Battlefield Portal in der Vorschau: Alle Infos zum großen Battlefield-Baukasten
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Battlefield Portal wird ein riesiger Baukasten-Modus, in dem Spieler ihre Matches bis ins kleinste Detail einstellen. Wir liefern euch alle Infos, welche Werkzeuge euch zur Verfügung stehen und wieso ihr euch schon mal auf Weltkriegspanzer gegen Robohund freuen dürft.
Spieleentwickler versprechen gerne das Blaue vom Himmel, wenn sie ihre Spiele ankündigen. Auch bei der Enthüllung von Battlefield 2042 konnten wir nicht noch mehr mit den Augen rollen, als uns einer der großen Multiplayermodi als eine "Liebeserklärung an die Fans" angepriesen wurde. Jetzt haben wir diesen ominösen Modus endlich gesehen und müssen zugeben: Das ist wirklich eine Liebeserklärung und eine Entschuldigung an die Fans für die Fehltritte der Reihe in den letzten Jahren!
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Das ist Battlefield Portal
Quelle: Electronic Arts
Battlefield Portal bringt verschiedene Epochen der Battlefield-Geschichte zusammen.
Battlefield 2042 will die Shooterreihe dieses Jahr wieder auf Kurs bringen und konzentriert sich auf das, was sie seit jeher ausmacht: Multiplayerschlachten! Deswegen stürzt man sich auf drei große Modi, von denen einer die angesprochene "Liebeserklärung" ist. Während der EA Play 2021 wurde diese nun enthüllt und wir können sie mit einer klaren Aufforderung beschreiben: Baut euch euer Battlefield selbst!
Der Battlefield Portal genannte Modus von Battlefield 2042 (jetzt kaufen ) ist im Grunde ein riesiger Battlefield-Baukasten. Ihr stellt euch in einem Editor eure ganz eigenen Spielmodi zusammen. Dabei müsst ihr euch nicht nur auf Battlefield 2042 beschränken. Battlefield Portal gibt euch Zugang zu drei weiteren Ären der Serie: Battlefield 1942, Battlefield Bad Company 2 und Battlefield 3. Im Pool der jeweiligen Epochen warten Waffen, Fahrzeuge, Maps, Klassen und Fraktionen von damals, die alle auf dem technischen Stand von heute sind. In Portal stecken quasi drei Mini-Remaster in einem.
Der Baukasten im Detail
Quelle: Electronic Arts
Valparaiso aus Bad Company 2 im neuen Technikgewand
Für den Editor hat das EA Studio Ripple Effect ein User-Interface gebaut, dass ihr in eurem Browser am PC oder auf dem Smartphone aufruft. Dort klickt ihr euch alles bequem zusammen. Das fängt ganz einfach an mit der Auswahl des Spielmodus. Rush, Conquest oder wollt ihr euch gleich einen ganz eigenen Spielmodus bauen? Anschließend wählt ihr die Maps auf denen sich alles abspielen wird. Dabei habt ihr die Wahl zwischen allen 2042-Karten, aber eben auch ausgewählten Maps von früher.
Aus Battlefield 1942 kommen "El Alamein" und "Ardennenschlacht", Bad Company 2 steuert "Arica Harbour" und "Valparaiso" bei und aus Battlefield 3 kehren "Kaspische Grenze" und "Noshar Kanäle" zurück. Alle Karten sind in der aktuellsten Frostbyte-Engine erstellt. Es wird also auch Zerstörung geben, von der man damals bei 1942 ja nur träumte. Auch die neuen Wettereffekte, wie der Wirbelsturm, sind mit drin, zumindest wenn man das möchte, denn ab hier geht es in die Tiefe. Nach den Karten wählt man Ären und Fraktionen. Auf Wunsch könnt ihr die Soldaten des Zweiten Weltkriegs gegen die Spezialisten aus Battlefield 2042 antreten lassen. Gemischte Teams aus mehreren Epochen gibt es hingegen nicht.
Nun kommen die Waffen, Fahrzeuge, Gadgets und Waffenaufsätze. Hier legt ihr genau fest, welches Team, welche Ausrüstung bekommt. Knife only? Kein Problem! Shotgun gegen Sniper? Warum nicht! Keine Sichtgeräte und nur Kimme und Korn? Alles klar! Nach Ausrüstung und Fraktionen folgen die Spieleinstellungen. Hier baut man sich auf Wunsch eigene Modi detailliert zusammen. Gerade die Hardcore-Fraktion kommt auf ihre Kosten, denn unter anderem entscheidet man, ob es Friendly Fire oder 3D Spotting gibt und die Minimap aktiviert ist.
