Conan Exiles im Test: ​Unfertige Schlachtplatte mit Minecraft-Sogwirkung 

Test Karsten Scholz 35,99 €
Conan Exiles im Test: ​Unfertige Schlachtplatte mit Minecraft-Sogwirkung 
Quelle: Funcom

Am 08. Mai ist Conan Exiles nach langer Early-Access-Phase offiziell auf PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen. Im Adamskostüm haben wir uns in das Land der Verdammten begeben, um für euch herauszufinden, ob die Harten wirklich in den Garten kommen.

Da hängen wir nun also, wie Crom uns schuf. Ans Kreuz genagelt. Für Verbrechen angeklagt, die wir vielleicht begangen haben, vielleicht auch nicht. Mit einem Armreif an das Land der Verdammten gebunden. Wer mit dem Metall durch die grün schimmernden Grenzen läuft, fühlt sich, als sei er vom Schlangengott Set geknutscht worden: erst angeekelt, dann mausetot. Dass wir uns überhaupt mit diesem Problem befassen dürfen und nicht als gebratener Berserker am Spieß in die Geschichte eingehen, haben wir Conan höchstpersönlich zu verdanken. Der grimmig dreinschauende Cimmerier taucht quasi aus dem Nichts auf, befreit uns und verschwindet nach ein paar warnenden Grunzern wieder. Allein bleiben wir zurück, um die Release-Version von Conan Exiles (jetzt kaufen / 35,99 € ) für euch auf Herz und Nieren zu testen. Doch zuerst sollten wir uns ein paar Hosen suchen ...

Conan Exiles im Test: Ein Königreich für eine Hose

Irgendwo im Nirgendwo einer kargen Wüste stehen wir nun also, während uns die Sonne auf die nackte Plauze brennt, der Durst sich in unserer Kehle breit macht und ein hungriges Knurren aus unserem Magen dröhnt. Wir hätten die ersten Aufgaben der in zehn Kapiteln unterteilten Verbanntenreise also nicht gebraucht, um zu wissen, wo unsere Prioritäten liegen: Ankleiden, Trinken, Essen. Dennoch finden wir es klasse, dass die Entwickler eine Art roten Faden in den Überlebenskampf eingebaut haben, der uns auch nach 60 und mehr Stunden ein klares Ziel vor die Nase setzt.

Nach ein paar Metern finden wir zum Glück bei einer Leiche eine Trinkflasche mit einem letzten Schluck Wasser sowie etwas Gestrüpp, aus dem wir mit bloßen Händen einige Pflanzenfasern und Insekten rupfen. Der Hunger treibt die Sechsbeiner rein, mit den Fasern weben wir uns aus dem Inventar heraus eine Tunika, Gamaschen und Fußwickel. Die nächste Herausforderung kann kommen! <strong>Conan Exiles </strong>im Test:&nbsp;Religion, Geschlecht, Aussehen, Körperstatur sowie Volk ausgewählt und fertig ist der Möchtegern-Conan aus der Retorte. Quelle: PC Games Conan Exiles im Test: Religion, Geschlecht, Aussehen, Körperstatur sowie Volk ausgewählt und fertig ist der Möchtegern-Conan aus der Retorte.

Conan Exiles im Test: Barbar mit Stehvermögen

<strong>Conan Exiles </strong>im Test:&nbsp;Das Bausystem geht gut von der Hand. Auch als Einsteiger hat man sich schnell ein einfaches Dach über dem Kopf gezimmert. Quelle: PC Games Conan Exiles im Test: Das Bausystem geht gut von der Hand. Auch als Einsteiger hat man sich schnell ein einfaches Dach über dem Kopf gezimmert. Doch bevor wir uns ins Unbekannte stürzen, wartet ein weiteres Erfolgserlebnis auf uns: ein Charakteraufstieg. Egal ob wir Dinge herstellen, Feinde erlegen, Orte entdecken oder Ziele der Verbanntenreise erfüllen, stets werden wir mit Erfahrungspunkten belohnt. Wir steigen im Level auf und erhalten Punkte jeweils für den Attribute- und Talente-Bereich. Im erstgenannten Fenster verbessern wir sieben Werte. Der Klassiker Stärke wirkt sich etwa positiv auf unseren Nahkampfschaden aus. Wenn wir genug Punkte in eines der Attribute investieren, schalten wir zudem verschiedene Boni frei. Der letzte Stärke-Bonus verwandelt uns zum Beispiel in einen Berserker, der schwer angeschlagen deutlich mehr Schaden verursacht. Investieren wir die Zähler wiederum in Stehvermögen, besitzen wir mehr Ausdauer und steigern sukzessive unsere Effizienz beim Klettern oder im Kampf.

