Call of Duty: Modern Warfare: Realistisch, kontrovers und extrem intensiv - alles zum Reboot

Special Andreas Szedlak
Call of Duty: Modern Warfare: Realistisch, kontrovers und extrem intensiv - alles zum Reboot
Quelle: Infinity Ward/Activision

Wir haben das neue Call of Duty: Modern Warfare beim Studiobesuch bei Infinity Ward in Los Angeles präsentiert bekommen: Die Macher versprechen provokative Missionen, moralisch komplexe Charaktere und spürbare Emotionen. Wir konnten den Reboot der Modern Warfare-Reihe bereits ausgiebig begutachen und mit den Entwicklern sprechen und erklären in der Vorschau alles, was ihr zum neuen CoD-Shooter wissen müsst. Alle Infos zu Call of Duty: Modern Warfare gibts hier!

London im Oktober 2009: Auf dem Hotelflur klingt es wie in einem ein Kriegsgebiet. Wände und Türen können die lauten Geräusche von ratterndem MG-Feuer und heftigen Explosionen nicht absorbieren. Auch mein Zimmer wurde mit einer Surround-Anlage und Subwoofer ausgestattet. Ich liege in meinem Bett, blicke auf einen überdimensional großen Flat-TV. Meine Hände umklammern einen Xbox-360-Controller. "No Russian" heißt die folgende Mission in Call of Duty: Modern Warfare 2, das ich wenige Wochen vor Release des Spiels unter strengen Sicherheitsvorkehrungen testen darf.

"Kein Russisch" weißen die Kameraden meine Spielfigur im Fahrstuhl an. Die Tür öffnet sich. Was nun geschieht, sorgt für den bislang größten Skandal in der CoD-Historie. Zivilisten werden am Moskauer Flughafen zu Dutzenden niedergemäht. Ich traue meinen Augen nicht. Um auszuprobieren, ob mich das Team von Entwickler Infinity Ward tatsächlich aktiv an diesem Massaker mitwirken lassen möchte, betätige ich den Abzug meines Maschinengewehrs. Ich schieße auf den Boden (in der deutschen Verkaufsversion war eine aktive Beteiligung nicht mehr möglich). Ein Kloß steckt in meinem Hals, im Magen macht sich ein ungutes Gefühl breit ...

Das nächste Skandalspiel?

Ich sitze im Bauch des Riesenvogels A380, befinde mich auf dem Heimweg vom Enthüllungs-Event zu Call of Duty: Modern Warfare (jetzt kaufen ) in Los Angeles. Passagiere um mich herum konsumieren Filme wie Glass, Vice oder Johnny English - Man lebt nur dreimal. Doch ich verzichte auf das Entertainment-Programm der Lufthansa, starte den tags zuvor im Studio von Infinity Ward erstellten Audio-Mitschnitt. Ich schließe meine Augen.

Explosion am Londoner Piccadilly Circus. Schreie. Panik. Stürmung eines Terroristen-Safehouses. Raum für Raum. Tötung für Tötung. Babygeschrei. Zeitsprung. Mittlerer Osten. Raketenangriff. Kinder. Familie. Verzweiflung. Giftgas. Russisch.

Da ist es wieder, das ungute Gefühl im Magen. Mein Gehirn kennt den Unterschied zwischen Bits, Bytes und der Realität. Gedanken beeinflussen jedoch unsere Gefühle und ich denke gerade an ein kleines Mädchen, das mit seinem Bruder einen muskelbepackten russischen Söldner tötet - nachdem dieser gerade ihren Vater erschossen hat. Doch nun der Reihe nach.

Das ist Modern Warfare

Jeder Journalist im hauseigenen Kinosaal von Infinity Ward stellt sich gerade die gleichen Fragen: Call of Duty: Modern Warfare - was zum Henker haben die vor? Eine Fortsetzung, bei der die "4" für den vierten Modern-Warfare-Teil einfach unter den Tisch fallen gelassen wird? Eine neue MW-Trilogie? Ein Reboot?

