Conan Exiles im Test: Dungeons und Bosse, Kampfsystem, Technik, Meinung, Wertung
Test 35,99 €
Am 08. Mai ist Conan Exiles nach langer Early-Access-Phase offiziell auf PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen. Im Adamskostüm haben wir uns in das Land der Verdammten begeben, um für euch herauszufinden, ob die Harten wirklich in den Garten kommen.
Conan Exiles im Test: Von Krokodilen und Mumien
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Hier seht ihr nur einen Ausschnitt der Spielwelt und zahlreiche spannende Orte, über die wir beim Test gestolpert sind.
Nachdem wir uns bei der Sklavenjagd und als Jäger und Sammler ordentlich ausgetobt haben, wollen wir dann doch unsere Flucht vorbereiten. Den Armreif dürfen wir nur dann ohne den Verlust unseres Lebens abnehmen, wenn wir uns vorher einen Schlüsselstein besorgt haben. Und dafür müssen wir diversen Bossen ihre Schätze abjagen. Also machen wir uns auf in die entlegensten Orte des Landes. Wir erforschen die Schwarze Feste, säubern den Tempel des Frosts von Hrugnir und seinen Riesen und legen uns mit einer Mumie an.
Auch in der offenen Welt sowie in dunklen Höhlen treffen wir immer wieder besonders gefährliche Kreaturen wie riesige Krokodile oder Spinnen. Schade, dass diese nur selten spielerische Besonderheiten mitbringen. Die Hexenkönigin hetzt uns zum Beispiel zuerst zwei riesige Leibwächter auf den Hals, bevor sie selbst in den Kampf eingreift. Zudem schießen aus den Wänden immer wieder schädliche Strahlen durch den Raum, denen wir im Getümmel ausweichen. Viele andere Bosse sind indes nur groß, stark und stecken unglaublich viel ein. Wie ein bissiger Schwamm, der mehr Wasser aufsaugt, als wir auf ihn schütten können.
In diesem Artikel
Conan Exiles im Test: Blutiges Gemetzel
Loben wollen wir, dass die Entwickler das Kampfsystem seit dem Early-Access-Start spürbar verbessert haben. Wir reihen leichte und schwere Angriffe zu verheerenden Kombos aneinander, mit denen wir unsere Opfer auch schon mal in ihre blutigen Einzelteile zerlegen. Bearbeiten wir die Leiche im Anschluss noch mit einem Werkzeug, dürfen wir sogar Arme, Beine und Schädel mit nach Hause nehmen ... andere Länder, andere Sitten. Da Schläge, genau wie das aktive Blocken und Ausweichen, Ausdauerpunkte verbrauchen, und wir während einer Ausholbewegung schnell selbst zum leichten Ziel für einen Gegenangriff werden, führt planloses Gefuchtel mit der Waffe jedoch nur bei leichten Gegnern zum Sieg.
Gut gefällt uns auch, dass sich jede Waffe anders anfühlt. Sie besitzen eigene Schlaganimationen sowie -Kombinationen und bieten unterschiedliche Vorteile. Ein Schwert kann das Opfer verkrüppeln, ein Dolch den Gegner bluten lassen, zu mächtig oder schwach kam uns im Test keine Waffengattung vor. Die Qualität und Tiefe eines Dark Souls erreicht das vergleichbare Kampfsystem jedoch zu keiner Zeit. Auch, weil Conan Exiles in Sachen Trefferfeedback, Animationen, KI und Feinschliff noch ordentlich Luft nach oben hat.
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Mit Update 33 haben die Entwickler das Kampfsystem spürbar verbessert, mit wenigen Klicks führt ihr verheerende Angriffe durch.
Conan Exiles im Test: Eigentlich eine Beta
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Mit jedem Stufenaufstieg schaltet ihr nicht nur immer neue Rezepte frei, ihr dürft auch sieben unterschiedliche Attribute steigern.
Conan Exiles ist nämlich alles andere als fertig. Oft haben wir es erlebt, dass wir Gegner ohne Gegenwehr niedermähen konnten, oder dass die Kollisionsabfrage versagt: Gegner verschwinden in Treppen, Schläge treffen eigentlich das Ziel, zeigen aber keine Wirkung. Oder dass wir während eines Sandsturms einloggen, uns aber herrlicher Sonnenschein angezeigt wird. Normal dürften wir jetzt nicht einmal die Hand vor Augen sehen, die Lebenspunkte purzeln dennoch in den Keller. Ebenfalls nervt, dass Aufgaben der Verbanntenreise nicht gelöst werden können beziehungsweise Teile der Kapitelsammlung fehlerhaft angezeigt werden. Dazu kommen reihenweise Cheater auf den offiziellen Servern, Arbeitsstationen, die ohne Grund ihre Arbeit einstellen, ach, wir könnten hier noch sehr viel mehr Beispiele aufzählen. Immerhin: Erst vor kurzem haben die Entwickler von Funcom einen Patch mit zahlreichen Bugfixes aufgespielt, sie sind also dabei, dem Spiel den immer noch notwendigen Feinschliff zu verpassen.
