Call of Duty Modern Warfare 3: "Wir nehmen sehr ernst, was die Community sagt" - Entwickler-Interview
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Bereits vor dem Release von Call of Duty MW 3 hatten wir die Gelegenheit, im Interview mit Entwicklern bei Sledgehammer Games über die Kampagne zu sprechen.
PC Games: Nachdem MW2 aus der Feder von Infinity Ward stammt und MW3 nun in eurer Hand liegt, stellt sich die Frage, was die größte Herausforderung bei der Entwicklung war. Oder lief alles reibungslos ab?
Swenson: Ich denke eher, dass es eine coole, neue Möglichkeit war. Es war etwas, dass wir zuvor noch nicht gemacht hatten - also eine direkte Fortsetzung im nächsten Jahr auf den Markt zu bringen. In vergangenen Spielen mussten wir die Leute zurückbringen, nachdem sie die Marke vielleicht für drei Jahre nicht gespielt haben. Aber dieses Mal sind die Charaktere den Leuten nach wie vor im Gedächtnis.
Wir müssen Graves beispielsweise nicht erneut vorstellen. Jeder weiß, wer er ist. Alle konnten ihn letztes Jahr spielen. Da ist es eine schöne Gelegenheit, mit Infinity Ward zusammenzuarbeiten. Logischerweise sind solche Spiele Jahre in Entwicklung. Wir saßen an Modern Warfare 3, während Infinity Ward die Arbeiten an Modern Warfare 2 abgeschlossen hat. Das gab uns schöne Möglichkeiten, mit ihnen zu sprechen und Ideen einzubringen. Also insgesamt gesehen war es weniger eine Herausforderung, sondern eher eine Chance für uns.
Quelle: Activision Blizzard
Carleton: Was erzählerisch an einer direkten Fortsetzung interessant ist, sind diese Stückchen, die MW2 hinterlassen hat und die wir nun aufgreifen mussten. Da haben wir etwa die Sache rund um Shephard und natürlich das Anteasern von Makarov am Ende des Vorgängers.
Wir mussten daher verstehen, was sich am Ende auszahlen würde, aber wir wussten nicht genau, wie wir das anstellen würden oder wie alles endet. Es war also eine Art Puzzle, die bestmögliche Fortsetzung der Erfahrung aus Modern Warfare 2 zu entwickeln. Der große Unterschied war, dass wir bereits eine Vorlage hatten und uns keine Gedanken machen mussten, in welche Richtung die Geschichte überhaupt gehen soll.
Diesen Weg zu finden, war eine spaßige Angelegenheit, und die Zusammenarbeit mit Infinity Ward und deren Segen zu erhalten, war großartig.
PC Games: Das hört sich interessant an! Ihr habt bereits über Makarov gesprochen und wir haben natürlich die Post-Credit-Sequenz von Modern Warfare 2 gesehen. Erwarten uns in Modern Warfare 3 einmal mehr kontroverse Missionen?
Swenson: Makarov ist ein großartiger Bösewicht. Er hat schließlich bereits einen Bekanntheitsgrad im Franchise. Mit Modern Warfare 2019 haben wir die Marke Call of Duty komplett auf null gestellt. Wir haben neue Schauspieler gecastet und auch die Figuren neu ausgerichtet. Das Tolle an Makarov ist, dass Leute denken, sie wüssten, wer er ist, da sie ihn aus der Vergangenheit kennen.
Doch wir haben Zeit investiert, um einerseits die Erwartungen zu erfüllen, andererseits dennoch die Leute zu überraschen, um nicht genau den alten Charakter von ihm zu kopieren. Es wird interessant für die Spieler sein, ihn als neue Figur kennenzulernen und herauszufinden, wie und warum er so tickt.
Das Interessante an allen großartigen Bösewichten ist, dass sie sich als Held ihrer Geschichte fühlen. Genau das trifft auf unseren Makarov in Modern Warfare 3 zu. Er ist kein bartzwirbelnder Bösewicht, kein Psychopath, er ist sehr intelligent und glaubt, dass er im Recht ist. Das macht ihn zu einem interessanten Charakter, den Spieler für glaubwürdig halten.