Routine in der Subroutine
Quelle: Electronic Arts
Im Logic Editor können sich alle Enthusiasten noch einmal richtig austoben und ihren Spielmodus feintunen.
Auch absurdere Dinge sind einstellbar, wie die Geschwindigkeit, mit der man Rennen kann, oder ein asymmetrisches Match Einer gegen Hundert. Doch ist da noch lange nicht Schluss, denn wer will, landet nach allen Menüeinstellungen auf dem sogenannten Logic-Editor.
Dieses Board sieht nicht nur aus, wie Programmiercode, es ist im Grunde auch vereinfachte Programmsprache. Dort tauchen nämlich alle bisher getroffenen Einstellungen als Routinen und Subroutinen auf und gerade Bastler können nach Herzenslust und bis ins kleinste Detail feintunen. Die Befehle funktionieren alle nach dem "If this, than that" - Modell, wenn eine Sache passiert, löst man automatisch eine andere aus. Als Beispiel zeigt EA eine Autohealroutine, in der man auf 100 Prozent geheilt wird, wenn man einen Kill erzielt.
Hat man seinen Wunsch-Spielmodus fertiggestellt, behält man ihn entweder für sich und seine Freunde oder stellt ihn für alle zur Verfügung. Die Ersteller des Spielmodus haben dann auf den Servern, auf denen ihr Modus gespielt wird, Admin-Rechte.
Maximale Freiheit für die Spieler
Quelle: Electronic Arts
An der kaspischen Grenze werden wieder Gefechte ausgetragen und Sendemasten umgeschmissen.
Auf Nachfrage beim Creative Director erzählte man uns, dass schon ausführlich experimentiert und Modi gebaut wurden. Zum Beispiel ein "Infection"-Modus, wo ein Spieler beim Tod ins gegnerische Team wechselt, bis auf der anderen Seite nur noch einer übrig ist. Wir sind uns sicher, dass die Community sich genüsslich austoben wird.
Da durch diese massive Freiheit in den Einstellungsmöglichkeiten das Balancing natürlich schwierig wird, verraten uns die Entwickler bei Ripple Effect, dass sie es ganz pragmatisch einfach gar nicht balancen und es den Spielern überlassen. Wo man mit den Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg gegen moderne Kriegsmaschinerie keine Chance hat, gibt man der benachteiligten Mannschaft einfach einen Buff. Da sind die Spieler jedoch selbst gefragt.
Das bringt uns zu unseren Sorgen, die uns EA im Interview noch nicht ganz ausräumen konnte. Gerade bei solcher Freiheit wird es noch schwerer werden, Cheater zu erkennen. DICE versichert uns zwar, dass ihnen das bewusst ist und sie massiv an einer Lösung arbeiten. Wie das geregelt wird, sagt man uns aber noch nicht.
Quelle: Electronic Arts
Die Container-Gefechte aus Noshar-Kanäle könnten zurückkehren. Team Deathmatch auf der Karte wird selbst heute noch in Battlefield 3 gespielt.
Auch die Community kann ein Problem werden, denn selbst ohne das Spiel zu besitzen, kann jeder den Baukasten benutzen. Erst wenn man selbst spielen will, muss man Battlefield 2042 kaufen. Es ist also gut möglich, dass Battlefield Portal von Trollen geflutet wird, die leere oder rumpelig zusammengeklickte Modi online stellen. Die Experiences sollen von DICE und den Spielern zwar moderiert werden, doch solche Communitymassen lassen sich vor allem zu Release schwer steuern.
Trotzdem ist Battlefield Portal ein extrem umfangreicher Baukasten, der gleichzeitig auch noch als teilweiser Remaster alter Teile fungiert und damit sicherlich viele Fans glücklich machen wird. In Zukunft soll der Modus erweitert werden. Hier will man sich aber noch nicht festlegen und erst Mal schauen, was die Spieler nach Release so anstellen. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Bei unserer Präsentation handelte es sich um eine Pre-Alpha-Version. Trotzdem soll Battlefield Portal pünktlich zum Release von Battlefield 2042 am 22. Oktober 2021 verfügbar sein.