Packend inszeniert und auf Realismus bedacht: Der MW-Reboot greift die Stärken der Erfolgstrilogie auf. Quelle: Infinity Ward/Activision Packend inszeniert und auf Realismus bedacht: Der MW-Reboot greift die Stärken der Erfolgstrilogie auf.
Infinity Wards Narrative Director Taylor Kurosaki liefert die Antwort. Er zieht einen Vergleich zu Casino Royale, dem Bond-Debüt von Daniel Craig. Längst nicht alles was in der Bond-Lore passiert ist, spielt für den aktuellen Bond eine Rolle, was sich an einem Dialog am besten festmachen lässt. Barkeeper: "Geschüttelt oder gerührt?" Bond: "Seh ich aus, als ob mich das interessieren würde."

Heißt bei Modern Warfare: Atomangriff, zerstörte Raumstation, Geiselnahme des Präsidenten, russische Invasion in die USA - all die Geschehnisse der MW-Trilogie sind im in der Gegenwart angesiedelten Reboot nie passiert. Dennoch gibt es signifikante Gemeinsamkeiten mit den erfolgreichen Modern-Warfare-Spielen, weshalb Infinity Ward sich auch dagegen entschieden hat, eine neue CoD-Reihe zu beginnen.

Neues, vertrautes Modern Warfare

Für den Reboot hat das Gründerstudio der Marke Call of Duty mehrere Entwickler von den Titanfall-Machern Respawn Entertainment zurückgelotst, unter anderem Joel Emslie, der beim neuen Teil als Art Director fungiert. Überdies sind in letzter Zeit Mitarbeiter von Naughty Dog zu Infinity Ward gewechselt.

Das Team stand nun vor der Herausforderung einerseits eine neue Formel zu erschaffen, um für ein frisches, modernes Spielerlebnis zu sorgen, das in die heutige Zeit passt. Eine Zeit, in der Kriege nicht mehr nur auf klassischen Schlachtfeldern mit festgelegten Fronten ausgetragen werden. Eine Zeit, in der es für moralische Fragen nicht nur schwarze oder weiße Antworten gibt, sondern graue. Die Linien dieses Graubereichs zieht jedoch jeder Mensch an anderer Stelle. Dies darzustellen, war ein zentrales Thema für die Storyschreiber bei Infinity Ward.

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Auf der anderen Seite möchten die CoD-Macher der großen Modern-Warfare-Fanschar wieder diesen Geist der Erfolgstrilogie spüren lassen. Dazu gehört, dass sich Auseinandersetzungen realistisch, erwachsen, und extrem intensiv anfühlen. Auch, dass ihr über modernste Militärausrüstung verfügt. Der Spieler soll sich laut Game Director Pat Kelly als "Badass" fühlen. Als harter Kerl, jedoch nicht als Superheld. Ihr kämpft in bestimmten Missionen aber auch aufseiten der Rebellen, was für Abwechslung sorgt und zudem für reizvolle David-gegen-Goliath-Gefechte.

Eine der Hauptfiguren im neuen Modern Warfare ist Captain Price, der bereits an den ersten drei Modern-Warfare-Teilen und an CoD: Ghosts mitgewirkt hat - Joel Emslie hatte ihn seinerzeit erschaffen. Der kauzige Bartliebhaber nimmt wieder eine wichtige Rolle in der Terroristen-Geschichte um russische, mittelöstliche und westliche Fraktionen ein. Wie von der MW-Reihe gewohnt, schlüpft ihr in verschiedene Charaktere. Dabei wechselt ihr regelmäßig die Seiten und erlebt zum Beispiel in einem Rückblick auf dramatische Weise, welches Ereignis die beiden Rebellenführer eines fiktiven arabischen Staates zu den meistgesuchten Terroristen der Gegenwart gemacht hat.

