Castlevania: Curse of Darkness

Test

Warum die Enttäuschung verbergen? Das neue Castlevania macht fast alles falsch. Konami fährt mit seiner Traditionsserie Schlitten!

Castlevania: Curse of Darkness E s gab mal eine Zeit, da konnte man jede neue "Castlevania"-Episode blind kaufen. Solange es noch in 2D daherkam, war "Castlevania" ein absoluter Spielspaßgarant. Natürlich konnte das nicht für alle Zeiten gut gehen - wie jede andere Serie auch musste die Reihe auf Teufel komm raus in die dritte Dimension gehoben werden. Das Ergebnis waren zwei öde und zugleich hässliche Nintendo64-Spiele und ein mäßig spannendes Abenteuer auf der PS2, das mit den alten Plattform-Episoden eigentlich nur noch das Setting gemeinsam hatte.

Grafik - oder so...

Jetzt verspricht Konami: Alles wird besser! Elemente aus dem grandiosen "Symphony of the Night" sollten neben neuen Ideen ihren Weg in die neue Episode "Curse of Darkness" finden.

Stimmt auch, hat nur leider nichts gebracht, da man sonst so ziemlich jeden Aspekt in den Sand gesetzt hat. Das fängt schon bei der Grafik an: Wie bei den meisten aktuellen 3D-Titeln gibt es jetzt eine frei drehbare Kamera. Das ist aus Entwicklersicht ein kluger Zug, da man sich so keine Sorgen mehr um sinnvolle Kamerawinkel machen muss. Außerdem hat man damit eine willkommene Ausrede für weniger detaillierte Szenarios ("Aber dafür haben wir eine frei drehbare Kamera, da können wir eben nicht so viele Details einbauen..."). Für den Spieler bedeutet das permanentes Nachjustieren, grausame Schwenks und chaotische Kämpfe - "wo bin ich, wo ist das Monster?"

Dazu kommen größtenteils strunzlangweilige Szenarios. Der Wald im zweiten Level ist an Texturarmut kaum zu überbieten, in den Schlossgängen schiebt sich permanent eine Nebelwand vor euch her, sodass ihr vielleicht maximal zehn Meter weit sehen könnt.

Gewaltmarsch durch Transsylvanien

Mit mieser Grafik und fauler Kamera könnte man ja gerade noch leben. Das endgültige Aus kommt aber mit dem erbärmlichen Levelaufbau. Ihr elcht durch kilometerlange Gänge, haut gelegentlich ein paar Monster und fragt euch die meiste Zeit über, was das alles eigentlich soll. Die wenigen Abzweigungen führen euch meist auf durchschaubaren Umwegen zum selben Ziel wie der Hauptweg. Dazu sind die einzelnen Levels viel zu lang - ihr rennt teilweise eine gute Stunde durch mehr oder weniger identische Szenarios. Dabei donnert euch auch noch eine Stunde lang immer dieselbe Musik entgegen - und mag diese noch so nett sein, irgendwann könnt ihr sie einfach nicht mehr hören.

Das Fehlen von Plattform-Elementen lässt das Spiel endgültig zu einem schwachen Dauermetzler verkommen. Ihr haut auf den Schlagknopf bis der Daumen kracht und wünscht euch bald ein Pad mit Autofeuer-Funktion. Da helfen auch die neuen Spielelemente wie die Unschuldsteufel nicht mehr. Selbst ausgemachte Fans werden das Pad irgendwann gelangweilt zur Seite legen und zu besseren Genre-Vertretern greifen. TN

Wertung zu Castlevania: Curse of Darkness (PS2)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Teilweise nette Musikstücke...Viele verschiedene Waffen bringen Abwechslung
Extrem langweilige LevelsGnadenlos veraltete GrafikWenige MonsterartenOft fiese Kamera...die ihr nach 60 Minuten am Stück leid seid
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