Im Talentfenster finden wir dagegen zahlreiche Rezepte, die wir ab einer vordefinierten Charakterstufe mit den erhaltenen Wissenspunkten freischalten dürfen. So früh im Spiel können wir uns etwa zum Steinmetz-Lehrling aufschwingen oder lernen, wie man einfache Kisten baut oder ein Lagerfeuer aufstellt. Für beide Bereiche des Charakterfortschritts gilt: Es gibt nicht genug Punkte um alles zu lernen, ihr müsst Prioritäten setzen. Im Laufe der Zeit erfahrt ihr jedoch, wie ihr einen Trank herstellt, mit dem ihr alle investierten Punkte zurückerhaltet. Toll finden wir das, weil wir so verschiedene Spielstile ausprobieren oder uns gezielt auf besondere Herausforderungen vorbereiten können. Die Funktion hat aber auch einen Haken: Ihr verlernt auf diesem Weg wirklich alles! Vor allem im hochstufigen Bereich dauert es, bis ihr sämtliche Schemata neu gelernt habt. Da sich jeder Charakteraufstieg spürbar auswirkt, fällt das Fortschrittssystem unterm Strich motivierend aus. <strong>Conan Exiles </strong>im Test:&nbsp;Mit etwas Fleiß stampft ihr in Conan Exiles beeindruckende Gebäude aus dem Boden. In dieses Bollwerk hat Kollege Zam etwa 160 Stunden investiert. Quelle: PC Games Conan Exiles im Test: Mit etwas Fleiß stampft ihr in Conan Exiles beeindruckende Gebäude aus dem Boden. In dieses Bollwerk hat Kollege Zam etwa 160 Stunden investiert.

Conan Exiles im Test: Jäger, Sammler, Architekt

<strong>Conan Exiles </strong>im Test:&nbsp;Links seht ihr das Inventar, in der Mitte unsere Rüstung sowie Werte und rechts die Dinge, die wir ohne Arbeitsstation bauen dürfen. Quelle: PC Games Conan Exiles im Test: Links seht ihr das Inventar, in der Mitte unsere Rüstung sowie Werte und rechts die Dinge, die wir ohne Arbeitsstation bauen dürfen. Materialien wie Holz und Steine mit den bloßen Händen zu besorgen, würde irgendwann sicherlich auch gestandene Barbaren in den Wahnsinn treiben. Mit Steinpickel und Axt fällt die Ressourcengewinnung viel entspannter aus, schnell haben wir genug Zeug zusammen, um unsere erste Waffe zu bauen und tiefer in das Land der Verdammten vorzudringen. In der Nähe eines Flusses stampfen wir ein Haus aus Sandstein aus dem Boden. Hier positionieren wir auch unser Bett als Wiederbelebungspunkt sowie die verschiedenen Arbeitsstationen wie Werkbänke für Schmiede oder Rüstungsmacher, Öfen und Feuerschalen-Kessel. Viele der komplexeren Erzeugnisse - Attribute steigernde Kriegsbemalungen etwa, mit Stahl verstärkte Werkzeuge oder schmackhafte Gerichte - lassen sich nur hier produzieren.

