Conan Chop Chop: Weniger Diablo, mehr FTL - gamescom-Anspielbericht
Special
Conan Chop Chop - geboren aus einem Funcom-Aprilscherz schicken sich die Entwickler von Mighty Kingdom in eine barbarische Hack'n'Slay-Welt voller Strichmännchenhelden und fiesen Monstern. Unser erstes Fazit: Weniger Hack'n'Slay, sondern mehr ein Couch-Koop-Roguelike und dabei ähnlich herausfordernd wie Helldivers.
Das Conan-Universum wird seit Jahren von den Entwicklern des norwegischen Studios Funcom bespielt und entsprechend war es wenig überraschend, dass der Aprilscherz des Jahres 2019 irgendwas mit Conan zu tun hatte. Die Idee von Conan Chop Chop war geboren, die reichlich absurd klang. Conan und seine Mitstreiter, dargestellt als Strichmännchen mit überdimensionalem Schädel, würden in isometrischer Perspektive Monster schlachten. Sogar ein Trailer entstand zu diesem Aprilscherz!
Nur wenige Monate später gab's die echte Überraschung: Conan Chop Chop ist real! Im Rahmen der E3 2019 wurde verkündet, dass die Entwickler von Mighty Kingdom das Spiel umsetzen würden, Hersteller ist Funcom. Cool! Voller Neugierde haben wir deswegen die Indie-Booth der Chop-Chop-Macher auf der gamescom 2019 besucht, um einen Blick auf das Hack'n'Slay zu werfen. Vorweg aber schon einmal: Conan Chop Chop ist kein Slasher im Sinne von Blizzards Diablo, sondern mehr ein Couch-Koop-Roguelike. Failen gehört also zum Spielprinzip - und Himmel, wir haben oft gefailed!
Quelle: Funcom
Conan Autsch Autsch - Blocken und Ausweichen sind schon ziemlich wichtig.
Conan Dash Dash
Hirn aus, Spaß an, das war unsere Annahme von Conan Chop Chop, aber so einfach ist das definitiv nicht. Wir suchen uns einen der vier Charaktere aus - Conan, Pallantides, Valeria oder Bêlit - und werden mitten hinein ins Abenteuer geworfen. Mit der linken Schultertaste unseres Xbox-One-Controllers führen wir eine der wichtigsten Bewegungen aus: unser Held hebt den Schild und blockt. Mit der rechten Schultertaste gibt's den zweiten wichtigen Move: Dash. Nicht nur, damit wir Attacken ausweichen können, sondern wir heben damit auch negative Statuseffekte wie Gift oder Flüche auf. Einmal dashen und schon geht's dem Helden wieder gut. Allerdings verbraucht der kurze Speedboost Ausdauer, also sollten wir damit haushalten, um unserem kleinen Strichmännchenhelden in brenzligen Situationen den Pixelhintern retten zu können. Die Attacken selbst kommen angesichts der Wichtigkeit der Defensive in diesem Spiel weniger zum Tragen - was uns natürlich nicht davon abhält, mit der A-Taste wild in der Gegend herumzuspringen und mit der X-Taste den Säbel schwingen zu lassen.
Conan Chop Chop
Gemeinsam mit zwei Entwicklern wagen wir uns aus dem sicheren Dorf, Heimatort für allerhand Händler und Auftraggeber, hinaus in die Wildnis, wo uns gleich jede Menge gefährlicher Blobs, Skelettkrieger und Werwolfmenschen erwarten. An unserem Statusbalken beim Charakterporträt erkennen wir anhand der gefüllten Herzchen, wie es unserem Recken geht. Volle Herzen sind gut, leere Herzen nicht. Wir steuern auf einen Skelettbogenschützen zu und wollen ihn umchoppen. Das gelingt uns auch nach ein paar gedrückten Tasten - juhu! Auf zum nächsten Kampf gegen einen haarigen Wolfstypen. Zwei Schläge und er liegt im Dreck. Wir allerdings auch bald, denn unsere Herzchenanzeige ist rapide gefallen obwohl wir nicht erkannt hätten, dass uns der Gegner attackiert oder gar getroffen hätte. Uff, wir müssen also ein bisschen vorsichtiger sein... denken wir uns und rennen in eine Giftpfütze, die ein violetter Blob hinterlassen hat. "Dash, Dash", rufen die Entwickler und wir rufen "Ausdauer, Ausdauer!" Der Ausdauerbalken ist nämlich leer, und die DoTs, die unseren Helden dahinraffen sind fies und mächtig. Blindes Herumgedashe ist in Conan Chop Chop also nicht drin.
Conan Denk Denk
Überhaupt ist Chop Chop kein einfaches Spiel und verlangt uns einiges an Hirnschmalz ab. Auf einer einblendbaren Karte sehen wir zwar grob, durch welche Teilstücke der Map wir uns bewegen müssen, um etwa zu einem Dungeon zu gelangen - darin lassen sich mehr Herzchencontainer plündern. Der Weg dahin ist aber erstens nicht einfach zu finden und außerdem gespickt mit Gegnern. Immerhin können wir im Dorf Schlüssel kaufen (oder solche auch aus Verstecken erbeuten), mit denen wir wiederum aus Schatztruhen neue Rüstungen und Waffen ergattern. Hilft aber auch nichts, wenn wir ständig am Gras nuckeln. Immerhin können unsere Mitstreiter uns mit einem gefüllten Herzchencontainer wiederbeleben. Die Chance, dass wir in Sekundenbruchteilen aber wieder den Boden knutschen, ist relativ hoch. Immerhin bleiben uns für den nächsten Playthrough die Waffen erhalten, die wir vormals gefunden haben. Und außerdem sorgen zufällig generierten Karten für langanhaltenden Chop-Chop-Spaß.
Selbst also, wenn Conan Chop Chop ziemlich kindgerecht aussieht, ist es ein beinhartes und knackiges Roguelike-Hack'n'Slay, dessen Lernkurve zumindest in der Version, die wir ausprobiert haben, recht steil ist. Stellt euch vor allem in der ersten Zeit darauf ein, oft den Löffel abzugeben, bis ihr alle Tricks und Kniffe der Steuerung verinnerlicht habt. Immerhin seid ihr übrigens vor euren Koop-Couch-Kollegen sicher: Anders als etwa in Helldivers gibt's kein Friendly Fire. Chop Chop könnt ihr ab dem 3. September 2019 machen.
Update vom 26.08.2019, 16:46 Uhr: Gerade erreicht uns die Pressemitteilung, dass der Release von Conan Chop Chop auf das erste Quartal 2020 verschoben wurde.