Captain Price war in allen drei bisherigen Modern-Warfare-Teilen zu sehen - ebenso wie John 'Soap' MacTavish und Nikolai. Von den beiden Letztgenannten fehlte beim Reveal-Event in Los Angeles noch jede Spur. Quelle: Infinity Ward/Activision Captain Price war in allen drei bisherigen Modern-Warfare-Teilen zu sehen - ebenso wie John "Soap" MacTavish und Nikolai. Von den beiden Letztgenannten fehlte beim Reveal-Event in Los Angeles noch jede Spur.

Giftgas-Angriff auf Kinder

Realistisch, intensiv, emotional: Belege für Infinity Wards Versprechen liefern die MW-Macher in Los Angeles anhand zweier Missionen: Townhouse und Hometown. Letztere Mission erlebe ich aus den Augen eines kleinen Mädchens. In einem Dorf im Mittleren Osten, das im fiktiven Land Eusacstan angesiedelt ist, wurde das Mädchen unter einem Trümmerhaufen verschüttet. Unweit von ihr liegt ihre leblose Mutter. Durch Klopfzeichen macht sich das Mädchen bemerkbar und wird schließlich aus dem Schutt geborgen. Ihr Vater nimmt sie in den Arm, um kurz darauf den tragischen Tod seiner Frau zu betrauern.

Weitere Raketen regnen herab. Der Vater nimmt seine Tochter an die Hand und versucht der tödlichen Gefahr zu entkommen. Ihre Flucht wird jäh gestoppt, als ein Lastwagen voller Soldaten ins Dorf fährt und mit quietschenden Bremsen anhält. Was sind das für Leute? Wollen sie vielleicht helfen? Die Dorfbewohner halten kurz inne und beobachten die Situation.

Sätze in russischer Sprache sind zu hören. Die Soldaten eröffnen das Feuer. Flüchtenden Zivilisten wird in den Rücken geschossen, Verwundete erhalten einen finalen Kopfschuss. Giftgas-Granaten hüllen die Szenerie in grünen Dunst.

Mein Atem stockt. Ich habe in meiner über 30-jährigen Laufbahn als Videospieler schon vieles gesehen. Dennoch zucke ich zusammen. Zu realistisch sind die Tötungsaktionen dargestellt, zu markerschütternd die Schreie der Dorfbewohner. Die meisten Zivilisten haben keine Chance zu entkommen.

Der Vater führt seine Tochter durch enge Gassen zu seinem Haus. Er verschließt die Tür. Im Gebäude wartet der Bruder des kleinen Mädchens, fragt nach seiner Mutter. "Mama wird nicht kommen", antwortet der Vater. Die beiden Kinder erhalten Atemschutzmasken ausgehändigt. Von draußen sind russische Kommandos zu hören. Plötzlich durchbricht ein Soldat die Tür. Muskelbepackt und mit schusssicherer Weste ausgestattet, bedroht er die Familie mit seinem Maschinengewehr. Todesmutig stürmt der Vater auf den Soldaten zu, ringt mit ihm um sein Gewehr. Vier Schüsse fallen. Die Kinder müssen mit ansehen, wie ihr Vater an der Wand in sich zusammensackt.

David gegen Goliath

Bis dahin verlief die Hometown-Mission weitestgehend als dramatisch inszenierte Skript-Sequenz. Der Spieler musste lediglich dem Vater zum Haus folgen. Nun aber trifft man eigene Entscheidungen. Auf der Suche nach dem Mädchen schleift der Soldat den Jungen durchs Haus. Das Schwesterlein krabbelt durch ein Loch in der Wand, um dem bösen Mann in den Rücken zu fallen. Mit einem Messer verwundet sie ihn am Bein und versteckt sich sogleich wieder. Wild fluchend ballert der Soldat um sich.

