Die Fans sehnen sich nach einem neuen 2D-Castlevania. Konami aber besteht auf 3D. Und das kommt dann dabei raus:
S chon seit den 80ern schickt Konami die Spieler auf Vampirjagd -- leider markiert die neue Episode den Tiefpunkt einer eigentlich großartigen Serie. Das kommt davon, wenn man jedem Klassiker auf Teufel komm raus die dritte Dimension aufzwingen muss!
STORY: In Transsylvanien hängt der Haussegen schief. Haben Held Hector und sein Kumpel Isaac gerade noch für ihren Chef Dracula malocht, kommt auf einmal so ein Belmont mit zwei Freunden daher und murkst den Boss ab. Und das, obwohl Isaac und Hector endlich mal ihre Überstunden abfeiern wollten. Klar, dass da mindestens einer von beiden durchdreht. Während sich Hector mit seiner besseren Hälfte in irgendeinem Kaff in der Wallachei zur Ruhe setzt, knobelt Isaac einen fiesen Plan aus und lässt Hectors Frau als Hexe verbrennen. Treulose Ex-Kumpel müssen bestraft werden, wie er findet. Der Plan geht natürlich prompt auf: Hector reist gleich mal zu Draculas Schloss, um sich Isaac zu stellen.
SPIEL: Dort wetzt er dann durch unendlich langweilige Gänge, haut Monster und freut sich gelegentlich mal über ein Level-up. Damit er nicht so alleine ist, besorgt er sich diverse Unschuldsteufel, die ihm im Kampf beistehen, ihn heilen oder ihm helfen, breite Schluchten zu überqueren. Sehr aufregend ist das alles nicht -- die Grafik ist ziemlich langweilig, passt damit aber gut zum Spielablauf. Monster hauen, weiterlaufen, Monster hauen... gähn.
FAZIT: Meine Güte, hier ist wirklich Hopfen und Malz verloren. War "Symphony of the Night" ein Feuerwerk aus Ideen und Spielwitz, ist die Langeweile hier allgegenwärtig. Das tumbe Feinde-Hauen langweilt trotz ordentlicher Waffenauswahl. Plattform-Elemente, eigentlich das Markenzeichen der "Castlevania"-Serie, gibt's gleich gar nicht. Die Musik kommt ganz nett, aber wenn Konami dem Spieler eine Stunde lang ein und dieselbe Melodie ins Ohr donnert, nutzt auch die sich ab. Das Schlimmste aber ist der uninspirierte Levelaufbau: Sie wetzen durch kilometerlange Gänge voller Nebel oder schlauchartige Waldstücke und hoffen vergeblich auf Abwechslung. Auch Abzweigungen führen lediglich auf Umwegen zum ursprünglichen Ziel. "Castlevania"-Neulinge wenden sich mit Grausen ab und greifen zu Besserem, Fans der ersten Stunde sind entsetzt darüber, was man mit der ehemals großartigen Serie angestellt hat. Also, bitte keine 3D-"Castlevanias" mehr! Es funktioniert einfach nicht.TN
