Code Vein in der Vorschau: Dungeons & Vampires - wir haben das Soulslike gespielt - mehr zu Story und Spielwelt
Special 42,49 €
Untot, aber Spaß dabei: Code Vein ist ein Soulslike mit Vampiren, Anime-Look und Koop-Unterstützung! Wir haben das Action-Rollenspiel ausführlich gespielt und verraten, wie stark es sich vom großen Vorbild Dark Souls unterscheidet - und wen das Werk der Macher von God Eater anspricht. Zähne gespitzt und losgebissen!
Code Vein sollte ursprünglich im September 2018 erscheinen. Doch dann: Verschiebung! Nun wagen sich die Blutsauger wieder ans Tageslicht, Ende April wurden wir eingeladen, um erneut einen Blick auf eine überarbeitete Version des Soulslike mit Vampir-Thematik zu werfen. Seit dem letzten Spieltermin - hier unsere Vorschau - hat sich laut Producer Keita Iizuka einiges getan, unter anderem wurde der Mehrspielermodus erweitert, an Dungeons gewerkelt, und ein gigantischer Editor hat den Weg ins Spiel gefunden! Aber der Reihe nach - denn zum ersten Mal können wir den Titel von Anfang an genießen, wir bekommen also einen Eindruck von der Story in Code Vein.
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Total Makeover
Doch zunächst zum Editor. Rollenspielfans verbringen gerne mal Stunden damit, die perfekte Spielfigur zu entwerfen, und angesichts der mannigfaltigen Optionen in diesem Baukasten ist das auch bei Code Vein keine abwegige Vorstellung. Da wir unter Zeitdruck stehen, basteln wir fix einen blonden Helden mit blau-roten-Augen und einer coolen Gasmaske zusammen. Zig Klamotten, Make-Up, Haar- und Hautfarben werden euch im fertigen Spiel vor die Qual der Wahl stellen. Erfreulicherweise, und das stellen wir auch bei den Kreationen der anderen Kollegen fest, sehen die Charaktermodelle im Spiel wirklich so aus, wie im Editor festgelegt. Hier lauern wohl keine im wahrsten Sinne des Wortes unschönen Überraschungen wie etwa bei Dragon Age: Inquisition.
Nach dem Aufenthalt im Editor führt ein Tutorial ins Spielprinzip ein - jedenfalls im fertigen Spiel, denn in unserer Vorschaufassung fehlen noch einige Inhalte wie Beschreibungstexte oder Dialoge, und das eben erwähnte Tutorial. Nicht weiter schlimm, wir haben ja schon Erfahrung mit dem Anime-Soulslike gesammelt. Bevor wir aber unser Können erneut beweisen, tauchen wir in die Story ein. Wir erwachen in einer zerstörten Stadt, unser Kopf ruht auf dem Schoß einer gut gebauten Dame (ihre Brüste wiegen sich im Wind). Wie wir später erfahren, heißt das Mädchens Io, und sie leidet unter Gedächtnisverlust. Wir sind geschwächt, haben keine Ahnung wo wir sind und werden prompt von zwei bewaffneten Kerlen gekidnappt. (jetzt kaufen / 42,49 € )
Blutige Perlen
Quelle: PC Games
Io heißt die rätselhafte Dame, bei der wir aufwachen. Sie scheint etwas darüber zu wissen, was in der zerstörten Welt vor sich geht, leidet aber an Gedächtnisverlust.
Warum? Das ist kompliziert, wir fragen zur Sicherheit mal beim Producer nach. Keita Iizuka erläutert uns das Setting etwas genauer: So leben in der postapokalyptischen Welt von Code Vein Vampire, die sogenannte Blood beads, also Blutperlen benötigen, um nicht wahnsinnig zu werden. Um die Stadt, in der wir uns befinden, liegt eine Barriere, der sogenannte Schleier. Innerhalb dieses Schleiers herrscht eine Vampirorganisation, die von den restlichen Vampiren in der Stadt Steuern verlangt - eben jene Blutperlen. Unsere undankbare Aufgabe ist es nun, für die Vampire, die uns entführt haben, die Drecksarbeit zu erledigen, nämlich Blutperlen aus dem Untergrund zu beschaffen, wo sich allerlei Monster tummeln.
Gemeinsam statt einsam
Immerhin sind wir dabei nicht alleine: Beinahe das ganze Spiel über werden wir von einem Buddy begleitet, dessen Steuerung die KI übernimmt - ein eklatanter Unterschied zu Dark Souls, einer der Inspirationsquellen von Code Vein. Im Laufe der Geschichte treffen wir unterschiedliche Begleiter mit diversen Spezialisierungen. Und bevor sich manch einer nun die Lippen leckt: Zwar lernt man die Kumpel näher kennen, je mehr Zeit man mit ihnen verbringt, Romance-Optionen sind aber nicht vorgesehen.