Als Zuschauer bange ich mit dem Mädchen. Die Kleine umkreist den Soldaten noch weitere Male, verwundet ihn mehrmals von hinten. Allerdings wirkt der Hüne unbezwingbar, er setzt die Suche nach dem Mädchen fort. Die Aussichtslosigkeit dieses ungleichen Duells sorgt für enorme Spannung, mein Herz pocht.

Als das Mädchen den Soldaten erneut von hinten angreift, fasst ihr Bruder seinen ganzen Mut zusammen und springt den Koloss an. Dieser ist für einen Moment abgelenkt. Das Mädchen greift das herabhängende Gewehr, entreißt es dem Soldaten und schießt ihm in den Rücken. Der 100-Kilo-Mann sackt zu Boden. Er macht keinen Mucks mehr.

Natürlich habe ich mich in dem Moment gefragt, wie realistisch es ist, dass ein kleines Mädchen einem Soldaten das Gewehr stibitzt und ihn damit erschießt. Allerdings wird in der Mission nicht ganz klar, wie alt das Mädchen nun wirklich ist. Außerdem sind Menschen in Todesangst bekanntermaßen zu Dingen fähig, die unter normalen Umständen als unvorstellbar gelten.

Viele Umgebungen wurden mittels Fotogeometrie-Technik erstellt. Dadurch sind Detailgrad und Texturqualität merklich höher als in früheren CoD-Teilen. Quelle: Infinity Ward/Activision Viele Umgebungen wurden mittels Fotogeometrie-Technik erstellt. Dadurch sind Detailgrad und Texturqualität merklich höher als in früheren CoD-Teilen.

Moderne Technik

Neben der enormen Intensität dieser Szenen, durch die Emotionen wie Mitgefühl, Angst und Trauer in mir geweckt werden, zeigt sich in der gezeigten Mission auch die deutlich verbesserte Grafik. Im Vergleich zu früheren CoD-Teilen haben die Macher die Engine mächtig aufgefrischt. Das Team nutzt moderne Techniken wie Performance-Capturing, teilweise mit echten Navy-Seal-Soldaten. Außerdem wird die Umgebungsgrafik mithilfe von fortschrittlicher Fotogrammetrie-Technik erstellt.

Fotogrammetrie wandelt hochauflösende Fotos mit einer speziellen Software in 3D-Modelle um. Zwar gibt es Art Director Joel Emslie kehrte von Respawn Entertainment (Titanfall, Apex Legends) zu Infinity Ward zurück. Er hatte seinerzeit Modern-Warfare-Charakter Captain Price gestaltet, der auch im MW-Reboot eine wichtige Rolle spielen wird. Quelle: Infinity Ward/Activision Art Director Joel Emslie kehrte von Respawn Entertainment (Titanfall, Apex Legends) zu Infinity Ward zurück. Er hatte seinerzeit Modern-Warfare-Charakter Captain Price gestaltet, der auch im MW-Reboot eine wichtige Rolle spielen wird. dieses Verfahren bereits seit über zehn Jahren. Doch in den letzten ein bis zwei Jahren wurde die Software laut Art Director Joel Emslie enorm verbessert, wodurch es nun nicht nur möglich ist, fotorealistische 3D-Umgebungen zu erzeugen, die vor Objekten wie alten Motorrädern oder Panzerwracks nur so strotzen. Die Grafik lässt sich auch in butterweichen 60 Bildern pro Sekunde darstellen - bei unserem Studiobesuch auf einer PS4 Pro.

Durch Fotogrammetrie hievt Infinity Ward den Detailgrad auf ein neues Level. Die Technologie spart dem Studio, das seit etwa drei Jahren an Modern Warfare arbeitet, zudem jede Menge Zeit. Allein für die fotorealistische Modellierung einer rostigen Tür hätte ein Grafiker laut Emslie Jahre gebraucht. Die Umgebungsfotos wurden teilweise von Drohnen fotografiert, wodurch sich große Areale schnell abarbeiten ließen.

