Call of Duty: Vanguard: Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Closed Beta
Special
Am vergangenen Wochenende fand eine erste Closed Beta für Call of Duty: Vanguard statt. In der konnten Vorbesteller auf der Playstation 5 schon mal erste Eindrücke zum Gameplay des neuen Ego-Shooters von Sledgehammer Games sammeln. Auch wir haben uns auf die Schlachtfelder des 2. Weltkriegs gestürzt, uns in zahlreichen Multiplayer-Matches gemessen und verraten euch in diesem Special unsere bisherigen Eindrücke.
Am 5. November geht mit Vanguard der neueste Ableger der Call-of-Duty-Reihe an den Start. Die schickt euch wieder zurück auf die Schlachtfelder des zweiten Weltkrieges, wo ihr euch mit Alliierten und Achsenmächten gegenseitig die Köpfe weg ballern dürft. Bereits vor dem finalen Release fand nun eine PS5-exklusive Closed Beta des Multiplayer-Modus statt. Die haben wir uns für euch mal näher angeschaut und verraten, welche nennenswerten Änderungen uns in Sachen Gameplay so aufgefallen ist.
Lesetipp: Alle Infos zu Story, Setting und Charakteren findet ihr in unserer großen Kampagnen-Vorschau des WW2-Shooters.
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Neue Minimap
Fangen wir direkt mal mit einer der kontroversesten Neuerungen an: der Minimap. Hier haben sich die Entwickler von Sledgehammer Games am zwei Jahre alten Modern-Warfare-Reboot orientiert. Das heißt: Spieler, die auf dem Schlachtfeld einen Schuss ohne Schalldämpfer abgebt, tauchen nicht als rote Punkte auf der Karte auf - anders als noch in Black Ops Cold War. Wollt ihr das ändern, müsst ihr dafür einen neuen Perk namens "Radar" ausrüsten. Nur mit dem wird euch die Position feuernder Feinde angezeigt.
Quelle: PC Games
Der taktische Sprint bringt nochmal ein wenig Dynamik ins Spiel. Insgesamt spielt sich Vanguard aber etwas langsamer als sein Vorgänger.
In der Community stößt das bereits auf einigen Gegenwind. Viele Spieler fordern lautstark eine Rückkehr zur klassischen Minimap. Das neue System mache Schalldämpfer vollkommen überflüssig und Campen viel zu einfach. Ob die Entwickler sich das Feedback tatsächlich zu Herzen nehmen, bleibt abzuwarten. Zumindest in Modern Warfare wurde die Karte allerdings nochmal angepasst, nachdem Entwickler Infinity Ward über das erste Beta-Wochenende hinweg mit negativer Kritik überschüttet wurde.
Türen und taktische Sprints
Apropos Modern Warfare: Nicht nur die Karte, auch einige andere Elemente aus dem 2019 erschienenen Call-of-Duty-Ableger feiern in Vanguard eine Rückkehr. So habt ihr nun wieder die Möglichkeit, Türen und Fenster zu schließen oder zu einem taktischen Sprint anzusetzen. Bei dem seid ihr zwar schneller unterwegs, schultert allerdings auch eure Waffe. Ihr braucht also länger, um aus der Lauf- in die Ziel-Animation zu wechseln, was euch anfälliger für Gegenangriffe macht. Zu guter Letzt ist es nun auch wieder möglich, eure Waffe aufzulegen. Ihr könnt also eure Knarre auf Fensterbänken, Tischen oder an Türrahmen anlehnen, so den Rückstoß besser kontrollieren und präziser zielen. Neu ist dabei, dass ihr euch in Deckung nun auch nach rechts und links bewegen und sogar blind feuern könnt. Darunter leidet aber natürlich eure Treffsicherheit.
Abschussserien
Quelle: PC Games
Statt Punkteserien erwarten euch in Call of Duty: Vanguard wieder Abschussserien. Der Goliath ist eine Weltkriegsversion der Fernlenkladung.
