Cocoon im Test: Auf Weltenreise mit dem Limbo-Schöpfer

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Cocoon im Test: Auf Weltenreise mit dem Limbo-Schöpfer
Quelle: Annapurna Interactive

Cocoon, das neue Puzzle-Abenteuer vom Schöpfer der Indie-Meisterwerke Inside und Limbo, nimmt den Spieler mit auf eine magische Reise voller surrealer, verspielter Welten. Im Test klären wir, ob sich der Ausflug auch lohnt.

Die Entwickler haben es geschafft, das meiste aus dem einen Knopf, den man zum Interagieren mit der Welt von Cocoon nutzt, herauszuholen. Selbst die Bosskämpfe erhielten maßgeschneiderte Mechaniken. Man weicht einem überdimensionalen Käfer aus, bis ein Orb erscheint, mit dem man den Boss nach und nach in die Knie zwingt. Oder man fliegt über ein Feld voller klebriger, alienartiger Flora, mit nur ein paar kleinen, verteilten Flächen, auf denen man sich frei bewegen darf.

Auch die Puzzles sind trotz der simplen Steuerung recht clever, jedoch nicht sonderlich kompliziert. Nach nur einem Blick weiß man meist genau, was das Spiel von einem will. Erst zum Schluss wird Cocoon ein wenig anspruchsvoller, doch insgesamt läuft man einfach durch das Spiel, ohne jemals wirklich stehen bleiben zu müssen, um zu überlegen. Gerade, wenn das Spiel richtig Fahrt aufnimmt, also nach etwa vier bis fünf Stunden, ist es dann auch schon vorbei. Ein oder zwei zusätzliche Orbs hätten dem Puzzle-Aspekt von Cocoon sicherlich geholfen. So bleiben die Glücksgefühle anderer Genrevertreter, nachdem man dort ein besonders schweres Rätsel gelöst hat, leider aus.

Der Protagonist aus Cocoon bewegt sich mit Kugel auf dem Rücken auf eine Sprungplattform zu. Quelle: Annapurna Interactive

Die Welt ist ein Dorf

Was den Titel wirklich hervorstechen lässt, sind die wunderschöne Optik mit den wunderlich aussehenden Umgebungen und sein fantastisches audiovisuelles Design. Jede Welt hat eine ganz eigene Farbpalette und ein Set an spezifischen Maschinen und Organismen. Von der braun-orangenen Wüste mit den warmen Sanddünen bis hin zur alienartigen Welt des lilafarbenen Orbs. Die Architektur verbindet auf verspielte Art und Weise natürliche Strukturen mit absurd wirkenden Gerätschaften, deren Zweck man jedoch trotz ihrer Außergewöhnlichkeit auf den ersten Blick begreift. Dann wird man während des Spielens mit triumphalen Klängen belohnt, die fast ein wenig an The Legend of Zelda erinnern, wenn man näher an die Lösung eines Rätsels gelangt. Es ist gar nicht so leicht zu beschreiben, wie hübsch Cocoon in seiner Gesamtheit ist. Das macht es umso tragischer, dass sich die Welt von Cocoon nicht wirklich erkunden lässt.

Es gibt zwar ein paar Geheimnisse, diese sind aber recht offen platziert. Hier und da wurden ein paar Abzweigungen verstreut, der Großteil davon führt jedoch sehr schnell in eine Sackgasse. Sie fügen dem Spiel also eigentlich nichts hinzu, sondern sind irgendwann eher nervig, wenn man wiederholt hin- und herlaufen muss, weil man verständlicherweise jeden Pfad ausprobieren möchte, falls doch irgendwo ein richtiges Geheimnis versteckt ist.

Der Protagonist aus Cocoon trägt eine Kugel über eine Brücke. Quelle: Annapurna Interactive Dieses lineare Design passt jedoch gleichzeitig wunderbar zum allgemeinen Spielgefühl von Cocoon. Eine ganze Welt verwandelt sich in ein schlichtes Objekt in der nächsten. Ein ganzer Planet ist nur eine Murmel in der Gesamtheit des Universums. Gleichzeitig funktioniert das Ökosystem jeder Welt aber nur im Einklang mit den anderen. Der Protagonist ist kein Held, der die Welten bereist, um einen bösen Zauberer zur Strecke zu bringen. Man ist lediglich ein kleines Zahnrad in der großen Maschine der Existenz. Zwar auf einer kosmischen Skala, doch man agiert weniger als eigenständiger Agent und mehr als ein Teil des Ganzen.

Wertung zu Cocoon (PC)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Cocoon ist ein wunderschönes Puzzle-Adventure, das sein Potenzial jedoch nicht vollständig ausspielt.

Cocoon ist mit seiner wunderschönen Optik, den cleveren Designentscheidungen, der intuitiven Steuerung und den nicht sonderlich komplizierten Puzzles das perfekte Wohlfühlspiel. Wer einfach nur herausfordernde Puzzles haben will, deren Lösung dem Gehirn all die guten Hormone entlockt, wird sich mit Cocoon vermutlich schnell langweilen. Doch genau wie die einzelnen Welten nur ein Teil eines größeren Kosmos sind, sind auch die Puzzles lediglich ein Teil der Gesamtheit von Cocoon.

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