Ein unsterbliches Meisterwerk: Darum ist Chrono Trigger bis heute unerreicht

Special Sönke Siemens Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Ein unsterbliches Meisterwerk: Darum ist Chrono Trigger bis heute unerreicht
Quelle: Square Enix

Chrono Trigger feiert 30. Geburtstag. Wir werfen einen nostalgischen Blick zurück auf das legendäre Ausnahmespiel.

Starke Zeitreise-Story trifft auf unterhaltsames Kampfsystem

Doch was genau ist es, das die Rollenspiel-Fans so an Chrono Trigger so fasziniert? Nun, zum einen ist es zweifellos die für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Geschichte, die einen innerhalb weniger Minuten in ihren Bann zieht. Im Mittelpunkt der Handlung steht das Schicksal des jungen Crono.

Eigentlich will dieser zu Spielbeginn (1000 n. Chr.) nur ein paar schöne Stunden auf dem sogenannten Jahrtausendfest verbringen und die dortigen Attraktionen ausprobieren, allen voran den Kurzstreckenteleporter seiner erfindungsreichen Freundin Lucca. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

Denn kaum hat Crono den Teleporter erfolgreich benutzt, will ein Halskette tragendes Mädchen namens Marle die Erfindung ebenfalls ausprobieren. Doch das geht gründlich schief und Marle verschwindet in einem Zeitstrudel. Zurück bleibt nur ihre Halskette, die allem Anschein nach die Anomalie verursacht hat.

Crono, der das geheimnisvolle Mädchen sehr anziehend findet, schnappt sich die zurückgelassene Halskette, steigt ebenfalls in den Teleporter und findet sich kurz darauf 400 Jahre früher am selben Ort in der Vergangenheit wieder, wo er Hals über Kopf in ein dramatisches Abenteuer stolpert.

Story-Sequenz Quelle: Moby Games Dramatisch deshalb, weil bald klar wird, dass das Schicksal des gesamten Planeten von einer Entität namens Lavos bedroht wird und nur Crono und seine Crew die drohende Katastrophe verhindern können. Apropos Crew: Die wächst im Laufe des Abenteuers auf insgesamt sieben Charaktere an.

So trefft ihr zum Beispiel den Schwertkämpfer Frog im Mittelalter (600 n. Chr.), Robo in einer dystopischen Zukunft im Jahr 2300 n. Chr. und die mutige Stammeskriegerin Ayla in der Zeit der Dinosaurier (65 Millionen Jahre v. Chr.). Dabei gilt: Veränderungen in einer Zeitepoche wirken sich auch auf andere Epochen aus, was den Plot umso interessanter macht.

Auch das von Final Fantasy inspirierte Kampfsystem hinterlässt einen cleveren Eindruck. Zum einen, weil die Entwickler bewusst auf Zufallskämpfe verzichten. Vielmehr sind die Gegner stets in der Umgebung zu sehen und fordern erst dann zum Duell heraus, wenn man in ihr Blickfeld gerät oder aus dem Hinterhalt angegriffen wird.

Das heißt im Umkehrschluss: Konfrontationen lassen sich an vielen Orten gezielt vermeiden. Das ergibt nicht nur taktisch Sinn - etwa, wenn die eigene Truppe stark angeschlagen ist und einen weiteren Kampf nicht überleben würde -, sondern kommt auch dem generellen Flow der Geschichte sehr entgegen und machte den Titel in späteren Jahren obendrein für Speedrunner interessant.

Kampfbildschirm Quelle: Moby Games Zum anderen hat Square das Kampfsystem so gestaltet, dass die Auseinandersetzungen direkt im Level stattfinden und nicht auf einem separaten Kampfbildschirm. Eure drei Recken positionieren sich dann automatisch im Kampfgebiet und warten auf eure Befehle, während aufladende Zeitbalken bestimmen, wer als Nächstes an der Reihe ist.

Eine weitere Besonderheit des an die "Active Time Battle"-Mechanik von Final Fantasy angelehnten Kampfsystems sind die sogenannten Techs - physische und magische Spezialfähigkeiten, die die Helden im Tausch gegen Magiepunkte aktivieren können. Jeder der später insgesamt sieben spielbaren Charaktere kann bis zu acht solcher Techs freischalten, viele davon mit zum Teil sehr individuellen Fähigkeiten.

Mehr noch: Je nach aktueller Party-Zusammensetzung und gerade verfügbarer Menge an Magiepunkten sind heldenspezifische Zweier- und Dreier-Kombos möglich. Gerade diese Mechanik lädt immer wieder zum ausgiebigen Experimentieren ein und sorgt im Verlauf der Kampagne für viele schöne Überraschungen.

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