Fotogrammetrie kam sogar bei der Modellierung von Leichen zum Einsatz. Hierfür zogen sich Freiwillige aus dem Team zerrissene Klamotten an, wurden geschminkt und stellten sich dann tot. Die Grafiker achteten darauf, dass die Charaktermodelle realistisch mit dem Boden "verschmelzen", etwa leicht im Lehmboden versinken. Auch Beleuchtung und Shader wurden entsprechend angepasst.

PC-Zocker kommen in den Genuss einer optimierten Fassung von Call of Duty: Modern Warfare. Unter anderem verfügt die auf Battle.net verfügbare PC-Version über DirectX-Raytracing.

Charaktermodelle besitzen in Modern Warfare ebenfalls einen beeindruckenden Detailgrad. So flattern Ausrüstungsteile wie taktische Umhänge, Netz-Tarnung, ja sogar Schnürsenkel bei Bewegung realistisch umher. Dies wird ganz besonders in der zweiten Mission deutlich, die uns in Los Angeles gezeigt wurde - und die kaum minder intensiv war, als der Abschnitt im Mittleren Osten.

Bei den Charaktermodellen ist der Bezeichnung 'fotorealistisch' sicher nicht zu hoch gegriffen. Quelle: Infinity Ward/Activision Bei den Charaktermodellen ist der Bezeichnung "fotorealistisch" sicher nicht zu hoch gegriffen.

Eiskalte Exekutionen

Auch die Townhouse-Mission beginnt mit einem beklemmenden, überaus realistisch dargestellten Vorfall: Terroristen begehen im Norden Londons, am weltberühmten Piccadilly Circus, ein Sprengstoff-Attentat. Die Bombe befindet sich in einem Lieferwagen, der kurz vor dem belebten Platz zur Explosion gebracht wird. Das Ausmaß und das Leid sind verheerend.

Aufgabe der Tier-1-Einheit ist es nun, das Safehouse der Terroristen zu stürmen und die Attentäter auszuschalten. Ein Teil des Trupps bricht durch die Hintertür, ein anderer Teil steigt über eine mitgebrachte Auszieh-Leiter durch ein Fenster im ersten Stock ein. Eine Frau betritt die Küche und wird von einem Soldaten zu Boden gedrückt.

Die Männer betreten das Treppenhaus, aktivieren ihre Nachtsichtgeräte. Hinter einer geschlossenen Tür sind Stimmen zu vernehmen. Die Tür wird gesprengt. Zwei Terroristen werden vom Spieler mit klinischer Präzision eliminiert. Die Tier-1-Soldaten flüstern militärische Kommandos ins Mikro.

Die leuchtenden Punkte an Waffe und Kampfanzug sind nur bei aktiviertem Nachtsichtgerät zu sehen. Dadurch fällt es leichter, Freunde von Feinden zu unterscheiden. Quelle: Infinity Ward/Activision Die leuchtenden Punkte an Waffe und Kampfanzug sind nur bei aktiviertem Nachtsichtgerät zu sehen. Dadurch fällt es leichter, Freunde von Feinden zu unterscheiden.

Weiter geht es die Treppe hoch, zur nächsten geschlossenen Tür. Zwei Terroristen werden dahinter erschossen. Ein weiterer hat sich in der Toilette versteckt, ballert mit der Schrotflinte durch die Tür. Die Spielfigur tritt reflexartig einen Schritt zur Seite und schießt mit seinem Sturmgewehr durch die Wand. Er öffnet die Tür, sieht den durchsiebten Leichnam auf der Kloschüssel liegen, und schnappt sich die Schrotflinte.

Babyschreie

Wieder geht es durchs enge Treppenhaus einen Stock höher. Hinter der nächsten Tür stürmt ein Terrorist auf die Spielfigur zu. Der Soldat verschießt panisch sein gesamtes Magazin. Er hat jedoch noch seine Schrotflinte dabei, die er unterwegs aufmunitioniert hat. Damit durchlöchert er den Angreifer, der röchelnd zu Boden sinkt.