In Black Ops Cold War setzten die Entwickler noch auf Punkteserien. Ihr wart also über den Verlauf eines Matches damit beschäftigt, Punkte für Abschüsse, Assists und erfüllte Team-Ziele zu sammeln. Mit denen konntet ihr dann Belohnungen wie eine Fernlenkladung oder eine Aufklärungsdrohne freischalten. Vanguard kehrt stattdessen wieder zu Abschussserien zurück. Es geht also darum, mehrere Spieler hintereinander zu erledigen, ohne dabei selbst draufzugehen. Nur für drei, vier oder mehr Abschüsse in Folge gibt es Boni. Sterbt ihr zwischendurch, wird euer Kill-Count zurückgesetzt und ihr müsst eure Serie von vorne starten.
Überarbeitete Klassenerstellung
Passend zu den Abschussserien werfen wir auch noch einen Blick auf die restlichen Möglichkeiten bei der Klassenerstellung. Hier hat sich nicht allzu viel getan: Ihr habt nach wie vor die Wahl aus einer Primär- und einer Sekundärwaffe, drei Perks, einem tödlichen und einem taktischen Ausrüstungsgegenstand. Dazu kommen die Feldaufrüstungen, die sich im Verlauf eines Matches aufladen. Die sind jetzt aber nicht mehr von eurem Operator abhängig, sondern frei wählbar. Wildcards, die euch zusätzliche Boni gewähren, gibt es im Gegensatz zum letzten Jahr keine mehr.
Quelle: PC Games
Beim Waffenschmied gibt es künftig noch mehr Möglichkeiten. Im Unterpunkt "Fertigkeiten" könnt ihr beispielsweise eine Akimbo-Option für eure Pistolen auswähle.
Knarren lassen sich erneut beim Waffenschmied anpassen. Hier könnt ihr wieder aus einer Reihe an Läufen, Visieren, Griffen, Mündungen und jede Menge anderem Kram wählen. Anders als noch in Modern Warfare und Black Ops Cold War sind dieses Mal sogar bis zu zehn Aufsätze pro Waffe möglich! Entsprechend haben die Entwickler nochmal ein paar neue Optionen hinzugefügt. Die spannendsten sind wohl Proficiency und Kit, die euch jeweils nochmal eine Art Waffenperk mit einer zusätzlichen Fähigkeit verpassen. Ihr habt dann beispielsweise eine größere Nahkampfreichweite, könnt beim Zielen länger die Luft anhalten, im Sprinten schießen oder Akimbo- Pistolen ausrüsten. Zudem dürft ihr künftig aus verschiedenen Munitionsarten wie Brand- oder Vollmantelgeschossen wählen.
Interaktive Karten
Bereits in vorherigen Call-of-Duty- Teilen waren einige Map-Elemente demolierbar. Ihr konntet Gegner etwa durch eine dünne Wand erschießen. So richtige Umweltzerstörung, wie man sie aus Battlefield kennt, gab es allerdings nicht. Die wurde erst jetzt in Vanguard eingeführt, zumindest so ein bisschen. Die im Vorfeld angepriesenen "Reactive Environments" erlauben es euch natürlich nicht, plötzlich die gesamte Umgebung in Schutt und Asche zu legen. Ein klein wenig mehr Chaos ist aber schon möglich. Auf jeder Karte erwarten euch einige ausgewählte Objekte, die ihr kaputt machen könnt: Holzverschläge, Bretterwände, kleinere Kisten und dergleichen. Das eröffnet euch neue taktische Optionen. Ihr könnt zum Beispiel wie der Kool-Aid Man durch die Wand brechen und eure Gegner überraschen. Neben den "Reactive Environments" sind uns auch noch ein paar andere Interaktionsmöglichkeiten aufgefallen. Auf der Karte Gavuntu ist es beispielweise möglich, einen kompletten Herrschaftspunkt zu bewegen, indem ihr den Lift eines gestrandeten Militärschiffs aktiviert. Coole Sache, Sledgehammer Games, gerne mehr davon!
