CoD: Black Ops 6 - Die Kampagne landet im Test einen unerwarteten Volltreffer!
Test
Mit Black Ops 6 zeigt Treyarch: Eine Call-of-Duty-Kampagne ist immer noch für Überraschungen gut, wenn man sie nicht stiefmütterlich behandelt!
Schleichen, Schießen, Spionieren
Was wir damit genau meinen, wollen wir euch aber nicht verraten, denn dann würden wir eine der besten Missionen der Black-Ops-Geschichte vorwegnehmen. Nur so viel: Das Level würde auch in einem Spiel von Arkane oder Remedy nicht aus der Reihe tanzen und wir waren positiv überrascht, wie weit es die Entwickler treiben.
Auch sonst ist Black Ops 6 mehr als jeder andere Teil der Reihe bemüht, seine Missionen abwechslungsreich zu halten. An vielen Stellen dürfen wir uns zwischen leisem Vorgehen und stumpfer Waffengewalt entscheiden, und wer die tolle KGB-Mission aus Cold War mochte, wird sich freuen, dass es diesmal mehrere Levels gibt, wo wir die Strategie bestimmen.
An den Retina-Scan eines US-Senators kommen wir etwa, indem wir ein Sextape gegen ihn einsetzen, uns mit einem Untergrund-Boss verbünden oder den Senator und sein Gefolge kurzerhand hinter den Kulissen zusammenschlagen.
Später müssen wir eine Pantheon-Basis vor dem Angriff unseres Teams sabotieren und es ist uns überlassen, ob wir das mit der Feder oder dem Schwert bewerkstelligen. Das sorgt nicht nur für Abwechslung, es schafft auch Anreize, die Missionen mehrmals zu spielen.
Die Mischung macht's
Sogar eine waschechte Open-World-Passage hat es ins Spiel geschafft, inklusive Nebenaufgaben, Fragezeichen auf der Karte und Schnellreisen. Okay, ihr wollt jetzt nach dem "Genuss" der letztjährigen Kampagne wahrscheinlich am liebsten schreiend davonlaufen, aber wir können Entwarnung geben.
Die Mission ist kurzweilig, Schleichen und Snipen sind valide Optionen und der Nebenkram macht tatsächlich einen Unterschied, weil er uns für den harten Kampf im nächsten Abschnitt mit wertvollen Killstreaks und Gadgets ausstattet.
Nun befinden sich diese verschiedenen Herangehensweisen aber immer noch in einer Call-of-Duty-Kampagne, soll heißen: Jede davon ist recht simpel gestrickt. Die richtigen Dialogentscheidungen macht das Spiel klar ersichtlich; Rätsel gibt es zwar, deren Lösung ist in fast allen Fällen aber mehr Fleiß- als Knobelarbeit.
Immerhin profitiert das Agenten-Feeling davon, wenn wir Computer hacken, einen Oszillographen einstellen oder uns Details aus Akten merken müssen.
Beim Schleichen kommt die serientypisch binäre KI zum Einsatz, die entweder die Hand vor Augen nicht sieht oder bei einem Fehler auch noch dem Typen, der gerade drei Kriegsgebiete weiter an seinem Wachposten schläft, unsere exakte Position mitteilt.
Das macht zum Glück meistens nix - fast jede Schleichsequenz kann auch laut beendet werden und das Spiel erstellt alle paar Meter einen Speicherpunkt. Solange wir nicht gerade jemanden in der Nähe seiner Kollegen erschießen oder den Schalldämpfer weglegen, meucheln wir uns recht problemlos durch.
Profis am Werk
Das Equipment spielt der offenen Struktur vieler Kämpfe in die Karten. Wir haben einen ganzen Rucksack voller Mordinstrumente dabei - steuerbare Wurfmesser, C4, Fernlenkladungen und Betäubungsfallen geben dem simplen Schleichen und Schießen etwas mehr Würze und sind in den richtigen Situationen angenehm mächtig.
Vor allem mit dem explodierenden Wurfmesser lassen sich Gegnergruppen und Spezialeinheiten in Windeseile aus dem Weg räumen und es wird nicht langweilig, sie in Zeitlupe durch die Gegend fliegen zu lassen.
Quelle: Activision Blizzard
Diese Spezialeinheiten hat Treyarch ebenfalls dezent aufgepeppt: Pantheon führt Kämpfer ins Feld, die den Spieß mit starken Gadgets umdrehen können, es sind nicht immer nur Juggernauts mit Gatling-Guns.
Zwar müssen wir uns auch bei den Pantheon-Spezialisten durch eine dicke Panzerung ballern, manche setzen aber Fernlenkladungen und Elektrominen ein oder blockieren uns mit Giftgas.
Das ist eine nette Neuerung, das Spiel verwendet sie nur leider zu zaghaft, als dass sie uns wirklich im Gedächtnis bleiben könnten. Meistens sind sie ein schnell weggeräumter Teil des Kampfgetöses, der das Geschehen nicht so sehr prägt, wie er es vermutlich sollte. Im Zweifel gilt Gegnermasse statt -klasse, wenn Black Ops 6 mal herausfordernd sein will.
