CoD: Modern Warfare 2 - Dieses Spiel hätte so nicht erscheinen dürfen - Seite 2
Kolumne
Am 28. Oktober ist Call of Duty: Modern Warfare 2 erschienen. Redakteur Michi findet, dass der Shooter so unfertig nicht hätte veröffentlicht werden dürfen.
Bei einem Multiplayer-Shooter wie Call of Duty ist es nicht akzeptabel, dass größere Gruppen mit mehr als drei Spielern solche Probleme bekommen. In der Vergangenheit gab es an den Release-Tagen immer wieder Schwierigkeiten mit Servern oder der Spielsuche, doch nicht in diesem Ausmaß, und diese Probleme wurden innerhalb weniger Stunden behoben. MW2 jedoch ist an einigen Ecken und Enden ganz gehörig kaputt.
Koop ohne Mehrwert
Wenn schon der PvP-Modus nicht so richtig funktionierte, dann wollte ich zumindest ein wenig Zeit im kooperativen Modus verbringen. Also habe ich mir Kollege Stefan geschnappt und mit ihm die drei zur Verfügung stehenden Missionen in Angriff genommen. Schon beim ersten Versuch meinte es das Spiel allerdings nicht gut mit uns, als wir den Stealth-Level starteten und sich unsere Figuren nicht drehen ließen. Also nochmal von vorn. Beim zweiten Mal funktionierte dann zumindest die Steuerung einwandfrei. Doch die ersten beiden Missionen wirken allgemein relativ fad. Die Areale sind sehr weitläufig, aber nur an bestimmten Orten befinden sich die Gegner. Zwischendurch liefern uns die Gebiete daher nichts als Leerlauf.
Quelle: PC Games
Der kooperative Modus macht definitiv Spaß, doch bereits MW2 aus dem Jahr 2009 hatte spannendere Missionen in Spec Ops parat.
In diesem Artikel
Nur der letzte Level, in dem wir ein Observatorium vor anstürmenden Wellen verteidigen müssen, erinnert uns ein wenig an die genialen Spec-Ops-Missionen aus den ursprünglichen Modern-Warfare-Teilen. Doch nach circa 20 Minuten ist der Spaß dann auch wieder vorbei und der Auftrag abgeschlossen. Da war früher einfach wirklich alles besser!
Es geht ums Prinzip
Quelle: PC Games
Nur zehn 6-gegen-6-Maps befinden sich derzeit in der Rotation. Nachschub kommt, aber ein wenig mehr hätten es zum Release schon sein dürfen.
Jetzt könnte man natürlich meinen, ich hätte absoluten keinen Spaß am neuen CoD. Doch das stimmt auch nicht. MW2 bietet eine starke Kampagne, in der zwar weniger Action-Feuerwerk im Mittelpunkt steht, dafür jedoch eine gehörige Portion Abwechslung.
Außerdem bin ich weiterhin der Meinung, dass das Gunplay, das Call of Duty seit Jahren an den Tag legt, das Beste im Shooter-Bereich ist. Daran beißt sich die Konkurrenz schon immer die Zähne aus und auch im aktuellen Teil der Reihe funktioniert das Waffenhandling erneut tadellos - sowohl im Einzel-, als auch im Mehrspieler-Part.
Ich bin mir zudem sehr sicher, dass das Team von Infinity Ward diese Probleme in den Griff bekommen wird. Es liegt nichts so dermaßen im Argen wie beispielsweise beim Launch von Battlefield 2042. Die Schwierigkeiten, mit denen CoD derzeit kämpft, sind alle in einigen Wochen zu beheben.
Doch der Schaden ist angerichtet, denn das Spiel kam meiner Meinung nach zu früh auf den Markt. Die teils heftige Kritik der Spieler ist daher definitiv angebracht. Schließlich haben manche Leute über 100 Euro für die sogenannte Vault Edition ausgegeben und dürfen sich jetzt ein paar Wochen mit einem unfertigen Shooter durch die Runden quälen. Das geht gar nicht, liebe Entwickler und lieber Publisher!
Wenn die Gerüchte stimmen, wird Modern Warfare 2 in der Zukunft unter anderem stetig mit Gratis-Maps erweitert. Als Wiedergutmachung für den holprigen Start darf Infinity Ward gerne das Kartenpaket aus dem ursprünglichen MW2 einbauen. Dann gäbe es nicht nur eine größere Auswahl in der Map-Rotation, sondern auch tolle Klassiker aus der Vergangenheit. Erneut über die Fan-Lieblinge Terminal, Quarry, Favela, Afghan und Rust zu flitzen, darauf hätte ich auf jeden Fall große Lust. Doch erst die Zukunft wird zeigen, ob das Team aus seinen Fehlern lernt.