Neue Modi
Bereits während einer ersten Alpha-Phase im August stellten die Entwickler von Call of Duty: Vanguard (jetzt kaufen 67,17 € ) den neuen Spielmodus Champion Hill vor, einen Mix aus Battle Royale und 2-gegen-2-Feuergefechten. In der Beta wurde jetzt noch eine weitere Spielvariante enthüllt: der Patrouillen-Modus. Der funktioniert so ein bisschen wie Stellung. Es gilt also, einen Punkt auf der Karte einzunehmen und zu verteidigen. Dafür gibt's dann Punkte. Der Haken an der Sache ist aber, dass besagter Punkt nicht mehr fix an einem Ort bleibt, sondern in einer festgelegten Route über die Karte wandert. Das sorgt nochmal für zusätzliche Dynamik. Ihr könnt euch nicht mehr verschanzen und darauf warten, dass der Gegner einen Angriff startet. Stattdessen müsst ihr ständig in Bewegung bleiben und die Augen nach allen Seiten offenhalten.
Quelle: PC Games
Randale! Call of Duty: Vanguard erlaubt es euch endlich, auch die Kartenumgebung ein klein wenig kaputt zu machen.
Eine weitere Änderung in Sachen Modi: Die großen Schlachtfelder wie Modern Warfares Bodenkrieg für bis zu 64 Spieler oder Black Ops Cold Wars Fireteam für bis zu 40 Teilnehmer wurden gestrichen. Stattdessen fokussiert sich ein Großteil der 20 zum Launch verfügbaren Maps in Call of Duty: Vanguard auf die klassischen 6-gegen-6-Matches. Wer etwas mehr Action haben möchte, der kann am Combat Pacing und damit am Player Count drehen. Das geht in drei Stufen: Tactical, Assault und Blitz. So sind bis zu 28 gleichzeitige Spieler auf einer Karte möglich, was natürlich ein komplett anderes Spielerlebnis bietet: Mal schleicht ihr taktisch durch die Gegend und späht die Umgebung nach Feinden aus. Mal erwarten euch Gegner hinter jeder Ecke. Grundsätzlich eine gute Idee, in der Beta gab's aber noch ein paar Probleme, besonders beim Spawning. Eine Blitz-Partie auf der Karte Hotel Royal verkommt so zu einem heillosen Durcheinander.
Bessere Grafik
Wie auch das Modern-Warfare-Reboot setzt Vanguard auf die IW 8.0 Engine. Im Vergleich zu Cold War, das auf einer leicht verbesserten Version der Black-Ops-3-Engine basiert, sind also ein paar deutliche Grafikverbesserungen erkennbar. Das diesjährige Call of Duty hat detailliertere Waffen, rundere Animationen, schärfere Texturen und eine natürlichere Beleuchtung. Auch Feuer, Rauch, Partikel- und Explosionseffekte fallen realistischer aus. Das Sound-Design wirkt voller und bassiger als im Vorgänger.
Entschleunigtes Spielgefühl
Quelle: PC Games
Ihr könnt durch das "Aufstützen"-Feature jetzt auch wieder um ecken lugen. Das kennt man so schon aus CoD: Modern Warfare.
Zu guter Letzt müssen wir natürlich auch nochmal ein paar Worte über das Gameplay selbst verlieren. Aber auch nicht zu viele, das soll hier ja keine ausschweifende Anspiel-Vorschau werden. Wir wollen an dieser Stelle einfach nur schon mal festhalten: Bisher spielt sich Vanguard deutlich langsamer als noch Black Ops Cold War. Die Charaktere wirken ein wenig träger, die Waffen schwerer und wuchtiger. Manche Aktionen, etwa das Nachladen, der Wechsel vom Sprint zum Zielen oder das Werfen von Granaten nehmen mehr Zeit in Anspruch. Vanguard scheint also eher bedachtes, taktisches Vorgehen zu belohnen und weniger auf das klassische Run and Gun früherer Call-of-Duty-Teile zu setzen. Das muss nicht jedem gefallen, ist aber eine nette Abwechslung zum leicht arcadigen Spielerlebnis aus dem letzten Jahr.