Doch soll unser neues Heim nicht nur funktional sein, sondern auch nach Etwas aussehen. Und ehe wir uns versehen haben wir unser eigentliches Ziel - die Flucht aus der Gefängnisregion - vergessen und stecken tief drin im Sog aus sammeln, herstellen, bauen. Wir hängen Trophäen an die Wände, dekorieren den Wohnbereich, ziehen immer neue, schönere, höhere Gebäude hoch. Und auch in unserer Umgebung hinterlassen wir unsere Fußspuren: Über einen breiten Fluss bauen wir eine Brücke, Reisezeit sollen zudem Aufzüge minimieren, mit denen wir schnell ganze Bergketten überwinden. Im seichten Wasser liegen unsere Fischfallen aus, im Fermentierungsfass brauen wir Met, der uns im kalten Norden den Magen wärmt. Und wer verschwendet schon einen Gedanken an Flucht, wenn zu Hause ein Festmahl, ein brennender Kamin und eine heiße Tänzerin auf ihn wartet? <strong>Conan Exiles </strong>im Test:&nbsp;Mit Keule in der Hand und Seil in der Tasche geht ihr auf Sklavenjagd. Habt ihr den Willen der NPCs am Rad der Schmerzen gebrochen, leisten diese euch gute Dienste. Quelle: PC Games Conan Exiles im Test: Mit Keule in der Hand und Seil in der Tasche geht ihr auf Sklavenjagd. Habt ihr den Willen der NPCs am Rad der Schmerzen gebrochen, leisten diese euch gute Dienste.

Conan Exiles im Test: Vom Überlebenden zum Sklavenhalter

Moment, Tänzerin? Jap, ihr habt richtig gelesen. Wir können in Conan Exiles die NPC-Bewohner der Spielwelt mit Keule, Seil und ein paar Runden im Rad der Schmerzen dazu "überreden", in unsere Dienste zu treten. Wir müssen nur darauf achten, dass wir keinen Zimmermann entführen, wenn wir einen Schmied für die Rüstungsproduktion suchen, oder einen Zuchtmeister, obwohl wir eigentlich einen Bodyguard auf unsere Reisen mitnehmen wollen. Die fleißigen Leibeigenen übernehmen lästige Aufgaben, steigern die Effizienz oder heilen uns, wenn wir uns an gruseligen Orten die Verderbnis eingefangen haben - womit wir erfolgreich den Bogen zur Tänzerin geschlagen hätten. Im echten Leben gehört Sklaverei auf jeden Fall verboten. In Hyboria funktioniert dieses Arbeitgeber-Arbeitnehmer-System wunderbar.

Conan Exiles im Test: Ein Hauch von Lore

<strong>Conan Exiles </strong>im Test:&nbsp;Im Dungeon Abschaumtiefen aktivieren wir Schalter mit unserem Bogen, um den Wasserstand zu verändern und so in neue Bereiche zu gelangen. Quelle: PC Games Conan Exiles im Test: Im Dungeon Abschaumtiefen aktivieren wir Schalter mit unserem Bogen, um den Wasserstand zu verändern und so in neue Bereiche zu gelangen. Wie bei anderen Survival-Games setzt Conan Exiles keinen allzu großen Schwerpunkt auf die Geschichte. Die Entwickler bieten jedoch durchaus die Möglichkeit, tiefer in die Lore einzutauchen. Einige NPCs greifen uns etwa nicht bei Sichtkontakt an, sondern bringen uns Emotes oder Rezepte bei und verraten uns im Dialog einige Hintergründe. Wir finden aber auch magische Steintafeln, Notizzettel und Tagebücher oder erleben an besonderen Orten eine Art Echo aus der Vergangenheit, das uns zeigt, was anderen Personen widerfahren ist. Wer sich an den Zielen der Verbanntenreise entlang hangelt, wird ebenfalls einiges erfahren, zum Beispiel vom Archivar in der Namenlosen Stadt oder von einem sprechenden Stab, den wir zuerst zusammensetzen müssen. Cineastisch inszenierte Ingame-Sequenzen, überraschende Wendungen oder einfach nur einen spannenden Plot dürft ihr indes nicht erwarten.

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  2. Seite 2 Conan Exiles im Test: Dungeons und Bosse, Kampfsystem, Technik, Meinung, Wertung
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