Ein unsterbliches Meisterwerk: Darum ist Chrono Trigger bis heute unerreicht

Special Sönke Siemens Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Ein unsterbliches Meisterwerk: Darum ist Chrono Trigger bis heute unerreicht
Quelle: Square Enix

Chrono Trigger feiert 30. Geburtstag. Wir werfen einen nostalgischen Blick zurück auf das legendäre Ausnahmespiel.

Geburtsstunde von New Game Plus

Chrono Trigger einmal durchzuspielen dauert - je nach Spielweise und Erfahrung mit dem Genre - zwischen 20 und 25 Stunden. Doch damit ist das Erlebnis noch lange nicht zu Ende. Im Gegenteil: Sobald der Abspann zum ersten Mal über den Bildschirm läuft, wird der sogenannte "New Game Plus"-Modus freigeschaltet.

Was heute bei vielen großen Games-Produktionen unterschiedlichster Genres zum guten Ton gehört, war damals ein echtes Novum und ermöglichte es den Spielern, einen neuen Durchlauf zu starten und dabei die bereits freigeschalteten Ausrüstungsgegenstände, Items (mit wenigen Ausnahmen), Fähigkeiten und Charakterlevel des vorherigen Runs zu behalten.

Die Hauptmotivation, die Geschichte noch einmal zu erleben, sind die mehr als ein Dutzend verschiedenen Spielenden. Sie alle wirklich zu Gesicht zu bekommen, erfordert Detektivarbeit und war schon in den 90ern ein wichtiger Faktor für die hohe Langzeitmotivation von Chrono Trigger.

Flankiert wird die wendungsreiche, oft sehr witzig inszenierte Geschichte von einem famosen Pacing, einer traumhaften Pixeloptik und einem phänomenalen Soundtrack, der größtenteils von Yasunori Mitsuda komponiert wurde.

In einem Gebäude Quelle: Moby Games Knapp zehn Stücke stammen allerdings von Genre-Veteran Nobuo Uematsu, der einsprang, als der völlig überarbeitete Mitsuda eines Tages mit Magengeschwüren ins Krankenhaus musste und für längere Zeit ausfiel. Der Gesamtkomposition ist dieser temporäre Ausfall jedoch nur bedingt anzumerken, und auch heute noch zählt der insgesamt drei CDs umfassende Soundtrack zum Besten, was die 16-Bit-JRPG-Ära hervorgebracht hat.

Versionsverwirrung

Obwohl Chrono Trigger im August 1995 auch in Nordamerika für das Super Nintendo erschien, nahm Square keine Umsetzung für den europäischen Markt in Angriff. Dies änderte sich auch nicht mit der später nur in Japan und Nordamerika veröffentlichten PlayStation-Version (dort zusammen mit Final Fantasy 4 als Final Fantasy Chronicles).

Diese wurde vom in Kyoto ansässigen Entwickler Tose übernommen, behob kleinere Programmfehler und ergänzte das Gesamtpaket um Anime-Zwischensequenzen, vier neue Musiktitel sowie ein Extrasmenü mit vielen spannenden Boni. Dazu gehören neben Film- und Musikplayer auch eine Artwork-Galerie, eine Übersicht aller Techs, Monster und Bosse, eine Schatzkarte sowie ein Viewer für bereits freigespielte Enden.

Flug in Fluggerät Quelle: Moby Games Eigentlich ein schönes Paket, doch die zähen Ladezeiten (die es im Original nicht gab) sowie das Fehlen sinnvoller Ingame-Innovationen machen die PlayStation-Version nur bedingt empfehlenswert. Genau diese Version wurde übrigens 2011 noch einmal als PSN-Titel für PlayStation 3, PSP und PS Vita veröffentlicht.

Bis auch Spieler in PAL-Regionen in den Genuss von Chrono Trigger kamen, dauerte es noch bis zur Veröffentlichung der Nintendo-DS-Version, die am 6. Februar 2009 in Europa erschien. Diese Umsetzung basiert auf dem SNES-Original, passt es aber elegant an das Doppelbildschirm-Set-up des Handhelds an, indem alle Menüs auf den unteren Bildschirm verlagert sind und die Steuerung auf Wunsch komplett per Stylus funktioniert.

Zusätzlich zu diesen Anpassungen gibt es zwei neue Dungeons namens Lost Sanctum und Dimensional Vortex, einen exklusiven Arena-Modus sowie ein weiteres Ende. Letzteres deutet Ereignisse aus dem PlayStation-Sequel Chrono Cross von 1999 an und dient somit als Bindeglied zwischen den beiden Teilen.

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