Den Beta-Eindruck verstärkt das Endgame, in dem es noch zu wenig Spannendes zu tun gibt. Schnell haben hochstufige Charaktere alle Dungeons besucht und die wichtigen Bosse umgehauen. Wer gerne baut, freut sich zwar mit jedem Update über neue Materialien und herstellbare Gegenstände, doch wächst dabei auch stets der Grind-Faktor mit: Es wird nur mühseliger, aber nicht spannender, die neuen Teile zu craften. Ein bisschen Auflockerung bringen immerhin die zufällig stattfinden Säuberungen von NPC-Horden, und natürlich könnt ihr auf PvP-Servern Jagd auf andere Spieler machen und mit Triböcken, Teerkesseln und Sprengvasen an Belagerungen teilnehmen. Alternativ opfert ihr eure Feinde an einem Altar und beschwört so einen gewaltigen Gott-Avatar herbei, der ordentlich Eindruck bei euren Widersachern hinterlässt. Features wie das Bändigen von Tieren sowie neue Dungeon-Herausforderungen sollen immerhin bald auf den Servern landen.
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Dieser riesige und zum Glück ziemlich träge Axtschwinger ist keineswegs ein Boss, sondern nur einer der beiden Begleiter der Hexenkönigin.
Conan Exiles im Test: Paradies der Verdammten
Lasst euch auf keinen Fall vom trostlosen Ersteindruck in der Wüste täuschen. Auf euch warten später fruchtbare Oasen, saftige Wiesen, undurchdringliche Dschungel und frostige Schneeberge. Die Performance mag nicht immer butterweich sein, die Animationen nicht immer geschmeidig und die Texturen nicht immer gestochen scharf, doch zaubert Conan Exiles dennoch am laufenden Band atemberaubende Ausblicke auf den Bildschirm, die für jeden noch so langen Fußmarsch belohnen. So unterschiedlich wie das Land sind auch die mal tierischen, mal dämonischen Bewohner. Die Raubkatzen, Gorillas, Elefanten, Drachen und Skelette attackieren jedoch nicht nur uns, sondern auch die NPC-Stämme, die überall ihre Lager aufgestellt haben. In Kombination mit der realistischen Soundkulisse fühlt sich die offene Welt herrlich lebendig an.
Beim Erkunden der Spielwelt hilft es übrigens, dass wir fast überall hoch klettern dürfen, solange wir genug Ausdauer besitzen. Später bauen wir sogar einen Kartenraum, der es uns ermöglicht, per Knopfdruck zu magischen Steinsäulen zu reisen. Zu guter Letzt noch ein Lob für die Optionsvielfalt, die Conan Exiles mitbringt. Ihr könnt auf offiziellen PvP- oder PvE-Servern ums Überleben kämpfen oder im Einzelspieler-und Koop-Modus respektive auf privaten Servern jede noch so kleine Einstellung nach eigenem Gusto bestimmen. Der zivilisierte Schwierigkeitsgrad ist dabei so handzahm, dass auch Genre-Einsteiger ohne Frustgefahr auf ihre Kosten kommen. Wer dagegen alles auf Anschlag haut, fühlt sich tatsächlich wie im Land der Verdammten gefangen.
Meinung
Die Welt von Conan Exiles
Die Welt von Conan Exiles ist nicht nur riesig, sie ist auch hübsch abwechslungsreich. Im Folgenden seht ihr nur eine kleine Auswahl der im Spiel vorkommenden Biome.
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Gut, mit "hübsch" lässt sich die bedrückende Namenlose Stadt wohl nicht treffend beschreiben ...
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Viel einladender sieht im Vergleich diese fruchtbare, von Palmen umsäumte Grassteppe aus.
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: In dieser Region weht ein Hauch von Afrika durchs Feld. Die Nashörner sollten Frischlinge nicht unterschätzen.
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Die einzige friedliche NPC-Stadt im Spiel, zumindest wenn ihr eure Waffen stecken lasst und nichts klaut: Sepermeru.
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Im Norden der Spielwelt wird es immer eisiger. Ein Schluck Met und Fellrüstungen schützen vor dem Kältetod.
Quelle: PC Games
Conan Exiles im Test: Im dichten Dschungel treffen wir auf eine von Gorillas und anderem Getier bewohnten Ruine.
