Black Ops 6 ist das wichtigste Call of Duty aller Zeiten - die "große Wette" von Microsoft

Special Antonia Dreßler
Black Ops 6 ist das wichtigste Call of Duty aller Zeiten - die "große Wette" von Microsoft
Quelle: PC Games

Dass Call of Duy: Black Ops 6 im Game Pass von Xbox erscheint, birgt mehr Risiken, als es zunächst den Anschein macht. Zahlen und Fakten gegenübergestellt, sprechen Analysten von einer "großen Wette", deren Ausgang sich erst beweisen muss.

Aber wie man die Zahlen auch dreht: Klar ist, dass die Strategie für Microsoft nur aufgeht, wenn sie die Neukunden für längere Zeit halten können. Deswegen sprechen sämtliche Experten zum Thema von der "großen Wette", die MS in der Xbox-Gaming-Sparte eingeht. Genau hierauf steuerte der gesamte 70-Milliarden-Dollar-Deal seit der Übernahme zu.

Aber ob die Strategie wirklich aufgeht, ist nicht nur an den Verkaufs- und Abozahlen festzumachen. Denn die immensen Entwicklungskosten, die mit einem neuen Call of Duty einhergehen, tragen sich schon lange nicht mehr nur durch die reinen Spielverkäufe.

Einige Wochen nach dem Release von Black Ops: Cold War sprach Activision etwa von Rekord-Umsätzen und dass sie im letzten Jahr über 3 Milliarden Dollar Umsatz mit der Marke gemacht haben. Dabei waren die Verkäufe bedeutend schlechter als die vom vorherigen Modern Warfare, das innerhalb weniger Wochen auf einen Umsatz von bereits über einer Milliarde Dollar kam - eine Zahl, die in die 3 Milliarden-Rechnung miteinheinzählt. Black Ops: Cold War hatte zum Zeitpunkt von Activisions Ankündigung rund 650 Millionen Dollar eingenommen - die restlichen 1,3 Milliarden kamen durch Ingame-Käufe.

Soldat mit Maschinenpistole Quelle: Activision Erreicht Microsoft mit dem Xbox Game Pass nun also mehr Spieler, die sich Call of Duty sonst nie geholt hätten, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Umsatz über Skins, DLCs und Co. wieder hereinkommt. Laut Xbox selbst geben Nutzer bei Spielen im hauseigenen Abomodell mehr Geld für Spielerweiterungen aus als solche, die sich das Spiel zum Vollpreis gekauft haben. Diese Aussage bestätigt Deck13 so auch für uns, in unserem Report zum Xbox Game Pass. Allerdings ging es dabei nur um klassische DLCs und nicht etwa um Mikrotransaktionen wie bunte Skins oder einen Battle Pass.

Live-Service-Profis

Weiterhin spricht für die Strategie, dass kein Spiel so gut darin ist, Nutzer bei der Stange zu halten, wie Call of Duty. Dafür sorgt unter anderem das genutzte Matchmaking-System, das durch und durch darauf ausgelegt ist, Spieler möglichst lange online zu halten. Wie Engagement Optimized Matchmaking funktioniert, haben wir unter anderem in unserem Matchmaking-Report erklärt. Dort verweisen wir auch auf eine Studie, die ergibt, dass Spieler umso mehr Geld ausgeben, je länger sie sich in einem Spiel aufhalten.

So betrachtet sind Call of Duty und der Xbox Game Pass also wie füreinander geschaffen, wirklich schiefgehen kann ja eigentlich nichts mehr. Zumindest in der Theorie. In der Praxis sind sämtliche Analysten, die sich über Games Industry (und ein weiterer über Bloomberg) zu Wort gemeldet haben, unsicher. Es gäbe zu viele Variablen, die man nicht einschätzen kann, und die Chance besteht, dass sich aus der großen Wette von Microsoft keine große Neuerung entwickelt.

Call of Duty Slide Quelle: Activision Wirklich bangen muss man um den Unternehmensriesen aber sowieso nicht. Der Microsoft-CEO hat dieses Jahr eine satte Gehaltserhöhung von 30 Millionen Dollar erhalten. Und das, obwohl man in der Gaming-Sparte tausende Mitarbeiter entlassen und mehrere Studios geschlossen hat.

Das ist vorwiegend ein Beleg dafür, dass Microsoft und Xbox intern als getrennte Entitäten gehandelt werden. Da das Unternehmen seit der Übernahme von Activision Blizzard aber erstmals mehr Geld mit Gaming als mit Windows gemacht hat, kann man nur hoffen, dass der Videospielzweig in Zukunft mehr Liebe erfährt.

Immerhin ist der ganze Call-of-Duty-Coup ein Spiel auf Zeit, um über einen langen Zeitraum den Xbox Game Pass zu stärken und Einnahmen über Verkäufe hinaus zu machen. Ob die Strategie am Ende aufgeht, erfahren wir in den nächsten Tagen und Wochen also ohnehin nicht. Und konkrete Zahlen liefern uns statt Microsoft im Zweifel auch eher Leaker, eventuelle neue Gerichtsverfahren oder unsere PC Games Gerüchteküche.

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