Quelle: PC Games
Unser alter Bekannter, der Ritter der Königin, verhaut uns auch bei der zweiten Spielsession ohne Gnade.
An dieser Stelle müssen wir natürlich weiter nachfragen: Kann man das komplette Spiel im Koop-Modus mit einem anderen Spieler erleben? Die erfreuliche Antwort von Iiuzka: Ja, das ist möglich! Während der Host seinen KI-Buddy im Koop-Modus behalten darf, reist der menschliche Kumpel solo an. Aber wie Swinger gerne sagen: Drei sind besser als zwei! Anders als in Dark Souls ist kein besonderer Status oder ein Item von Nöten, wenn man sich Hilfe holen möchte. Voraussetzung ist lediglich eine Internetverbindung und dass der Partner in einem ähnlichen Levelbereich unterwegs ist wie der Gastgeber. Kommuniziert wird per Gesten und Stempeln. Ein PvP-Modus hingegen ist nicht geplant. Das würde die Arbeit an der Balance rund um all die Blutcodes und Nahkampfwaffen wohl auch arg erschweren - darauf kommen wir gleich noch zu sprechen.
Der ewige Souls-Vergleich
Der Vergleich mit Dark Souls liegt nicht nur nahe, er ist nicht von der Hand zu weisen. Uns interessiert, was Iizuka dazu sagt, wenn man Code Vein als Anime-Dark Souls bezeichnet: Er findet die Bezeichnung nicht nur sehr treffend, sondern auch schmeichelhaft, betont aber, dass Code Vein über viele Alleinstellungsmerkmale verfügt. Wir stimmen zu, denn auch, wenn die Inspirationsquelle nicht zu verleugnen ist, zeigt schon der Einstieg, dass es sich bei Code Vein nicht nur um eine schnöde Blaupause handelt. Die Story wird viel ausufernder und weniger vage erzählt, Motivationen von Figuren werden klarer eingeordnet und allgemein trifft man auf sehr viel mehr Charaktere. Zu dem Mädchen Io haben wir eine besondere Verbindung, der wir im Spielverlauf auf den Grund gehen. Vom umfassenden Koop-Modus und Buddy-System mal zu ganz zu schweigen.
Quelle: PC Games
Nur nicht wagemutig werden! Oft lauern in schwer einsehbaren Ecken weitere Gegner, die uns nur zu gerne überraschen möchten.
Spielerisch hingegen geht es konservativ zu, statt Bloodborne oder gar Sekiro stehen beim Kampfsystem Demon's Souls und Dark Souls Pate. Jeder Hieb will gut geplant sein, denn bevor wir wieder blocken, rollen oder erneut zuhauen, muss die Animation abgeschlossen sein. Und das dauert eine Weile, vor allem bei den schweren Waffen wie Hammer oder Axt. In unseren wenigen Stunden im Spiel fanden wir eine beträchtliche Menge Waffen, und laut Iizuka liegt das nicht an der Vorschauversion - es wurden also nicht extra für das Testspielen mehr Waffen in den Anfangsbereichen platziert, um zum Experimentieren einzuladen und Überfluss vorzugaukeln .
Die Vampir-DNA
Wie gut wir mit welcher Waffe umgehen, hängt nicht direkt mit unseren Werten zusammen. Haben wir genug Haze gesammelt (das sind quasi die Seelen in Code Vein), verbessern sich die Attribute beim Aufleveln am Leuchtfeuer-Pendant automatisch. Vielmehr entscheidet unsere Kluft und unser Blutcode, worauf wir uns spezialisieren. Blutcodes sind die genetischen Fingerabdrücke der Vampire. Wir sind eine Besonderheit und können zwischen verschiedenen Codes wechseln, also eine Weile als Nahkampf-erprobter Berserker herumlaufen und bei der nächsten Rast auf eine Art Kampfmagier umsteigen. Nahkampf ist jedoch, auch wenn es Schusswaffen und Magie gibt, immer Teil des Geschehens. Denn nur durch sogenannte Drain-Nahkampfangriffe sammeln wir Blut, aus dem unsere Spezialfertigkeiten gespeist werden.
Fünf Zimmer, Küche, Sarg
Quelle: PC Games
In unserer Unterkunft kaufen wir ein und plaudern mit diversen NPCs. Diese Dame etwa hat praktische Verkaufsobjekte im Angebot.
