Call of Duty Modern Warfare 3: Diskussion über Matchmaking - ist es notwendig?

Kolumne Michael Grünwald Antonia Dreßler
Call of Duty Modern Warfare 3: Diskussion über Matchmaking - ist es notwendig?
Quelle: Activision Blizzard

Call of Duty Modern Warfare 3: Diskussion über Matchmaking - ist es notwendig?

In Spielen, die Skillbased Matchmaking benutzen, passiert das auch, aber nur in den ersten zehn Runden, bis der Algorithmus einen ungefähr eigeordnet hat. Wenn ich danach dauerhaft gewinne, ist der Grad, in dem meine Gegner besser werden, deutlich langsamer. Das ist im Ranked-Modus von Rocket League etwa sehr deutlich zu erkennen. Ich muss mehrere Spiele gewinnen, um eine kleine Stufe auf einer großen Treppe aufzusteigen. Ich spiele nicht innerhalb von drei Runden einmal in der Gold-, anschließend in der Diamant- und dann in der Bronze-Liga.

Ein zwangloser Modus ändert nichts

Um Michis Punkt aufzugreifen, warum CoD nicht zwischen "ranked" und "zwanglos" unterscheidet: Das liegt daran, dass nicht nach Fähigkeiten sortiert wird, zumindest nicht primär. Im Interview mit Infinity Ward sagte man mir letztes Jahr, dass jedes Matchmaking skillbasiert ist. Und das stimmt auch irgendwie. Ja, in Call of Duty misst das Spiel meine Fähigkeiten, aber der Unterschied ist, was der Shooter aus den Daten macht. Wenn mich der Algorithmus anhand meines Skilllevels nicht mit gleich starken Gegnern paart, sondern mir absichtlich bessere oder schwächere Kontrahenten und Teammitglieder zuweist, dann kann man kaum von Skillbased Matchmaking reden. Sondern eben von Engagement Optimized Matchmaking.

Captain Price kniet in hohem Gras Quelle: Activision Blizzard Natürlich könnte Activision neben einem gefakten Ranked-Modus, wie er jetzt existiert, auch einen zwanglosen Modus entwickeln, der Spieler komplett zufällig zusammenstellt. Bei einem solchen Modus wäre der Wechsel zwischen starken und schwachen Gegnern aber vermutlich genauso anstrengend und noch weniger vorhersehbar als jetzt schon. Für die Spieler würde das im Endeffekt nicht wirklich was ändern, außer, dass ein anderer Name davorstünde.

Und vielleicht ist das in Call of Duty sogar schon so: Immerhin gibt es bereits Regler, die zwischen "zwanglos" und "Wettkampf" unterscheiden, die aber keinen spürbaren Unterschied machen . Das ist ein weiter Hinweis, dass im Wettkampf-Modus gar nicht von Skillbased Matchmaking die Rede sein kann.

Was ich damit sagen will: Viele Fans behaupten, dass Skillbased Matchmaking das Problem ist und ein zwangloser Modus viel entspannter wäre. Der würde aber nur dafür sorgen, dass ich vom Algorithmus nicht mehr gezielt gegen viel zu starke und viel zu schwache Gegner antrete, sondern macht das auf zufälliger Basis - es würde aber trotzdem passieren.

Stattdessen braucht es einen echten Skillbased-Matchmaking-Modus, der mich gegen vorhersehbare Gegner ranket, die meinen Level haben und gegen die ich nicht schwitzen muss. Denn Schwitzen heißt nicht, gegen eine ausgeglichene Konkurrenz ankämpfen zu müssen, sondern bedeutet, sich gegen einen Algorithmus zu stemmen, der beschlossen hat, dass ich verlieren soll. Wieder und wieder und wieder.

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