Einen der Kameraden hat es erwischt, er wird von einem Kollegen verarztet. Das nächste Stockwerk stürmt die Einheit mit nur noch zwei Mann. Babygeschrei ist zu hören. Hinter der Tür steht eine Frau, sie rennt panisch zum Kinderbett. Fast wäre auch sie eliminiert worden, doch sie holt keine Waffe aus dem Bettchen, sondern ein Baby. Auf der anderen Seite des Raumes hat sich ein weiterer Terrorist in einer Ecke versteckt. Er wird kaltblütig ausgeschaltet.

Es geht hoch zum letzten Stockwerk. Die verriegelte Tür wird aufgebrochen. Dahinter hält eine Frau ihre Hände in die Höhe, als wolle sie sich ergeben. Dann greift sie urplötzlich zu einer auf der Kommode liegenden MP. Unsere Spielfigur schaltet die Frau aus.

Was mir in beiden gezeigten Missionen aufgefallen ist: Die KI-Gegner verhalten sich realistischer als in jedem CoD-Teil zuvor. Feinde zögern, ergeben sich, flüchten oder wenden Tricks an. Die virtuellen Widersacher wirken menschlich, vermitteln den Willen zu überleben. Natürlich sind viele der beschriebenen Szenen geskriptet. Es bleibt abzuwarten, wie sich die KI in Massengefechten verhält, die es im Reboot ebenfalls geben wird.

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Brachiale Soundkulisse

Das Movement wirkt gewohnt eingängig und profitiert von den 60 Bildern pro Sekunde. Stolz sind die Macher auch auf das realistische Gunplay, das dem Spieler ein optimales Gefühl über das Gewicht und die Schadenskraft der Waffe vermitteln soll. Künftig lassen sich Waffen nachladen, ohne die Zielansicht zu verlassen.

Bildergalerie

Zum hohen Realismusgrad tragen überdies die Soundeffekte mit Dolby-Atmos-Unterstützung bei. Damit meine ich nicht nur die Schussgeräusche, die optimal an die jeweilige Umgebung angepasst sind, sowie die perfekt zu vernehmende mechanische Reibung der unterschiedlichen Waffen beim Feuern und Nachladen. Beeindruckend ist ebenso, dass getroffene Gegner nicht einfach nur tot umfallen, sondern realistisch röcheln, husten und verzweifelt um ihr Leben kämpfen.

Infinity Ward hat im Zuge der Enthüllung neben einem klassischen Multiplayer-Part auch einen neuen Koop-Modus angekündigt, der verschiedene strategische Aufgaben bieten soll. Hoffentlich orientiert sich dieser am Spec-Ops-Modus, der in Modern Warfare 2 und Modern Warfare 3 für viel Spielspaß gesorgt hat.

Auf der E3 2019 in Los Angeles (11. bis 14. Juni) wird Infinity Ward neue Infos und Spielszenen zu Call of Duty: Modern Warfare präsentieren, voraussichtlich auch zum Multiplayer-Part, den wir dann hoffentlich ausprobieren dürfen.

Ich freue mich schon sehr auf Neues aus dem MW-Reboot! Call of Duty: Modern Warfare erscheint am 25. Oktober für PC, PS4 und Xbox One. Ab sofort lässt sich der MW-Reboot vorbestellen. Als Bonus erhalten Vorbesteller einen Prestige-Token für Call of Duty: Black Ops 4, der sich sofort einsetzen lässt.

Was haltet ihr vom Reboot der Modern-Warfare-Reihe? Findet ihr, dass die in meiner Vorschau beschriebenen Missionen (z.B. Giftgas auf Kinder) Grenzen überschreiten? Ich bin gespannt auf eure Kommentare?

Meinung

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