. Nach und nach schaltet ihr immer mehr der über 130 verschiedenen Gebäude frei. Neben dem klassischen Modus bietet Constructor Plus auch noch eine Vielzahl von Szenarien mit speziellen Bedingungen, "Aufträge" genannt. Hier startet ihr unter anderen Rahmenbedingungen und müsst andere Vorgaben erfüllen, um zu gewinnen.
Doch wie überhaupt gewinnen bei einem Aufbauspiel? Indem ihr eure Gegner besiegt! Klingt komisch? Mag sein, denn das genau ist die Besonderheit an Constructor. Lokal gegen menschliche Mitspieler oder allein gegen computergesteuerte Widersacher müsst ihr euch nämlich beweisen, indem ihr euren Gegnern mit unfairen Mitteln beispielsweise Gebäude klaut oder deren Mietern in euren Kasinos das Geld aus der Tasche zieht. Zur Verfügung stehen euch zu diesem Zweck verschiedene spezielle Figuren wie Horrorclowns oder Hippies, die ihr auf hinterhältigem Wege einsetzen könnt. Beispielsweise lasst ihr den Hippie vor einem gegnerischen Gebäude eine Straßenparty veranstalten und beginnt zeitgleich, ebendieses Gebäude zu annektieren. Eilt euer Widersacher mit seinen Mafiosi oder Handwerkern zur Verteidigung, können die sich nicht der Anziehungskraft der Straßenparty entziehen und tanzen mit dem Hippie, sodass ihr das fremde Gebäude ungestört einnehmen und beispielsweise direkt verkaufen und so zu Geld machen könnt. Diese und ähnliche Mechanismen stehen euch zahlreich zur Verfügung und sorgen oftmals für witzige Situationen.

Upgrades für alle

Doch damit noch lange nicht genug, denn Constructor Plus bietet nicht nur unzählige Spielwelten wie verschiedene Gegenden inklusive fremder Planeten wie Uranus oder Mars, sondern geizt auch nicht an vielfältigen Verbesserungsmöglichkeiten und vielen kleinteiligen Detail-Systemen. Ihr könnt beispielsweise besser qualifizierten Nachwuchs eurer Mieter erzielen, indem ihr eine Gadget-Fabrik baut und dort PCs herstellt, die für die Bildung der Sprösslinge sorgen. Oder ihr wertet das Schlafzimmer auf, um die Geburtenrate zu beschleunigen. Oder ihr verbessert die Küche für eine höhere Lebensspanne. Oder, oder, oder. In der bereits erwähnten Gadget-Fabrik stellt ihr außerdem verschiedene Verteidigungsprodukte gegen fremde Eingriffe her. Die Hundehütte bewahrt eure Grundstücke beispielsweise sehr effizient vor feindlichen Aktivitäten, indem sie Diebe oder Hippies fernhält. Auch auf fremden Planeten wie Mars oder Uranus dürft ihr ein zwielichtiges Immobilien-Imperium aufbauen. Quelle: N-ZONE Auch auf fremden Planeten wie Mars oder Uranus dürft ihr ein zwielichtiges Immobilien-Imperium aufbauen.

Deftiger Humor

Nicht unerwähnt bleiben darf gewiss der trockene britische Humor des Spiels, der fast durchgehend unter die Gürtellinie geht. Das fängt beim optionalen Tutorial an, bei dem ihr nicht nur die zunächst erschlagend anmutende Anzahl an Möglichkeiten nähergebracht, sondern auch gleich einige witzige Sprüche gedrückt bekommt. Die unterste Stufe von Mietern heißt zum Beispiel Assis. Vorurteile gegenüber nahezu jeder typisch-westlichen Gesellschaftsgruppe wie Studenten, Arbeiter, Angestellte und Co. sind zentraler Bestandteil des Spiels und entscheiden über die Anforderungen von Gebäuden.

Beim ausgiebigen Anspielen konnten wir uns davon überzeugen, dass Constructor Plus auf der Switch rund und flüssig läuft, wenngleich die Grafik sicherlich nicht das Maximum aus der Konsole herausholt, die zahlreichen gleichzeitig ablaufenden Prozesse auf dem Bildschirm allerdings schon. Die Steuerung, oft problematisch bei dieser Art von Spielen ohne Tastatur und Maus, ist überraschend leichtgängig und präzise. Das Spiel macht einen guten ersten Eindruck und überzeugt uns in den ersten Spielstunden bisher vor allem durch ausgeklügelte Mechaniken und seinen speziellen Humor. Ob das bei längerer Spielzeit auch noch der Fall ist, muss ein ausführlicher Test der finalen Fassung zeigen.

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