Das alles klingt nicht nur komplex, sondern ist es auch. Wir gehen zwar davon aus, dass im Tutorial, das wir ja nicht spielen konnten, Details erklärt werden. Allerdings muss man sich in die Eigenheiten von Code Vein trotzdem einarbeiten, um Herausforderungen möglichst effektiv zu meistern, unsere aktiven Fähigkeiten finden ihren Platz etwa auf dem doppelt belegten(!) Steuerkreuz. Im Anfangsbereich, der übrigens der gleiche ist wie der Abschnitt, den wir beim letzten Mal spielten, reicht es noch locker aus, nach dem üblichen Dark-Souls-Schema vorzugehen: Zuhauen, wegrollen oder blocken, Ausdauer regenerieren, wieder angreifen. Nachdem wir aber aus dem Untergrund entkommen sind (und den ersten Boss erledigt haben), betreten wir zum ersten Mal unsere Basis. Durch einen Umweg sind wir unseren Entführern entkommen und schließen uns nun einer anderen Gruppe Vampire an. Im Hub kaufen wir ein (etwa Waffen, Klamotten oder Verbrauchsgegenstände wie Gegengift) und betreten den ersten Dungeons.
Ab ins Dungeon
Die Verliese sind optionale Bereiche im Spiel, die zum Aufleveln, Farmen und Grinden gedacht sind. Hier verbirgt sich nützliche Beute, aber die Feinde sind deutlich mächtiger als alles, was wir bis zu diesem Zeitpunkt über den Jordan geschickt haben. Hier treffen wir auch einen alten Bekannten, den Ritter der Königin, der uns in der letzten Vorschauversion schon Schweißperlen auf die Stirn getrieben hatte. Aber auch mit Hämmern bewaffnete Schwergewichte und peitschenbewehrte Todesengel warten auf unvorsichtige Beute. Hier hauchen wir zum ersten Mal unsere Seele aus - wie im Genre inzwischen üblich, sammeln wir unser verlorenes Gut wieder an der Stelle auf, an der wir es verloren haben. Der Lohn für unsere Tode und Mühen ist ein ordentlicher Stufenanstieg, von Level 12 verbessern wir uns auf Level 30! Die Level-Obergrenze wollte uns Iizuka zwar noch nicht verraten, aber bei 100 ist keinesfalls Schluss.
Menschenfeinde
Quelle: PC Games
Das war knapp: Mit einer Ausweichrolle entkommen wir dem heftigen Hammerschlag des ersten Bosses.
Was hat sich also geändert im Vergleich zum letzten Hands-On? Die Optik ist hübscher geworden, der Editor ist verfügbar, wir haben einen besseren Eindruck vom Setting und der Handlung bekommen, aber manche Fragezeichen bleiben auch nach der zweiten Spielsession bestehen. Allem voran die Frage nach der Abwechslung: Die Feinde wirken austauschbar und obschon wir inzwischen mehr unterschiedliche Widersacher erledigt haben, hoffen wir, dass in den kommenden Bereichen ausgefallenere Monster auf uns warten als nur humanoide Gegner. Von den Schleimen und Hunden abgesehen - und die verdienen weiß Gott keinen Innovationspreis - ähneln sich die Feinde nämlich bislang nicht nur im Aussehen, sondern auch in der Art und Weise, wie wir sie bekämpfen.
Vampire mit Anspruch
Der Fokus auf das langsame, in seiner Behäbigkeit beinahe schon rundenbasierte Kampfsystem wirkt angesichts eines Sekiro nicht mehr ganz zeitgemäß. Allerdings könnte diese Rückbesinnung auf Demon's Souls und Dark Souls gerade die Spieler abholen, denen schon ein Bloodborne zu hektisch ausfiel. Die müssen aber auch damit klarkommen, dass Code Vein keine Schilde bietet! Und dass man kein Problem mit Anime-Design haben sollte, das steht natürlich außer Frage. Obligatorisch müssen wir auch noch auf den Schwierigkeitsgrad zu sprechen kommen: Wer Erfahrung mit Soulslikes hat, weiß, was ihn erwartet und kommt ohne großen Frust in der ersten Spielstunde klar. Im Dungeon wird es anspruchsvoller, aber das liegt auch daran, dass die Gegner hier ein viel höheres Level haben.
Ein Jahr später
Quelle: PC Games
Die Stadt, in der Code Vein spielt, ist von einem merkwürdigen Schleier umgeben. Wir werden noch herausfinden, was es damit auf sich hat.
Soulslike ist inzwischen keine Nische mehr - es gibt ein großes Publikum für Spiele dieser Art, und am besten kommen die Exemplare an, die in der Lage sind, neben ihren Ähnlichkeiten zum "Original" mit überzeugenden Alleinstellungsmerkmalen aufzuwarten. Gerade der Fokus auf Koop-Spielen könnte bei vielen Skeptikern das Zünglein an der Waage sein, Code Vein eine Chance zu geben. Einen neuen Release-Termin für den Titel gibt es noch nicht. Womöglich werden wir auf der E3 2019 mit neuen Informationen versorgt - und vielleicht erscheint Code Vein mit einem Jahr Verspätung im September 2019. Hauptsache, das Spiel legt sich nun nicht wieder monatelang in seinem Sarg schlafen - frisches Blut braucht das Genre!
